Delmenhorst Max-Planck-Gymnasium: Mit Sport zum Abitur

Delmenhorst. 'Das ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Region', sagt Cordula Fitsch-Saucke, Schulleiterin des Max-Planck-Gymnasiums. Ab kommendem Schuljahr können Abiturienten in fünf Schwerpunktgebieten ihr Abi machen.
23.02.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. 'Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Region', sagt Cordula Fitsch-Saucke, Schulleiterin des Max-Planck-Gymnasiums. Ab dem kommenden Schuljahr können die angehenden Abiturienten in allen fünf Schwerpunktgebieten ihr Abi am Maxe machen; das geht in der näheren Umgebung an keinem anderen Gymnasium. Möglich ist dies, weil es seit Neuestem den Schwerpunkt Sport gibt.

Sport als Abiturfach klingt im ersten Moment ein bisschen nach geschenkter Hochschulreife: Nur weil man gut Fußball spielt, darf man auch studieren. Aber so einfach ist es nicht. Denn die Sportler müssen natürlich nicht nur sportliche Höchstleistungen bringen, sondern auch Theorie büffeln. Und sie müssen auch noch mehr als ihre Mitschüler leisten, denn während alle anderen Abitur-Schwerpunktfächer vierstündig unterrichtet werden, ist Sport fünfstündig, neben zwei Stunden in der Turnhalle und zwei Stunden Theorieunterricht gibt es noch ein Stunde, in der Theorie und Praxis eng miteinander verwoben werden.

Die Idee, den klassischen Schwerpunkt-Kanon - mit sprachlichem, naturwissenschaftlichem, gesellschaftswissenschaftlichem oder musisch-künstlerischem Fokus - zu erweitern, lag auf der Hand. Schon vor der Oberstufenreform war Sport ein Prüfungsfach am Max-Planck-Gymnasium. 'Und wir haben einfach eine Vielzahl an sportlich sehr erfolgreichen Schülern, was man auch an den Ergebnissen bei Wettbewerben wie Jugend trainiert für Olympia sieht. Zudem sind wir Werder-Schule', erklärt Reinhard Burmeister, der stellvertretende Schulleiter. Und die Schüler nähmen das neue Angebot bereits gut an: Um in den Theorie-Anteil des Schwerpunkts reinzuschnuppern, wird obligatorisch im zweiten Halbjahr der zehnten Klasse eine Art Vorbereitungskurs angeboten. '25 Schüler haben sich dafür gemeldet, obwohl wir den Kurs erst im Januar angekündigt hatten.'

Auch organisatorisch stelle das neue Angebot kein Problem dar, erläuterte die Schulleitung. Zum einen sind genügend Hallenkapazitäten vorhanden, zum anderen unterrichten auch genügend Lehrer Sport, neun sind es an der Zahl. 'Und von denen haben die meisten ein naturwissenschaftliches Zweitfach', bemerkt Cordula Fitsch-Saucke. Das ist deswegen wichtig, weil die Schüler im Sport-Schwerpunkt entweder Biologie, Chemie oder Physik als Zweitfach wählen müssen.

'Im Theorie-Unterricht gibt es vier große Themenblöcke: Bewegungslehre, Trainingslehre, Sportbiologie und Sport als gesellschaftlicher Aspekt', erklärt Sportlehrer Malte Meyer-Arndt, der die ersten Maxe-Schüler im neuen Schwerpunkt zum Abitur führen wird. Und möglicherweise auch Schüler anderer Schulen. Denn nach der zehnten Klasse kann jeder die Schule frei wählen. 'Allerdings sind unsere Aufnahmekapazitäten nicht unendlich', weist die Maxe-Schulleitung darauf hin, dass sie nicht unbegrenzt zusätzliche Schüler aufnehmen kann.

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