A-cappella-Ensemble „Quintessence“ überzeugte in der Huder Elisabethkirche mit vielseitigem Programm

Mit fünf Stimmen durch alle Genres

Hude. Die Sängerinnen und Sänger des Ensembles „Quintessence“ haben Spaß an dem, was sie tun. Das wurde am Freitagabend beim Konzert in der Huder Elisabeth-Kirche sofort klar.
16.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antje Rickmeier
Mit fünf Stimmen durch alle Genres

Das A-cappella-Ensemble „Quintessence“ begeisterte am Freitagabend sein Publikum in der St.-Elisabeth-Kirche in Hude unter anderem mit einer gesungenen Version der „Peer-Gynt-Suite“ und mit Schlagern aus den 1950ern.

Ingo Moellers

Die Sängerinnen und Sänger des Ensembles „Quintessence“ haben Spaß an dem, was sie tun. Das wurde am Freitagabend beim Konzert in der Huder Elisabeth-Kirche sofort klar. Die zwei Frauen und drei Männer sangen sich a cappella durch die unterschiedlichsten Musik-Genres wie Pop, Jazz und Klassik. Dabei kamen sie ganz ohne Verstärker und fast ohne Begleitung aus. Lediglich Rhythmusinstrumente aus Holz kamen an einigen Stellen zum Einsatz.

Gleich bei den ersten Liedern sprang der Funke auf das Publikum über. Auf den Manhattan-Transfer-Klassiker „Chanson d’amour“ folgte „Cheek to Cheek“. „Das ist ein Duett, das schon viele berühmte Paarungen gesungen haben“, erläuterte Ensemble-Leiter Daniel Berg und nannte unter anderem Fred Astaire und Ginger Rogers. Doch „Quintessence“ gab dem bekannten Song eine eigene Note und unterstrich den Gesang mit Tanzbewegungen, Gesten und einer Prise Humor.

Der zog sich durch das gesamte Konzert. So trat Bass Ralph Baumann bei dem Lied „Was ganz Besonderes“ als Playboy mit Vokuhila-Perücke und Sonnenbrille auf. Und auch bei den Arrangements der Lieder funkelten Witz und Ironie.

Johanna Engel (Sopran), Jutta Birkigt (Alt), Lutz Kaminski (Tenor), Daniel Berg (Bariton) und Ralph Baumann (Bass) zeigten eindrucksvoll, dass mit der Stimme fast alles möglich ist. Nicht nur Swing-Klassiker wie „In the Mood“, sondern auch klassische Orchester-Kompositionen lassen sich a cappella singen: Zu den Höhepunkten des Konzerts gehörte eine gesungene Version der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg. Die fünf Sänger interpretierten die Sätze „Morgenstimmung“, „Åses Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Suite Nr. 1 auf eindrucksvolle Weise. Mit ihren Stimmen schufen sie die unterschiedlichsten Klänge und ersetzten so die Instrumente. Dafür gab es begeisterten Applaus vom Publikum.

Auch solistisch überzeugend

Die zwei Frauen und drei Männer überzeugten nicht nur im Zusammenklang, sondern auch als Solisten. Sie alle sind nach Angaben von Daniel Berg semi-professionelle Sänger, die zum Teil auch eine musikalische Ausbildung besitzen. „Aber wir haben alle unsere normalen Berufe“, sagte der Leiter des Ensembles.

Die beiden Frauen hatten in Hude ein Heimspiel. Jutta Birkigt, die mit ihrer Alt-Stimme für die jazzigen Stücke zuständig ist, lebt zwar in Oldenburg, ist aber Mitinhaberin einer logopädischen Praxis an der Parkstraße. Sopranistin Johanna Engel wohnt seit kurzem in Hude. Neben „Quintessence“ widmet sie sich auch der mittelalterlichen Musik und steht mit Harfe und Gesang auf der Bühne. Auch Tenor Lutz Kaminski hat bereits in unterschiedlichen Gruppen gesungen. Bass Ralph Baumann reise eigens aus Osnabrück zu den Proben an, sagte Daniel Berg. Gemeinsam geben die fünf etwa zehn bis 15 Konzerte im Jahr. Hinzu kämen kleinere Auftritte, bei denen nur ein paar Lieder gesungen würden, so Berg. Der Oldenburger hat viele Lieder für die A-cappella-Gruppe arrangiert und nimmt sich häufig auch schwierige Stücke vor. „Wir singen Sachen, an denen wir selber Spaß haben.“

Das war beim Konzert in Hude deutlich zu spüren. Bei dem Schlager „Ja für eine Fahrt ans Mittelmeer“ imitierten die Sänger den näselnden Klang von Aufnahmen aus den 1950ern, indem sie sich die Nasen zuhielten. Besonders schön kam auch Billy Joels Song „Honesty“ rüber, bei dem Jutta Birkigt die Melodiestimme übernahm. Und bei Georg Kreislers Lied „Tauben vergiften im Park“ zeigte das Ensemble einmal mehr seinen Sinn für Ironie und hintergründigen Humor.

Während des rund zweistündigen Konzerts sang „Quintessence“ auch viele neue Stücke. Sie finden sich auf der CD „Five“, die im vergangenen Jahr erschienen ist. 2005 hatte die Gruppe, die seit 15 Jahren besteht, ihr erstes Album veröffentlicht.

Am Ende des Konzerts in der nicht ganz voll besetzten Kirche gab es lang anhaltenden Applaus und Fußgetrampel. Die fünf Sänger bedankten sich mit zwei Zugaben. Dabei zeigten sie noch einmal ihre Vielseitigkeit. Nach dem Song „Good Vibrations“ von den Beach Boys kam mit „Koa Hiatamadl“ von Hubert von Goisern ein Ausflug in die alpenländische Musikkultur – Jodeln inklusive.

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