Delmenhorst "Mütze" nimmt den Hut

Delmenhorst. Nach 17 Jahren wird das Mütterzentrum Delmenhorst zum 31. August seine Aktivitäten beenden. Ute Meyerdierks löst den Verein als 1. Vorsitzende aus Altersgründen auf.
04.05.2013, 05:00
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Von Mareike Scheer

Delmenhorst. Nach 17 Jahren wird das Mütterzentrum Delmenhorst zum 31. August seine Aktivitäten beenden. Ute Meyerdierks löst den Verein als 1. Vorsitzende aus Altersgründen auf, der Mietvertrag für die Räumlichkeiten an der Breslauer Straße ist fristgerecht gekündigt.

Seit der Gründung am 21. August 1996 war das Mütterzentrum "Mütze" ein wichtiger Treffpunkt für Frauen und Kinder im Stadtteil Düsternort. Auf ehrenamtlicher Basis wurde ein Beitrag zur Integration und zum Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen geleistet. "Es war eine Selbsthilfe zur Selbsthilfe. Es gab solche Anlaufstellen zuvor nicht", betonte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann gestern bei der Bekanntmachung im Rathaus. Die Schließung der "Mütze" bedeutet jedoch nicht das Ende der Arbeit. "Die Aktionen werden nur ausgelagert. Die Schließung ist schade, aber soziale Projekte sind nicht statisch und ohne Veränderung. Es geht weiter", ergänzte Borrmann.

Mittlerweile hat sich der scheidende Verein gut vernetzt und eine Infrastruktur entwickelt, die auch von anderen Institutionen getragen wird. Durch das Nachbarschaftsbüro, Soziale Arbeit wie zum Beispiel an der Astrid-Lindgren-Schule, das Jugendhaus Horizont, die Stadtteilkonferenz und die Kirchengemeinden sind Kooperationen und Treffpunkte in dem Stadtteil angesiedelt, die in die Fußstapfen des Mütterzentrums treten können. So finden sich langjährige Angebote der "Mütze" wie die Hausaufgaben-Hilfe nun auch bei anderen Einrichtungen wieder.

"Die Organisation eines solchen Vereins benötigt eine Menge Kraft. Aus Altersgründen habe ich mich daher für einen Rücktritt entschlossen", unterstrich Ute Meyerdierks ihre Beweggründe "mit dem Wissen, dass die Arbeit fortgesetzt wird. Zumal ich weiterhin aktiv sein werde, um mit Vereinen im Rücken Sponsoren für Aktivitäten zu finden". Die Suche nach einer Nachfolge sowie die Werbung neuer Mitglieder hatten keinen Erfolg erzielt.

Der Verein wird mit einem jährlichen städtischen Zuschuss in Höhe von 8000 Euro unterstützt, um die Miete sowie Nebenkosten für die Räumlichkeiten an der Breslauer Straße zu decken und so für ein Dach über den Köpfen der Kinder zu sorgen. Wie die ab September frei werdenden finanziellen Mittel in den klammen Haushalt der Stadt fließen, ist noch nicht geklärt. "Ich habe schon einige Ideen, wie das Geld sinnvoll eingesetzt werden kann und werde Fragen an die Stadt herantragen", äußerte sich Ute Meyerdierks vieldeutig. Die Kunstprojekte unter ihrer Leitung laufen unterdessen ohnehin weiter. Am 31. Mai steigt ab 17 Uhr die nächste Ausstellung von "Kultur integriert" im Delbus-Gebäude am ZOB.

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