Ausflugstipps in der Wildeshauser Geest

Museenlandschaft am laufenden Meter

Landkreis Oldenburg. Die Museenlandschaft im Naturpark Wildeshauser Geest ist breit. Also ist auch ein Faltblatt, in dem die vielfältigen Einrichtungen erstmals übersichtlich zusammengefasst sind, ziemlich breit: Auseinandergeklappt misst das Leporello mehr als einen Meter.
30.03.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Landkreis Oldenburg. Von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert und von der Alltagskultur bis zur Schwarzen Kunst: Die Museenlandschaft im Naturpark Wildeshauser Geest ist breit. Also ist auch ein Faltblatt, in dem die vielfältigen Einrichtungen erstmals übersichtlich zusammengefasst sind, ziemlich breit: Auseinandergeklappt misst das Leporello mehr als einen Meter voller inspirierender Bilder und kompakter Informationen.

Statt die mehr als zwei Dutzend Einträge - von der kleinen Liebhaber-Sammlung bis zum Museumsdorf - nach Orten zu ordnen, hat sich Macher Bernd Oeljeschläger in Absprache mit dem Landkreis Oldenburg und dem Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest für thematische Gruppen entschieden. In die Kultur- und damit Museumslandschaft einsteigen können Einheimische und Touristen in den beiden großen Freilichtanlagen in Syke und Cloppenburg sowie im Naturschutz- und Informationszentrum Goldenstedter Moor. Die Berücksichtigung von Cloppenburg macht dabei ein wichtiges Prinzip bei der Auswahl deutlich: Das Faltblatt macht weder an Kreis- noch an Zweckverbandsgrenzen halt, sondern bezieht auch interessante Ziele in der Nähe mit ein. Denn 'dieses kleinräumige Denken bringt nichts', meinte Landrat Frank Eger gestern bei der Vorstellung des Werbemittels, 'wir müssen überlegen, wie wir mehr Menschen von außerhalb hierherbekommen', ob für Tagesausflüge, lange Wochenenden oder Urlaub.

Wenn sie sich für Alltagskultur interessieren, finden sie etwa das Museum Urgeschichte-Neuzeit in Kleinenkneten, vier verschiedene heimatgeschichtliche Sammlungen und 'Meyer?s Museumsladen' in Brettorf, in dem der ehemalige Betreiber Georg Meyer noch höchstselbst von vergangenen Zeiten plaudert - ein Erlebnis, das Eger ganz besonders empfiehlt. Dem weltlichen Alltag gegenüber steht das geistliche Leben, das sich im Huder Klostersaal sowie im Stift Bassum erkunden lässt.

Unerwartete Anknüpfungspunkte

Auf den ersten Blick eher unerwartet sind angesichts der überwiegend ländlich geprägten Umgebung die vielen Anknüpfungspunkte an die industrielle Vergangenheit: 'Unter Dampf' fährt nicht nur heute noch 'Jan Harpstedt', sondern entstanden früher auch Stroherzeugnisse, Branntwein und Ziegel. In der Rubrik 'Schwarze Kunst' gesellt sich zu gleich zwei Druckereimuseen auch eines für Schreibmaschinen. Einen weiten Bogen spannt 'Heiße Eisen, weicher Faden', dort sind Schmiede, Zweirad- und Motorentechnik, Traktoren und die Textilproduktion auf der Delmenhorster Nordwolle zusammengefasst. Und schließlich bieten Oldenburg und Vechta auch noch 'Fossilien, Ritter, alte Meister'.

Eingeleitet wird die Zusammenfassung sowohl auf hoch- als auf plattdeutsch - nicht nur eine Verbeugung vor der historischen, noch immer lebendigen Sprache der Gegend, sondern auch ein Hinweis darauf, dass viele Museen Führungen 'op platt' anbieten. Zu jedem einzelnen finden sich neben der Adresse Angaben zu Öffnungszeiten sowie, falls vorhanden, Internet-Seiten.

Die Auflage von 10000 Stück solle für etwa zwei Jahre reichen, hofft Angela Ceranka, bei der Kreisverwaltung für Kultur zuständig. Die Faltblätter werden auf Messen verteilt und sind im Verbreitungsgebiet selbst in Rathäusern, Banken, Hotels, Gaststätten und bei Verkehrsvereinen zu finden - und natürlich in den erwähnten Museen.

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