Delmenhorst Neonazi-Demonstration verläuft friedlich

Delmenhorst. Es blieb gestern friedlich in Delmenhorst, obwohl rund 60 Neonazis auf dem Brunnenplatz am Rathaus eine Demonstration veranstalteten und obwohl die Linksjugend zu einer spontanen Gegenkundgebung aufgerufen hatte.
15.05.2010, 19:20
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Es blieb gestern friedlich in Delmenhorst, obwohl rund 60 Neonazis auf dem Brunnenplatz am Rathaus eine Demonstration veranstalteten und obwohl die Linksjugend zu einer spontanen Gegenkundgebung aufgerufen hatte. Die Polizei verhinderte mit einem massiven Aufgebot, dass es - wie zuletzt Ende Februar - zu Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppierungen kam.

Wie viele Beamte in Delmenhorst im Einsatz waren, wurde aus taktischen Gründen nicht mitgeteilt. Aber nachdem es am 25. Februar zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken gekommen war, wollte die Polizei von vornherein mit ihrer Präsenz ein Zeichen setzen. 'Das ist uns gelungen', bilanzierte Polizeisprecherin Kerstin Epp. 'Aus unserer Sicht ist alles weitgehend störungsfrei verlaufen.'

Bis gestern Vormittag war indes unklar, ob die Neonazis im Rahmen ihrer 'Aktionswoche Raus aus Afghanistan' überhaupt ihre Abschlusskundgebung durchführen durften. Die Stadt Delmenhorst hatte die Versammlung genau wie eine Gegendemonstration der Linken verboten, unter anderem weil erneut Ausschreitungen befürchtet wurden. Bereits am Mittwoch hatte die Stadt einen Infostand der Jungen Nationaldemokraten (JN), der Nachwuchs-Organisation der rechtsextremen NPD, in der Innenstadt untersagt.

Gegen das Demonstrationsverbot gingen die Rechten per Anwalt vor. Am frühen Freitagabend gab ihnen das Verwaltungsgericht Oldenburg Recht, das Verbot wurde aufgehoben. Die Stadt versuchte es daraufhin mit einem Widerspruch gegen die Aufhebungsverfügung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg, doch das OVG bestätigte den Spruch der Oldenburger Richter.

Beide Kundgebungen begannen um 11 Uhr, wobei die Neonazis weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit blieben, weil sie sich nur auf einem Platz abseits der Fußgängerströme versammeln durften. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich, die der Linken löste sich gegen kurz nach 12 Uhr auf, die der Rechten gegen 13 Uhr. Anschließend konnten die 60 Neonazis doch noch ein bisschen auf sich aufmerksam machen: Sie wurden von der Polizei über Hauptverkehrsstraßen bis an den Stadtrand geleitet, wo die Wagen der teils aus Dortmund und Mecklenburg-Vorpommern angereisten Rechten standen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+