Politik will Machbarkeitsstudie zu möglichem Umbau anschieben, weil Delmenhorster Umgehung vom Tisch ist Neuer Impuls zu Bahnübergang Schierbrok

Ganderkesee. Feuerwehr, Supermarkt und größere Gewerbebetriebe auf der einen sowie Kindergarten, Schule und Bank auf der anderen Seite: Der Ganderkeseer Ortsteil Schierbrok ist durch die Bahnstrecke geteilt, überquert werden kann diese nur am Übergang an der Bahnhofstraße und dort müssen die Anwohner mit teils langen Wartezeiten rechnen. Schon vor Jahren hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) bereits eine Unter- oder Überführung für die Querung gefordert, jetzt will die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen, die zeigen soll, ob und wenn ja wie ein solcher Umbau möglich wäre.
30.04.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Neuer Impuls zu Bahnübergang Schierbrok
Von Esther Nöggerath

Feuerwehr, Supermarkt und größere Gewerbebetriebe auf der einen sowie Kindergarten, Schule und Bank auf der anderen Seite: Der Ganderkeseer Ortsteil Schierbrok ist durch die Bahnstrecke geteilt, überquert werden kann diese nur am Übergang an der Bahnhofstraße und dort müssen die Anwohner mit teils langen Wartezeiten rechnen. Schon vor Jahren hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) bereits eine Unter- oder Überführung für die Querung gefordert, jetzt will die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen, die zeigen soll, ob und wenn ja wie ein solcher Umbau möglich wäre.

„Der Schienenverkehr nimmt laufend zu und die Wartezeigen am Übergang werden immer länger. In Schierbrok gibt es nur diesen einen Übergang“, schilderte Otto Sackmann (UWG/Marbach-Fraktion) in der jüngsten Ausschusssitzung für Straßen und Verkehr noch einmal die Ausgangslage. Dass der Bedarf für einen Tunnel oder eine Brücke da ist, zeigt auch eine erste Studie, die die Gemeinde 2011 in Auftrag gegeben hatte. Diese ergab, dass der Bahnübergang in der Zukunft einen Belastungswert haben werde, der es rechtfertige, diesen momentan höhengleichen Übergang durch ein kreuzungsfreies Bauwerk zu ersetzen.

Dass nicht gleich im Anschluss zur ersten Studie auch die technische Umsetzung eines solchen Umbaus überprüft wurde, ist den Planungen im Zusammenhang mit der B 212 neu geschuldet: Wegen der Diskussion um eine mögliche West-Umfahrung von Delmenhorst einigten sich Gemeinde und Landkreis darauf, eine Machbarkeitsstudie erst einmal zurückzustellen.

Politik und Verwaltung teilten die Befürchtung, dass ein schrankenloser Bahnübergang in Schierbrok eine mögliche Trassenführung der Umgehungsstraße durch den Ort zufolge haben könnte. Eine ähnliche Idee gab es damals bereits für den geplanten Bahnübergang Auf dem Hohenborn in Hoykenkamp. „Inzwischen gibt es eine Aussage der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und vom Bundesverkehrsminister, dass eine Ortsumgehung Delmenhorst nicht weiter verfolgt werde“, heißt es dazu jetzt in der Beschlussvorlage, über die der Ausschuss abstimmte.

„Das sollte man nun neu angehen“, forderte Otto Sackmann zum wiederholten Male und stieß nun dabei vor allem in Reihen der FDP und Freien Wähler auf Zustimmung. „Die Ortsumgehung steht nicht mehr zur Diskussion, daher sollte man die Studie jetzt in Auftrag geben“, verlangte auch Marion Daniel (FDP). Dem entgegnete Christdemokrat Dietmar Mietrach, dass der Beschluss zur West-Umgehung nur vorerst zurückgestellt, aber nicht ganz auf Eis gelegt worden sei. „Das Damoklesschwert Ortsumgehung wird so oder so noch einige Jahre über uns schweben“, erwiderte Arnold Hansen von den Freien Wählern. Deswegen könne man nicht jahrelang warten, bis man bezüglich des Bahnübergangs eine Entscheidung treffe.

Gegenwind kam von Seiten der Grünen: „Ich kann mir da nur sehr schwer einen Tunnel vorstellen, das wäre schon ein großer Einschnitt“, sagte Volker Schulz-Behrendt bei der Sitzung. Außerdem würde eine solche Querung der Bahngleise nur noch mehr den Verkehr in den Ort reinholen. Schulz-Behrendt favorisiert dagegen eher eine Brücke oder Unterführung ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer.

Das sah die Mehrheit des Ausschusses offenbar anders und stimmte letztlich dafür, dass über die Mittel für eine Machbarkeitsstudie in den nächsten Haushaltsberatungen gesprochen werden soll. Wie viel eine solche Untersuchung tatsächlich kostet, muss allerdings noch ermittelt werden: „Für diese Maßnahme stehen noch Haushaltsausgabereste in Höhe von rund 21000 Euro zur Verfügung, die aber vermutlich nicht ausreichen werden“, schreibt die Verwaltung dazu. Für die erste Überprüfung hatte die Gemeinde 2011 bereits 30 000 Euro veranschlagt. Ob die Machbarkeitsstudie 2016 nun tatsächlich in die Haushaltsdebatte mit einfließt, entscheidet der Verwaltungsausschuss in einer Sitzung am 20. Mai.

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