Neues Restaurant in Delmenhorst Sushi an der Graft

Das Lou's von Markus Jakob hatte es nicht leicht. Das Restaurant hatte nicht mal ein Jahr geöffnet, als Corona nach Delmenhorst kam. Mit dem „Hi Sushi“ wagt der Gastronom nun einen Neustart.
06.01.2021, 14:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexandra Wolff

Die schlechte Nachricht: Das erst vor eineinhalb Jahren eröffnete Restaurant Lou's schließt. Die gute Nachricht für alle Freunde der fernöstlichen Küche: Der Inhaber und sein Team verwandeln es gerade in ein Sushi-Restaurant.

Statt nach Spätzle und Schnitzel riecht es im Haus 1 an der Straße „Hinter der Wassermühle“ nach Farbe. Aber das ist auch in Ordnung. Denn aus dem Restaurant für internationale Hausmannskost Lou's soll ein Sushi-Restaurant werden. Wann es eröffnet? „Vielleicht im März“, antwortet Inhaber Markus Jakob. Wer das genaue Datum wissen will, sollte das Coronavirus nach dessen Abreiseplänen fragen.

„Das Konzept für das Lou's, Hausmannskost aus aller Welt, ist eigentlich auch schon sehr gut angekommen“, berichtet Jakob. Einzig der Eröffnungszeitpunkt erwies sich im Nachhinein als ungünstig gewählt: Juni 2019. Nach einem Dreivierteljahr musste es im ersten Lockdown schon im Frühjahr 2020 wieder schließen. Dann konnte es im Sommer wieder öffnen, im November folgte erneut die coronabedingte Schließung.

Deswegen hat sich der Sushi-Fan gedacht, dass man es auch einfach für immer schließen und mit einem ganz neuen Konzept eröffnen könnte. „Viele Delmenhorster fahren jede Woche nach Bremen oder bis nach Oldenburg, um dort Sushi zu essen“, war dem gebürtigen Delmenhorster vor einem halben Jahr aufgefallen. Und so ist er auf die Idee gekommen, dass ein richtiges Sushi-Restaurant in Delmenhorst eine Marktlücke ist. „Es gibt zwar Sushi zu kaufen und auch Sushi zum Mitnehmen, aber Sushi gemütlich in einem Restaurant zu essen, das ist meines Wissens nach in Delmenhorst nicht möglich. Und so können wir die Sushi-Fans in unserer Stadt halten.“

Zurzeit zieht ein bisschen Japan-Atmosphäre in den Jahrhunderte alten Fachwerkbau an der Graft ein. „Wir erneuern teilweise das Mobiliar, die Dekoration wird asiatisch werden: Kirschbäumchen, Lampions, und an die Wände malt eine Mitarbeiterin Mangas“, beschreibt Jakob, was er vor seinem inneren Auge sieht. „Ich will aber nicht übertreiben, schließlich ist dieses historische Gebäude ja auch schon sehr schön, so wie es ist.“ Wer jedoch meint, dass es zu Hause am schönsten ist, kann sich das Sushi auch liefern lassen oder abholen. Ein weiterer Service: Wer eine große Geburtstags- oder Hochzeitsfeier mit rohem Fisch begehen möchte, kann gerne einen Termin vereinbaren – sobald große Feiern wieder erlaubt sind.

Apropos Mitarbeiter: Alle zehn Kollegen können bleiben. Es kommen sogar noch neue hinzu. Selbst eine waschechte Japanerin aus Bremen, die die Mitarbeiter in die Kunst der Rohfischbearbeitung einweihen wird, wird das Team erweitern. Eventuell kommt noch ein weiterer neuer Koch. Die Mitarbeiter treffen sich bei Online-Konferenzen, um sich über ihr neues Wissen zum Thema fernöstliche Küche und andere Ideen auszutauschen. So bleiben die Mitarbeiter trotz Kurzarbeit und trotz des geschlossenen Ladens beschäftigt.

Auch ein Name steht schon fest. „Ich habe zwei Wochen lang über einen Namen nachgedacht“, sagt Jakob. „Die Wahl fiel auf ‚Hi Sushi‘. Das Wort ‚hi‘ versteht fast jeder und es ist ein freundlicher Empfang.“

Trotz des Namens steht nicht ausschließlich roher Fisch auf der Speisekarte. Auf Udon-Nudeln und andere Wokgerichte, orientalische Bowls und fünf verschiedene Currys – also teilweise auch Genüsse aus der Lou's-Karte – können sich die Besucher ebenfalls freuen. Vorab können die Gäste Vorspeisen aus der asiatischen Küche bestellen, beispielsweise Frühlingsrollen, Salat aus Wakame-Algen oder Edamame-Bohnen, die man schon im Lou's probieren konnte.

Und auch die Sushis selbst bieten jede Menge Abwechslung – und man muss nicht zwangsläufig Fischfreund sein, um Stammgast im „Hi Sushi“ zu werden: „Neben Nigiri, Sashimi oder Maki aus Lachs oder Thunfisch bieten wir auch vegane und vegetarische Sushi mit Papaya, Avocado, Gurke, Paprika, grünem Spargel, Mango, Roter Bete oder Rucola an. Fleischliebhaber hingegen können Sushi aus Rinderfilet erhalten“, zählt Jakob auf. „Auch eigene Kreationen sind in Arbeit. Zum Beispiel mit Lachstartar, flambiertes Sushi und Tobiko, das ist so eine Art Kaviar, nur mit den Eiern vom Fliegenden Fisch und nicht vom Stör.“

Kaviar, Lachs… das klingt teuer. „Ja, ganz günstig wird es bei uns nicht“, räumt er ein. „Wir setzen halt auf Qualität. Aber es wird auch nicht zu teuer.“

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