Verkauf ist eröffnet / Große Unterschiede in Preis und Qualität O Tannenbaum

Die Weihnachtsbaum-Saison in Ganderkesee ist eröffnet: Nachdem Betriebe wie der Gartenbaubetrieb Heitmann oder die Raiffeisen Warengenossenschaft bereits am vergangenen Wochenende den Verkauf gestartet haben, sind seit gestern auch auf dem Arp-Schnitger-Platz wieder Nordmann-Tannen und Co. zu haben. Doch gibt es erhebliche Unterschiede in Preis und Qualität.
12.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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O Tannenbaum
Von Jochen Brünner

Die Weihnachtsbaum-Saison in Ganderkesee ist eröffnet: Nachdem Betriebe wie der Gartenbaubetrieb Heitmann oder die Raiffeisen Warengenossenschaft bereits am vergangenen Wochenende den Verkauf gestartet haben, sind seit gestern auch auf dem Arp-Schnitger-Platz wieder Nordmann-Tannen und Co. zu haben. Doch gibt es erhebliche Unterschiede in Preis und Qualität.

Gestern Morgen hat auch Helmut Bruns wieder Quartier bezogen auf dem Arp-Schnitger-Platz in Ganderkesee. Bereits im 36. Jahr verkauft der Landwirt aus Steinkimmen Weihnachtsbäume im Schatten der St. Cyprian- und Corneliuskirche – mittlerweile in der dritten Generation. Schon sein Vater hat an dieser Stelle Weihnachtsbäume verkauft, inzwischen ist sein Sohn mit im Geschäft.

Die Bäume stammen aus eigener Schonung, sind also auf der heimischen Scholle gewachsen. „Wenn es schon mal Frost gegeben hat, bevor die Bäume geschlagen wurden, dann halten sie besser, und das ist in diesem Jahr der Fall“, freut sich Bruns. Nordmanntannen dominieren bei ihm das Angebot, aber es gibt auch einige Fichten. Der Preis gegenüber dem Vorjahr sei stabil geblieben. Für einen rund zwei Meter großen Baum werden rund 35 bis 40 Euro fällig.

An anderen Stellen in Ganderkesee hat die Weihnachtsbaum-Saison bereits am vergangenen Wochenende begonnen. So haben die Gebrüder Heitmann in ihrem Gartenbau-Betrieb an der Birkenallee die Öffnungszeiten an den Sonnabenden im Advent jeweils bis 16 Uhr verlängert. Die Gebrüder Heitmann beziehen ihre Ware aus dem Sauerland und von der dänischen Insel Fünen. Mit dem Lieferanten ist Uwe Heitmann außerordentlich zufrieden. „Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren gut zusammen, und unsere Stammkunden wissen die Qualität zu schätzen.“ Die lassen sich Heitmann-Kunden auch schon mal bis zu 70 Euro pro Baum kosten.

„Buschiger als im vergangenen Jahr“ seien die Bäume, die die Raiffeisen Warengenossenschaft (RWG) an der Westtangente in diesem Jahr im Angebot hat, berichtet eine Sprecherin erfreut. Die Bäume der RWG stammen aus einer Baumschule in Sandkrug. Hier liegt die Preisspanne zwischen knapp 20 und knapp 50 Euro.

Das Wetter spielt eine nicht unerhebliche Rolle für die Qualität der Bäume. „Vor zwei Jahren gab es im April noch einen späten Frost, der dafür gesorgt hat, dass bei vielen Fichten die Knospen erfroren sind. Das ist dann ein Schaden, der über Jahre nicht mehr zu reparieren ist“, sagt Heitmann. Etwa fünf bis zehn Jahre dauere es, bis ein Weihnachtsbaum eine wohnzimmerkompatible Größe erreicht hat, erzählt Rainer Städing, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Die Nordmanntanne brauche eher noch etwas länger.

Wichtig sei, dass die Bäume nicht zu schnell wachsen würden, damit sie schön dicht bleiben. „Einen Baum, durch den man durchgucken kann, will ja keiner“, sagt Städing. So habe sich die Douglasie als Weihnachtsbaum nicht durchgesetzt, weil sie einfach zu lange Triebe habe. Der Sprecher der Landesforsten weiß zudem von einigen „Tricks“, um der Natur ein bisschen nachzuhelfen. So berichtet er von speziellen Zangen, die den Saftstrom bremsen und das Wachstum der Bäume hemmen würden.

So finden das Alter und die unterschiedlichen Qualitäten auch ihren Niederschlag im Preis. Heitmann kann sich ein paar lästernde Worte über die „Supermarkt-Qualität“ nicht verkneifen: „Die sägen alles ab, was diese Größe erreicht hat, auch wenn man da manchmal ’ne Mütze durchwerfen kann.“ Rainer Städing unterdessen hat überraschend geringe Vorbehalte gegen die Billiganbieter vor Supermärkten und Baumärkten. Man könne jedenfalls nicht pauschal sagen, dass dort gekaufte Bäume früher anfangen würden zu nadeln. Er vermutet dort im wesentlichen geringe Gewinnmargen als Grund für die niedrigen Preise.

Die ersten zwei bis drei Jahre verbringt ein Weihnachtsbaum in der Regel in der Baumschule, ehe er ausgepflanzt wird. Im Prinzip könne jeder das Alter seines Baumes selbst bestimmen, denn der Baum wachse jedes Jahr um einen Quirl, erklärt Städing. Als Quirl bezeichnet der Fachmann in diesem Fall eine Runde Äste, die in einer Höhe vom Stamm des Baumes abgehen.

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