Petra Gerlach von der CDU nominiert

Grüne Themen liegen ihr am Herzen

Die CDU stimmte am Freitag einstimmig für Petra Gerlach als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 12. September. Die 48-Jährige wird auch von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt.
29.03.2021, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Grüne Themen liegen ihr am Herzen
Von Gerwin Möller
Grüne Themen liegen ihr am Herzen

Ein Blumenstrauß aus den Händen des CDU-Chefs Bastian Ernst (Mitte) hält Petra Gerlach schon in den Händen, Werner Klaus von den Grünen steht ebenfalls für eine Gratulation bereit.

INGO MÖLLERS

Petra Gerlach fühlt sich mit ihrer Heimatstadt eng verbunden, für Delmenhorst möchte sie leidenschaftlich gerne einstehen. Eine Versammlung des Kreisverbandes der Delmenhorster CDU nominierte die 48-Jährige am Freitagabend als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 12. September. Von den 232 eingeschriebenen CDU-Mitgliedern kamen 46 stimmberechtigte Christdemokraten in den Festsaal der aramäischen Gemeinde. Das Votum für Gerlach war einstimmig.

Darüber zeigte sich auch eine Delegation von Bündnis 90/Die Grünen erfreut. Schon vor rund einem Jahr hatten CDU und Grüne sich auf Gerlach als ihre gemeinsame OB-Kandidatin geeinigt. CDU-Kreischef Bastian Ernst würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die im Stadtrat gewachsen sei.

Obwohl die Grünen auf Bundesebene der „Hauptgegner der CDU“ seien, begrüßte Philipp Albrecht, vor sechs Wochen gewählter Bundestagskandidat der Union im Wahlkreis 28 die Kooperation auf lokaler Ebene als „mutigen Schritt“. Gerlach sei die richtige Wahl, die SPD, die sich an der Macht abgenutzt habe, an der Rathausspitze abzulösen.

Vorschusslorbeeren für Gerlach gab es auch von Marco Beeken, seines Zeichens Stadtverbandsvorsitzender der CDU in Cloppenburg. Dorthin war Gerlach 2018 als Stadträtin gewechselt. Er beschrieb das Wirken der Delmenhorsterin als „problemorientiert und immer sehr vermittelnd“. Die Delmenhorster CDU treffe mit ihr eine „sehr kluge Wahl“.

Petra Gerlach stellte sich als in der Verwaltung der Stadt Delmenhorst ausgebildetes Eigengewächs vor, 25 Jahre lang habe sie im Rathaus, in unterschiedlichen Positionen, gearbeitet. „Begonnen habe ich im Sozialamt, das hat mich fürs Leben geerdet“, sagte sie. Nach Weiterbildungen wechselte sie als Diplomkauffrau bis in die Verwaltungsspitze. Von ihrem Wechsel nach Cloppenburg, dem Blick über den Tellerrand, könne Delmenhorst nur profitieren. Diese Stadt habe sie ohnehin nie ganz losgelassen. Dass es gelungen sei, eine Unterstützung der Grünen für ihre OB-Kandidatur zu erreichen, sei ihr auch deswegen wichtig, weil ihr auch „grüne Themen am Herzen“ lägen.

Viele Delmenhorster kennen Petra Gerlach aus der Zeit, als bundesweit die Flüchtlingszahlen emporschnellten, „und wir binnen kürzester Zeit die Unterbringung einer Vielzahl von geflüchteten Menschen zu organisieren hatten“. Dass dies reibungslos gelungen sei, habe bundesweit Beachtung gefunden. „Noch heute werde ich viel darauf angesprochen, dass wir hier hervorragend mit allen Kräften, Hauptamt und Ehrenamt, zusammengearbeitet haben.“ Als weiteren Aktivposten hob sie ihr Engagement im Projekt Wollepark hervor: Dort war sie eingebunden, aus dem sozialen Brennpunkt ein Areal mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln. Immer sei es ihr darum gegangen, „gerne für unsere Stadt anzupacken und pragmatisch alle notwendigen Entscheidungen“ zu treffen. Als eine ihrer sportlichsten Aufgaben berichtete sie davon, wie es ihr als Kämmerein gelungen sei, ein Finanzierungsmodell für die Rettung des Krankenhauses auf die Beine zu stellen. Die Entwicklung der Klinik und der geplante Neubau an der Wildeshauser Straße gehöre für sie zu einer wichtigen Zukunftsaufgabe.

Als „echten Meilenstein“ betrachtet es die OB-Kandidatin, die Entwicklungspotentiale der Innenstadt mitzugestalten. Es komme darauf an, die Voraussetzungen für einen soliden Mix von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Erleben und Genießen zu schaffen. Sie sieht ihre Rolle darin, hinzuhören und vor Ort pragmatische Lösungen zu finden. Sie wolle dafür sorgen, „dass Delmenhorst allen Generationen ein gutes Zuhause bietet“. Sie setzt sich für einen kontinuierlichen Ausbau der Kinderbetreuung ein, Familien brächten bezahlbaren Wohnraum. Die Stadt könne mit einem vielfältigen Schulangebot punkten. Wenn es gelinge, einen City-Campus zu realisieren, könne die Stadt studentisches Leben ansiedeln, um junge Menschen an den Standort zu binden und der Wirtschaft die dringend benötigten Fachkräfte anzubieten. Das Rathaus brauche eine „wirklich gute Führung“, sie bringe die notwendigen Kompetenzen mit: „Es ist Zeit für einen politischen Wechsel und einen Führungswechsel im Rathaus.“

Info

Zur Sache

Zehn Kandidaten

Oberbürgermeister Axel Jahnz, seit 2014 als Stadtoberhaupt im Rathaus, wird am 12. September nicht zu einer Wiederwahl antreten. Mittlerweile gibt es zehn Kandidatinnen und Kandidaten, die sich fürs Amt an der Stadtspitze bewerben. Neben Petra Gerlach (CDU/Grüne) treten an: Funda Gür (SPD), Bettina Oestermann (Delmenhorster Liste), Murat Kalmis (FDP), Thomas Kuhnke (Freie Wähler), Joschka Kuty (Die Partei), Manuel Paschke (Linke), Andreas Nuß (parteilos), Ufuk Cakit (parteilos) und Jaroslaw Poljak (AfD). Sollte keiner der Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, wird es am 26. September, parallel zum Urnengang für den Deutschen Bundestag, eine Stichwahl der beiden Bestplatzierten geben.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+