Patientin beißt Sanitäter

Trotz des nasskalten und regnerischen Wetters sind am Sonnabend nach offiziellen Angaben der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) mehr als 30 000 Menschen beim Faschingsumzug um den Ring gewesen. Nach der Arithmetik von Umzugsleiter Ronalt Bachmann sind in dieser Zahl aber auch die knapp 4000 Teilnehmer des Umzugs sowie die Menschen, die ohnehin innerhalb des Ortskerns wohnen und deshalb nicht an einer Kasse erfasst werden, bereits enthalten.
27.02.2017, 00:00
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Patientin beißt Sanitäter
Von Jochen Brünner

Trotz des nasskalten und regnerischen Wetters sind am Sonnabend nach offiziellen Angaben der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) mehr als 30 000 Menschen beim Faschingsumzug um den Ring gewesen. Nach der Arithmetik von Umzugsleiter Ronalt Bachmann sind in dieser Zahl aber auch die knapp 4000 Teilnehmer des Umzugs sowie die Menschen, die ohnehin innerhalb des Ortskerns wohnen und deshalb nicht an einer Kasse erfasst werden, bereits enthalten. Wie viele Menschen die Kassenhäuschen passiert haben, vermochte Bachmann am Sonntag noch nicht zu sagen. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren hatte die GGV jeweils Besucherzahlen von 40 000 bis 45 000 Menschen genannt.

Marktmeister Holger Lüdeke berichtete, dass die Zahl der Pendler, die den Umzug von zwei Standorten aus anschauen, diesmal sehr gering gewesen sei und sich das Festzelt aufgrund des schlechten Wetters deutlich früher gefüllt habe: „Die Leute wollten einfach schnell ins Zelt. Zwischen 18 und 19 Uhr gab es einen großen Run“, berichtete Lüdeke. Und Bachmann ergänzte: Einmal-Regencapes waren sowohl in Ganderkesee als auch in Delmenhorst ausverkauft.

Obwohl also deutlich weniger Besucher an der Strecke waren, hatten die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes, die bis 5 Uhr morgens wieder mit 100 ehrenamtlichen Helfern im Einsatz waren, nicht weniger zu tun als im Vorjahr. DRK-Sprecher Andreas Strodthoff sprach am Sonntag von rund 130 Hilfeleistungen, darunter 28 chirurgische Behandlungen und 18 Einsätze aufgrund zu hohen Alkoholkonsums. Der erste Alkoholpatient sei noch vor Umzugsbeginn um 12.47 Uhr eingeliefert worden. Auch um acht Minderjährige, die zu tief ins Glas oder in die Flasche geblickt hatten, mussten sich die DRK-Helfer kümmern. Neu sei gewesen, dass ein Sanitäter von einer alkoholisierten Patientin gebissen worden sei. Gemessen an der Größe der Veranstaltung sei das Geschehen aber insgesamt unauffällig gewesen, bilanzierte Strodthoff.

Gleiches berichtete auch die Polizei: „Unser Einsatzkonzept ist voll aufgegangen“, freute sich Einsatzleiter Markus Voth. Bis gestern hatten die Ordnungshüter 31 angezeigte Delikte registriert, wobei davon auszugehen sei, dass die Zahl in den kommenden Tagen noch etwas ansteigen würde. Mit insgesamt 18 Körperverletzungen habe sich deren Zahl im Vergleich zu 2016 leicht erhöht: Damals zählte die Polizei 13 Delikte dieser Art. Weiterhin hätten sich drei Diebstähle, ein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie eine „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ ereignet. Auch bei den Jugendschutzkontrollen habe es keine größeren Auffälligkeiten gegeben.

Nach der persönlichen Wahrnehmung des Einsatzleiters habe es an den Brennpunkten Famila-Parkplatz und Shell-Tankstelle weniger Glasscherben gegeben als in den vergangenen Jahren. So seien auch die Reinigungskräfte zügiger fertig gewesen als 2016. Gegen 18.45 Uhr konnte die Polizei den Ortskern für den Autoverkehr wieder freigeben.

Für verloren gegangene Gegenstände hat die GGV unterdessen die E-Mail-Adresse fundsachen@fasching-ganderkesee.de eingerichtet. GGV-Sprecher Timo Vetter wies noch einmal darauf hin, dass die Fundsachen noch bis Rosenmontag im Narrenzelt abgeholt werden können.

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