Tatvorwurf an Bremer: Versuchter Mord in zwei Fällen Pfosten-Werfer stehen vor Gericht

Harpstedt. Sie sollen mutmaßlich das Leben von mehreren Autofahrern gefährdet haben: Die zwei Tatverdächtigen, die im Dezember 2009 Leitpfosten auf die Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Harpstedt geworfen haben sollen, stehen ab Donnerstag vor dem Landgericht in Oldenburg.
19.05.2010, 05:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Janina Heyn

Harpstedt. Sie sollen mutmaßlich das Leben von mehreren Autofahrern gefährdet haben: Die zwei Tatverdächtigen, die im Dezember 2009 Leitpfosten auf die Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Harpstedt geworfen haben sollen, stehen ab morgen vor dem Landgericht in Oldenburg. Den Angeklagten wird gemeinschaftlicher, versuchter Mord vorgeworfen. Derzeit befinden sich die zwei jungen Männer in Untersuchungshaft.

Rückblick: Die beiden Heranwachsenden, ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger aus Bremen, sollen gemeinsam am 1. und 16. Dezember 2009 jeweils zwei Leitpfosten von einer Autobahnbrücke im Bereich der Gemeinde Harpstedt auf die Autobahn 1 geworfen haben.

Die Fahrer auf der Autobahn reagierten geistesgegenwärtig und so kam kein Autofahrer zu Schaden. Im ersten Fall konnte der Fahrer eines Sattelzuges dem herabfallenden Leitpfosten noch in letzter Sekunde ausweichen.

Im zweiten Fall am 16. Dezember überholte ein 28-jähriger Fahrer eines Toyotas aus Münster gerade einen Lastwagen, als plötzlich zwei Leitpfosten von der Brücke auf die Fahrbahn fielen. Dabei prallten beide Leitpfosten im vorderen Bereich auf den Toyota. Der 28-Jährige behielt jedoch die Nerven und konnte mit einer Vollbremsung sein Fahrzeug zum Stehen bringen. Laut Polizei wurden weder Fahrer noch der 42-jährige Beifahrer verletzt. Beide Unfälle wurden von den betroffenen Fahrern der Polizei gemeldet; sie erstatteten Anzeige gegen unbekannt.

Die Fahnder konnten die mutmaßlichen Täter schließlich ausfindig machen, sie wurden festgenommen. Der Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an, in der sich die beiden Heranwachsenden nach kurzer Unterbrechung auch wieder befinden, erklärte Mario von Häfen, Pressesprecher des Landgericht Oldenburgs, gestern auf Nachfrage. Sie haben ein Teil-Geständnis abgelegt. Beide gaben zu, dass sie es waren, die die Pfosten von der Brücke geworfen hatten. Gezielt wollen sie die Pfosten aber nicht geworfen haben und streiten damit den Mordversuch ab.

Anfang März hatte die Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage gegen die zwei jungen Männer erhoben. Der Vorwurf lautet 'versuchter heimtückischer Mord in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr in zwei Fällen'.

Im März Anklage erhoben

Wie hoch die Strafe für die beiden ausfallen wird, hängt davon ab, ob das Gericht nach dem Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht urteilt, so Landgerichts-Pressesprecher Mario von Häfen. Da es sich bei den Tätern um Heranwachsende handelt, muss das Gericht entscheiden, welchen Maßstab es anlegt. Ausschlaggebend dafür sei die 'geistige Reife' der Angeklagten, erklärte von Häfen.

Werde das Jugendstrafrecht angewandt, so können die vermeintlichen Täter mit einer Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren rechnen. Erfolgt eine Verurteilung nach dem Erwachsenenstrafrecht, sind 15 Jahre Freiheitsentzug möglich. Beide Strafen können durch das Gericht gemildert werden.

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