Große Delegation aus Bergedorf findet im Fachausschuss viele Sympathien in den Fraktionen Plädoyers für Ohe-Radweg beeindrucken Verkehrspolitiker

Ganderkesee-Bergedorf. Mit einer großen Delegation waren Bürgerinnen und Bürger aus Bergedorf am Donnerstagabend zur Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr gekommen, um dort für einen etwa 1,6 Kilometer langen Radweg entlang der Straße Ohe zu kämpfen. Den hatte die Verwaltung aufgrund der nicht unerheblichen Kosten in Höhe von rund 440 000 Euro in ihrer Vorlage schon fast zu den Akten gelegt.
03.02.2017, 00:00
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Plädoyers für Ohe-Radweg beeindrucken Verkehrspolitiker
Von Jochen Brünner

Ganderkesee-Bergedorf. Mit einer großen Delegation waren Bürgerinnen und Bürger aus Bergedorf am Donnerstagabend zur Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr gekommen, um dort für einen etwa 1,6 Kilometer langen Radweg entlang der Straße Ohe zu kämpfen. Den hatte die Verwaltung aufgrund der nicht unerheblichen Kosten in Höhe von rund 440 000 Euro in ihrer Vorlage schon fast zu den Akten gelegt.

Und der Besuch hätte erfolgreicher kaum sein können: Weil CDU-Ratsherr Günter Westermann Beratungsbedarf angemeldet hatte, vertagte der Ausschuss die endgültige Entscheidung zwar noch einmal. Aber in den Statements der Fraktionen war bereits viel Wohlwollen für das Anliegen der Bergedorfer zu erkennen. Und auch Fachbereichsleiter Peter Meyer begrüßte den Aufschub mit dem Hinweis, dass die Verwaltung auf diese Weise ebenfalls Gelegenheit erhalte, ihre Vorlage zum Thema Ohe-Radweg noch einmal zu überarbeiten.

Der geäußerte Beratungsbedarf ist ausschließlich Ausdruck dafür, dass sich der Wind in dieser Angelegenheit gerade zugunsten der Bergedorfer dreht. Tatsächlich nämlich liegen die entsprechenden Anträge von den Fraktionen der SPD und der FDP schon lange genug auf dem Tisch, damit sich die Politiker eine Meinung bilden konnten. Die CDU hatte angeregt, auch Alternativen zu prüfen. Aber in der Einwohnerfragestunde hatte nicht nur Friedhard Johannes, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, ein leidenschaftliches Plädoyer für den Radweg gehalten, auch die beiden Ohe-Anwohner Inga Cording und Gerald Helmbold unterstützten Johannes in seiner Argumentation. Seit 30 Jahren würden sich die Bergedorfer nun schon einen Radweg an der Straße wünschen, die viele Kinder als Schulweg nutzen würden, erklärte Cording. Gefährlich sei die Straße nicht nur, weil dort viele Lastwagen fahren würden, sondern auch, weil es eine schlecht einzusehende Kurve gebe und sich viele Verkehrsteilnehmer zudem nicht an die vorgeschriebenen Tempolimits halten würden.

Die Verwaltung war mit der Position in die Sitzung gegangen, lieber den Wirtschaftsweg Hinter den Bräken zu einem befestigten Radweg auszubauen, der in der günstigsten Variante für 40 000 bis 75 000 Euro zu haben wäre. Im Gegensatz zu den Anwohnern stufen die Experten im Rathaus die Verkehrsbelastung der Straße „insgesamt als gering“ ein.

„Auf den Ohe-Radweg darf nicht verzichtet werden“, stellte SPD-Wortführer Marcel Dönike klar, und auch FDP-Chefin Marion Daniel betonte: „Wir halten an dem Ohe-Antrag fest. Nur das ist eine echte Lösung.“ Dem Vorschlag von Dönike, die Straße Hinter den Bräken so lange als provisorischen Radweg herzurichten, bis der Ohe-Radweg fertig ist, konnte Daniel dagegen nichts abgewinnen. „Warum brauchen wir ein Provisorium, wenn der Radweg an der Ohe sowieso gebaut wird?“, fragte sie. Auch Arnold Hansen von den Freien Wählern meinte: „Wenn wir uns für den Ohe-Radweg entscheiden, brauchen wir Hinter den Bräken kein zusätzliches Geld zu versenken.“ Jens Volbert (Grüne) äußerte ebenfalls viel Sympathie für den Ohe-Radweg, hielt es aber für klug, zunächst die Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes abzuwarten. Die UWG habe laut Thorsten Busch zunächst die Lösung Hinter den Bräken präferiert, will das Thema jetzt aber noch einmal neu überdenken.

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