Platt in Ganderkesee

Plattdüütsche Week erreicht rund 900 meist jüngere Teilnehmer

Das Organisationsteam zieht ein zufriedenes Fazit des diesjähirgen Mundart-Festivals. Die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe, die vom 11. bis 17. November 2018 stattfindet, laufen bereits.
20.11.2017, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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Plattdüütsche Week erreicht rund 900 meist jüngere Teilnehmer
Von Jochen Brünner
Plattdüütsche Week erreicht rund 900 meist jüngere Teilnehmer

Zauberer Heiko Mielke alias Herr Heikel begeisterte im Rahmen der Plattdüütschen Week diesmal die Grundschüler in Heide und Bookholzberg.

Hauke Gruhn/Gemeinde Ganderkesee

Ganderkesee. Das Organisationsteam der 10. Plattdüütschen Week blickt auf eine gelungene Jubiläumsausgabe zurück. Da es sich diesmal um die „lütje“ Ausgabe handelte, bekamen vor allem die jüngeren Ganderkeseer ein volles Programm rund um die alte Heimatsprache geboten. „Die wenigsten Kinder sprechen zu Hause noch regelmäßig Platt. Aber es hat sich wieder mal gezeigt, wie leicht es ist, sich in die Sprache reinzuhören“, sagt Mitorganisatorin Meike Saalfeld aus dem Rathaus.

Bei den Vorlesewettbewerben hätten die Dritt- und Viertklässler wieder „super Leistungen“ gezeigt, meint Plattdeutschbeauftragter Dirk Wieting. „Man konnte richtig merken, wie viel Spaß es den Teilnehmern bereitet hat.“ 59 Kinder haben in diesem Jahr bei den Wettbewerben mitgemacht. „Wenn man die ganzen Eltern, Großeltern, Geschwister und Lehrer mitzählt, kommen wir aber locker auf 200 Mitwirkende“, betont Wieting.

„Töveree, Jonglasch un dum Tüch schnacken“ – unter diesem Motto standen die Zaubervorstellungen von „Herrn Heikel“ alias Heiko Mielke. Die Auftritte des 2,02 Meter großen Kleinkünstlers wurden sowohl in der Grundschule Heide als auch in der Grundschule Bookholzberg begeistert aufgenommen. Rund 200 Schülerinnen und Schüler des ersten und zweiten Jahrgangs feierten den schon in seiner Erscheinung imposanten Zauberer aus Schleswig-Holstein etwa für seine Einlage als „Luftballon-Fakir“.

Da meiste Publikum zogen insgesamt die Billerbook-Kinos. Bei den öffentlichen Vorführungen in der Gemeindebücherei Ganderkesee und Bookholzberg ließen sich 25 Kinder die Geschichte von „Pummel Plüschmoors“ erzählen, natürlich überwiegend „op Platt“. Den 17 Vorstellungen in zwölf Kitas lauschten rund 380 kleine Zuhörer mit ihren etwa 20 Erzieherinnen und Erziehern.

Den feierlichen Höhepunkt bildete der plattdeutsche Gottesdienst unter dem Motto „zehn Jahre Plattdüütsche Week“. Pastor Ingmar Hammann aus Neuenhuntorf und Warfleth hielt die Predigt. Musikalische Unter-stützung bekam er vom Akkordeonorchester „Die Bremer Stadtmusikanten“ und Kreiskantor Thorsten Ahlrichs. Dem Gottesdienst in der St. Cyprian- und Cornelius-Kirche zu Ganderkesee folgten etwa 80 zum Teil ältere Erwachsene.

„Dor weer för jeden een wat dorbi“, fasst Meike Saalfeld die Woche zusammen. „Insgesamt haben wir über 900 Menschen direkt mit Plattdeutsch in Kontakt gebracht.“ Über die Social-Media-Kanäle seien zusätzlich etwa 13 500 Menschen mit den einzelnen Beiträgen zur 10. Plattdüütschen Week erreicht worden.

Die Vorbereitungen für die 11. Plattdüütsche Week, die vom 11. bis 17. November 2018 stattfindet, sind derweil bereits angelaufen. Dann steht bei dem Mundart-Festival, das einst Bürgermeisterin Alice Gerken ins Leben gerufen hat, wieder die „grode“ Variante an. Herzstück soll erneut die „Gala Platte“ mit bekannten Künstlern sein.

Für Dirk Wieting wird es dann das letzte Mal sein, dass er sich in seiner Funktion als Plattdeutsch-Beauftragter in die Organisation einbringt. Ende 2018 will er seinen Posten zur Verfügung stellen, um sich ganz auf seine Aufgabe als Vorsitzender des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst konzentrieren zu können. Zuvor muss ihn der Gemeinderat aber noch offiziell für ein weiteres Jahr bestätigen. Der Ausschuss für Bildung und Kultur hat dies in der vergangenen Woche bereits einstimmig getan.

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