Aufklärungsquote bleibt hoch

Corona sorgt für weniger Einbrüche

Die Polizei hat für den Bereich Oldenburg Land und die kreisfreie Stadt Delmenhorst ihre Kriminalstatistik für 2020 vorgelegt.
24.03.2021, 14:50
Lesedauer: 2 Min
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Corona sorgt für weniger Einbrüche
Von Gerwin Möller
Corona sorgt für weniger Einbrüche

Die Kriminalstatistik 2020 weist weniger Einbrüche als im Vorjahr aus. Die Polizei führt dies auch auf die Corona-Pandemie zurück (Symbolbild).

Daniel Maurer/dpa

Auch für die Polizeiarbeit war das Jahr 2020 von besonderen Herausforderungen gekennzeichnet. Am Mittwoch hat die Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch ihre Kriminalstatistik für das zurückliegende Jahr vorgestellt. „Das Jahr hat allen viel abverlangt und Einschränkungen mit sich gebracht - es war ein Jahr geprägt durch die Corona-Pandemie, die auch die Polizei mit vielen Neuerungen und einem bislang neuen Aufgabenbereich konfrontiert hat“, sagte Inspektionsleiter Jörn Stilke. Damit sprach er den Schutz der Bürger vor der Infektion durch die Überprüfung der Einhaltung der Corona-Schutzverordnung an.

Die Statistik weist bei den Fallzahlen in ihrer Gesamtheit einen Anstieg um 311 Straftaten aus (insgesamt waren es 15.849). Man bewege sich damit weiterhin im Langzeitvergleich auf einem niedrigen Niveau. Zufrieden ist Stilke mit einer Aufklärungsquote von 64,13 Prozent.

Durch die Corona-Pandemie habe eine Verlagerung der Delikte stattgefunden. Fehlende Großveranstaltungen und geschlossene Geschäfte ließen Tatgelegenheiten wegbrechen. Beispielsweise wurden weniger Laden- und Fahrraddiebstähle verzeichnet.

Einen Schwerpunkt, den die Polizei in den vergangenen Jahren sehr stark in den Fokus genommen hat, ist die Bekämpfung der Kinderpornographie. Dort hat die Anzahl an auszuwertenden Datenmengen deutlich zugenommen, was auch mit einem Anstieg der Fallzahlen einhergeht. Das für die Bearbeitung dieses sensiblen Deliktfeldes zuständige Kommissariat wurde personell verstärkt. Die Ermittlungsverfahren werden äußerst akribisch und von besonders geschulten Polizeibeamten bearbeitet, sodass ein Großteil der Fälle (93 Prozent) aufgeklärt werden konnte.

Unter die Kategorie der Eigentumsdelikte fallen jegliche Diebstahlsformen, wie zum Beispiel Ladendiebstahl, einfache und schwere Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, Büroräumen und Geschäftsfilialen sowie Fahrraddiebstähle. Im Jahr 2020 wurde erneut ein deutlicher Rückgang der Eigentumsdelikte, zu denen auch Wohnungseinbrüche zählen, um 335 Taten auf 4.379 verzeichnet. Dazu habe, so mutmaßt die Polizei, wohl auch die Corona-Pandemie beigetragen, da sich die Menschen vermehrt zu Hause aufgehalten haben.

Rohheitsdelikte umfassen Straftaten, die auf den Menschen persönlich abzielen und ihn in seiner Ehre oder sogar seiner Gesundheit verletzen. Diese Delikte sind für die Betroffenen häufig schwer zu verarbeiten und können lange nachwirken. Zu nennen sind hier zum Beispiel Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen. Besonders erfreulich ist deswegen, dass die Polizeiinspektion einen Großteil der Taten aufklären konnte. Die Aufklärungsquote lag bei 91,09 Prozent.

Im Bereich des Deliktfeldes „Häusliche Gewalt“ wurden im Jahr 2020 697 Taten polizeilich registriert. Im Jahr 2019 waren es 710 Taten. Allerdings gibt es im Deliktsbereich „Häusliche Gewalt“ grundsätzlich ein hohes Dunkelfeld, da nur ein Teil der Taten bei der Polizei angezeigt wird.

Unter Rauschgiftkriminalität werden alle Delikte verstanden, die in Zusammenhang mit illegalen Betäubungsmitteln stehen. Dies sind unter anderem der unerlaubte Besitz, der unerlaubte Handel sowie der unerlaubte Anbau beziehungsweise die unerlaubte Herstellung solcher Mittel. Die Zahl der Rauschgiftdelikte blieb im Jahr 2020 weitgehend konstant.

Auch die Fallzahlen im Bereich der Internetkriminalität blieben im Vergleich zu den Vorjahren weitestgehend konstant. Im Jahr 2020 verzeichnete die Polizeiinspektion 563 Delikte und somit 28 Taten mehr als im Vorjahr.

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