Betrugsfall im Juni in Delmenhorst / Erneut unseriös wirkende Werbung aufgetaucht Polizei warnt vor Billig-Teppichreinigungen

Delmenhorst (ab). „Das Böse ist immer und überall“, sang die Erste Allgemeine Verunsicherung bereits 1985. Und, das muss man einfach mal so platt feststellen: Sie hatte Recht.
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Von Andreas D. Becker

„Das Böse ist immer und überall“, sang die Erste Allgemeine Verunsicherung bereits 1985. Und, das muss man einfach mal so platt feststellen: Sie hatte Recht. Die Polizei warnt jetzt nämlich vor unseriösen Teppichwäschern. Deren Trick: Sie überreden ihre Kunden, einen Teppich reinigen oder reparieren zu lassen – allerdings kommt das gute Stück dann weder fachmännisch gereinigt noch fachmännisch repariert zurück. Und dafür muss auch noch ein vollkommen überzogener Preis bezahlt werden.

So schon einmal geschehen Anfang Juni 2015 in Delmenhorst mit einer Teppichwäscherei an der Bremer Straße, die dort nur kurze Zeit ansässig gewesen sein soll. Der Betreiber hat sein Geschäft über Nacht verlassen und ist seitdem verschwunden. Im Zusammenhang mit dieser Teppichwäscherei sind seinerzeit mehrere Anzeigen wegen Betruges und eine Anzeige wegen Unterschlagung eines Teppichreinigungsgerätes bei der Polizei erstattet worden.

Jetzt wurden die Gesetzeshüter wieder hellhörig, beim Leeren der Briefkästen oder beim Durchblättern der Tageszeitung. Denn: „In Flyern und Zeitungsanzeigen werben in regelmäßigen Abständen Firmen, die beispielsweise günstig eine Biowäsche oder eine Reparatur von Teppichen anbieten. Bei den hier beschriebenen Firmen handelt es sich üblicherweise um Neugründungen und nicht um alteingesessene Betriebe“, teilen die Gesetzeshüter mit. Und da die Angebote durchaus verlockend klängen, werden auch immer wieder Opfer gefunden.

Das Vorgehen der Betrüger: Sie bieten neben der Reinigung auch einen kostenlosen Bring- und Abholservice an. Bei einem telefonisch vereinbarten Termin würden die Teppiche von den Betrügern in der Wohnung der Opfer begutachtet und ein Preis für die Reinigung veranschlagt. Die Betrüger bedrängten ihre meist älteren Opfer so lange, bis sie der Reinigung zustimmen. Der Preis sei für die angebotene Leistung viel zu hoch. Das Geld verlangten die Täter bei Rückgabe der Teppiche in bar. Aufgrund des bekannt gewordenen Falls aus dem Juni warnt die Polizei dringend davor, auf unseriöse Inserate von Teppichreinigungsfirmen zu reagieren und sich auf Haustürgeschäfte einzulassen. Angebote sollten vielmehr ausschließlich über den Fachhandel eingeholt werden. Wer an der Seriosität eines Angebots zweifelt, sollte lieber eine zweite Meinung einholen, alternativ Nachbarn oder die Polizei verständigen.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei auch auf Empfehlungen des Arbeitskreises Teppichwäscher und des Deutschen Textilreinigungsverbandes hin. Wichtig ist demnach ein formal einwandfreies Angebot mit einer exakten Firmenanschrift, einem Ansprechpartner, Telefonnummer und so weiter. Der Kunde sollte immer eine Rechnung verlangen – seriöse Teppichwäscher händigen eine Rechnung in jedem Fall aus. Auf der Rechnung muss die Steueridentifikationsnummer stehen.

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