Präventionstag Aufklären und Denkprozesse anstoßen

Beim Präventionstag wurden Neuntklässler am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst sensibilisiert. Thematisiert wurden Medienkonsum, Cannabis-Legalisierung und Auswirkungen von Alkohol und Drogenkonsum.
30.09.2022, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Aufklären und Denkprozesse anstoßen
Von Desiree Bertram

Wie viele Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, waren alkoholbedingt? Wie lange ist regelmäßiger Cannabiskonsum im Urin nachweisbar? Unter anderem diese Fragen wurden jetzt beim Präventionstag am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst beantwortet. Schüler des neunten Jahrgangs konnten vier verschiedene Workshops besuchen. Diese wurden jeweils von Akteuren der Suchtberatung, Polizei und Stadtverwaltung organisiert. Thematisiert wurden dabei Medienkonsum, Cannabis-Legalisierung, Auswirkungen von Alkohol auf Konfliktpotenzial und Verkehrssicherheit sowie Alkohol- und Drogenkonsum auf Partys.

"Ich finde gut, dass über Drogen aufgeklärt wird", sagte Clemens. Dem 14-Jährigen war zwar schon das meiste von den vermittelten Inhalten bewusst, aber seiner Meinung nach könne man nicht oft genug darüber sprechen: "Gerade Cannabis ist ja weit verbreitet." Auch, dass über Medienkonsum gesprochen wurde, findet der Schüler hilfreich: "Wir haben Mediennutzung in sinnvoll und nicht sinnvoll gegliedert – zum Beispiel für schulische Inhalte oder wenn man in seiner Freizeit Videos auf Tik-Tok anschaut." Die Gespräche mit den Organisierenden der Workshops haben geholfen, mal eine andere Perspektive einzunehmen. Denn man selbst habe laut Clemens meistens eine andere Sichtweise: "Man nimmt oftmals gar nicht wahr, ob man zu viel soziale Medien nutzt oder zu lange Videospiele spielt."

Streifenwagen angeschaut

Seine Mitschülerin Nina besuchte den Kurs, der Alkoholkonsum auf Partys behandelte: "Ich habe damit noch keine Erfahrungen gemacht, aber uns wurde erklärt, wie man sich verhalten kann." Besonders beeindruckend fand sie den Workshop, bei dem ein Polizist über Alkoholeinfluss im Straßenverkehr sprach: "Wir sind gemeinsam hinausgegangen und haben uns den Streifenwagen angeschaut." Dabei zeigte der Beamte auch, wie Menschen abgeführt werden.

Die 14-jährige Sina fand die Angebote des Präventionstages nicht so aufschlussreich: "Ein Großteil von dem Erzählten war mir schon bewusst." Gerade bei dem Workshop, der Drogen thematisierte, hätte sich die Schülerin gewünscht, wenn ein ehemaliger Betroffener von seinen Erfahrungen berichtet hätte. "Dann würde man die Ausmaße besser nachvollziehen können", sagte Sina. Sie vermutet, dass das eine prägendere Wirkung für die Schüler hätte.

Denkprozess anstoßen

Diesen Verbesserungsvorschlag nahm Tim Berthold, Delmenhorster Präventionsfachkraft bei der Drogenberatung, an und erklärte, dass es Gespräche mit einer Fachklinik darüber gäbe: "Vor Corona hatten wir bereits Betroffene bei manchen Workshops miteinbezogen." Dass einige Schüler berichteten, dass sie schon viel von Inhalten wussten, sieht Berthold positiv: "Ich gebe lieber doppelte Informationen, anstatt die Schüler zu spät zu informieren." Gerade bei Schulveranstaltung gehe es darum, die breite Masse zu erreichen. Einige wurden zuvor schon aufgeklärt, andere noch nicht: "Ich hoffe, bei den Jugendlichen einen Denkprozess angestoßen zu haben."

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