Angeklagter soll Bekannten so massiv verletzt haben, dass er starb

Prozess um Tod nach Schlägen und Tritten bei Trinkgelage

Delmenhorst·Oldenburg. Er soll einem Bekannten so schlimme Verletzungen zugefügt haben, dass dieser im Nachhinein daran starb. Wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ muss sich ein 48-jähriger Delmenhorster nun ab nächsten Dienstag, 12.
06.04.2016, 00:00
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Prozess um Tod nach Schlägen und Tritten bei Trinkgelage
Von Christina Steinacker

Er soll einem Bekannten so schlimme Verletzungen zugefügt haben, dass dieser im Nachhinein daran starb. Wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ muss sich ein 48-jähriger Delmenhorster nun ab nächsten Dienstag, 12. April, vor der Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichts verantworten.

Weshalb die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern so eskalierte, sei unklar, erklärt Landgerichtssprecher Michael Herrmann. Fest steht aber: Es floss reichlich Alkohol. Der Angeklagte soll ihn in einer Delmenhorster Wohnung gemeinsam mit dem Opfer sowie einer ebenfalls anwesenden Frau konsumiert haben. Alle drei seien Alkoholiker gewesen und lebten in Delmenhorst, wobei der Angeklagte keinen festen Wohnsitz hatte, so Herrmann. Der 48-Jährige, der seit dem Vorfall in U-Haft sitzt, soll zunächst die Frau angegriffen haben. „Sie bekam einen Schlag ins Gesicht, woraufhin ihr der Geschädigte zu Hilfe eilte und selbst alles abbekam“, gibt Herrmann den Hergang aus Sicht der Anklage wieder. Massive Verletzungen wurden beim Opfer festgestellt: Brüche der zweiten bis zwölften Rippe sowie eines Halswirbels, sie sollen überwiegend durch Tritte in den Brust- und Kopfbereich entstanden sein. Die Rippenbrüche führten dann zu einer Einschränkung der Atemexkursion, wodurch eine todesursächliche Lungenentzündung entstanden sein soll.

Das Opfer habe nach den Schlägen aber trotzdem noch weitergetrunken, heißt es. „Ein paar Tage später geht es ihm dann schlecht, er bricht zusammen.“ Am 3. Juli 2015 starb der Mann nach einer zunächst erfolgreichen Reanimation im Klinikum.

Der Angeklagte soll sich einer „Körperverletzung mit Todesfolge“ schuldig gemacht haben, da er den Tod des Opfers nicht vorsätzlich herbeigeführt habe, aber die Körperverletzung schon, was juristisch als „Vorsatz-Fahrlässigkeitskombination“ bezeichnet wird. „Wer so schlägt“, erklärt Herrmann, „für den ist es vorhersehbar, dass ein Mensch daran stirbt.“

Fünf Verhandlungstage sind angesetzt.

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