Nur wenige Interessierte informierten sich beim „Marktplatz Klimaschutz“ über das Programm

Quartierssanierung noch nicht präsent

Ganderkesee. Mit einem „Marktplatz Klimaschutz“ haben Vertreter der Gemeinde Ganderkesee sowie des Ingenieurbüros BEKS: Energie-Effizienz am Donnerstag das größte Sanierungsprojekt in der Geschichte der Gemeinde Ganderkesee eingeläutet. In zwei festgelegten „Quartieren“ im Kernort Ganderkesee und in Bookholzberg, in denen mehr als 8000 Menschen leben, stehen etwa 2800 Gebäude im Fokus der Energieoptimierer.
03.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Quartierssanierung noch nicht präsent
Von Jochen Brünner

Ganderkesee. Mit einem „Marktplatz Klimaschutz“ haben Vertreter der Gemeinde Ganderkesee sowie des Ingenieurbüros BEKS: Energie-Effizienz am Donnerstag das größte Sanierungsprojekt in der Geschichte der Gemeinde Ganderkesee eingeläutet. In zwei festgelegten „Quartieren“ im Kernort Ganderkesee und in Bookholzberg, in denen mehr als 8000 Menschen leben, stehen etwa 2800 Gebäude im Fokus der Energieoptimierer. Allerdings blieb die öffentliche Resonanz auf die Angebote des „Marktplatzes Klimaschutz“ zunächst mager und nur wenige Hauseigentümer und andere Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich an den sechs verschiedenen Themeninseln zu informieren.

Mehrere Experten standen für alle Fragen rund um die Quartierssanierung zur Verfügung. Während Heinz Lindemann etwa über Fragen von Dämmung und die Qualität verschiedener Fenster informierte, ging es am Stand von Jessica Mangels um das Thema Mobilität. Überraschende Erkenntnis: Elektroautos, die mit konventionellem Strom fahren, verursachen fast so viel Kohlendioxid, wie ein Fünf-Liter-Benziner. Nur die Ökostrom-Autos haben eine deutlich bessere Energiebilanz. Weitere Themen waren natürlich die Vorstellung der Quartiersgrenzen und der einzelnen Handlungsfelder sowie die Möglichkeit, im Haushalt Energie zu sparen, was Lars Heibeck anhand von verschiedenen Glühlampen demonstrierte. So erfuhren die Besucher etwa auch, dass ein Kühlschrank der Klasse „A+++“ nur noch halb soviel Strom verbraucht wie ein Kühlschrank der Klasse „A+“. Und im Vergleich mit der Energieeffizienzklasse „C“ würde das neue Gerät 480 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

Das Energiespar-Glücksrad war mit einem kleinen Quiz verbunden, bei dem es praktische Preise wie Kühlschrank-Thermometer oder Energiesparlampen zu gewinnen gab. Energieberater Stephan Goedeker beantwortete unterdessen Fragen zur energetischen Sanierung sowie zu entsprechenden Fördermöglichkeiten. Vor dem Rathaus konnten Interessierte Elektrofahrräder ausprobieren, doch dieses Angebot litt entschieden unter dem regnerischen Wetter.

„Wir haben aber nicht nur die Häuser, sondern auch die Infrastruktur und die Umgebung im Blick“, erklärte Silke Strüber, Projektbetreuerin bei der Energieeffizienzagentur. Ein ganzes Jahr lang wollen sich die Verantwortlichen zunächst Zeit nehmen, um mit Hilfe der Bevölkerung ein konkretes Konzept und etwa 20 bis 25 Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um deren Realisierung sich dann der Sanierungsmanager kümmern soll, den die Verwaltung zu diesem Zweck eigens einstellt. „Die entsprechende Stelle ist ja im Haushalt geschaffen, nun soll sie innerhalb der nächsten Tage ausgeschrieben werden“, kündigte Klimaschutzmanager Lars Gremlowski an. Eine der wesentlichen Aufgaben des Sanierungsmanagers wird aber erst einmal sein, das Thema Quartierssanierung in die Köpfe der Menschen zu bringen, wo es bislang jedenfalls noch nicht ganz angekommen zu sein scheint.

Am kommenden Dienstag, 7. März, ebenfalls in der Zeit von 16 bis 20 Uhr, bauen die Initiatoren den „Marktplatz Klimaschutz“ noch einmal im Foyer des Berufsförderungswerkes in Bookholzberg, Apfelallee 1, auf, um auch die Bürgerinnen und Bürger des Gemeindenordens zu informieren. Weiterhin liegen in den Inkoop-Märkten in Ganderkesee und Bookholzberg Fragebögen aus, mit deren Hilfe sich die Verantwortlichen einen Überblick über den baulichen Zustand der Gebäude in den beiden Quartieren verschaffen wollen.

Für Mittwoch, 29. März, ist ein weiterer Workshop geplant, bei dem vor allem die Fragestellungen der Privathaushalte im Fokus stehen sollen. Am Donnerstag, 6. April, soll es dann um die Energieeffizienz der Gewerbebetriebe gehen. Silke Strüber betont übrigens, dass die Quartiere nur der Methodik dienten und nicht als starre Grenzen zu verstehen sind. „Natürlich wollen wir Maßnahmen entwickeln, die auf den gesamten Ort übertragbar sind.“

Für sämtliche Informationen zum Thema Quartierssanierung hat die Verwaltung auch die Internetseite www.ganter-quartier.de eingerichtet.

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