Unfallstatistik für Delmenhorst, Landkreis Oldenburg und die Autobahnen Radfahrer sollen besser erzogen werden

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. In Delmenhorst, im Landkreis Oldenburg und auf den Autobahnen in den beiden Kommunen gab es 2009 vergleichsweise wenige Verkehrsunfälle. In Delmenhorst und im Landkreis waren es ein paar mehr als 2008, auf den Autobahnen dagegen weniger.
17.03.2010, 05:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Die Zahlen sind immer noch gut, keine Frage: In Delmenhorst, im Landkreis Oldenburg und auf den Autobahnen in den beiden Kommunen gab es 2009 vergleichsweise wenige Verkehrsunfälle. In Delmenhorst und im Landkreis waren es ein paar mehr als 2008, auf den Autobahnen dagegen weniger. Die beste Nachricht kam dabei aus dem Landkreis: Es gab 2009 nicht einen einzigen Verkehrstoten.

In Delmenhorst starben im vergangenen Jahr dagegen vier Menschen bei einem Verkehrsunfall. Zudem wurden 355 Menschen verletzt, 35 schwer, 320 leicht. 'Das ist aber immer noch einer der niedrigsten Werte der vergangenen zehn Jahre', sagte Polizei-Hauptkommissar Artur Arkenau, der die Zahlen vorstellte. Wenn dann noch berücksichtigt wird, dass die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge innerhalb eines Jahres um 344 Fahrzeuge zugenommen hat, ist der Wert - zumindest rein statistisch - sogar richtig gut. 'Aber natürlich ist jeder Verletzte und Tote einer zu viel', betonte Thomas Weber, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion Delmenhorst .Trotzdem ist die Polizei zufrieden mit den Zahlen: Die verstärkten Anstrengungen zur Verkehrssicherheit wirken sich jetzt langsam aus.

Gefährliche Radfahrer

Ein besonderes Augenmerk will die Polizei in diesem Jahr auf die Radfahrer legen. 2009 passierten nämlich 210 Unfälle mit Radfahrern - und daran sind die zu einem guten Teil selbst Schuld. 'Das werde ich mir so nicht mehr gefallen lassen', sagte Arkenau. Soll heißen: Fahrradfahrer werden deutlich strenger kontrolliert in diesem Jahr. Er monierte, dass sich die Radler viel zu selten an die Verkehrsregeln halten, rote Ampeln würden in der Regel nur bei hohem Verkehrsaufkommen beachtet, Vorfahrtsregeln ständig missachtet, Straßen ohne Rücksicht überquert und so weiter. Ein weiteres Problem ist laut Arkenau, dass viele Autofahrer die Geschwindigkeit von Fahrradfahrern unterschätzen. 'Die fahren nicht mehr zehn oder 15 Kilometer pro Stunde, die fahren heute 25 oder 30.'

Die Zahl der alkoholisierten oder unter Drogeneinfluss stehenden Fahrer ging dagegen zurück. 'Bei denen, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen, hatten die meisten THC, also Haschisch oder Marihuana, und Ecstasy zu sich genommen', sagte Arkenau. Auch im Landkreis gingen diese Zahlen deutlich nach unten. 'Unser Spitzenwert im Landkreis war ein 47-jähriger Pkw-Fahrer mit 3,46 Promille.' Allerdings hatten 41 der 89 im Landkreis mit Alkohol aufgefallene Autofahrer mehr als 1,6 Promille. 'Wer mit diesem Wert erwischt wird, muss direkt zur medizinisch-psychologischen Untersuchung, also zum Idiotentest.'

Gestiegen sind sowohl in der Stadt als auch auf dem Land die Zahl der Unfallfluchten. Meistens handelt es sich um Beschädigungen auf Parkplätzen. 'Aber auch da kann der Führerschein weg sein, wenn man erwischt wird', führte Arkenau aus, dass vielen gar nicht bewusst sei, welches Risiko sie eingingen. Zudem rief die Polizei auch in diesem Zusammenhang zur Zivilcourage auf: Wer einen Parkplatzrempler beobachte, solle sich die Autonummer notieren und der Polizei melden. Die Polizei konnte ihre Aufklärungsquote von Unfallfluchten übrigens deutlich verbessern.

Positiv fiel auch die Bilanz von Ralf Burdorf von der Autobahnpolizei in Ahlhorn aus, die sich um die Autobahnen1, 28 und 29 kümmert. 'Wir haben 13,34 Prozent weniger Unfälle registriert, allerdings gab es zwei Unfälle, bei denen insgesamt vier Menschen starben.' Auf der viel befahrenen A1 habe sich laut Burdorf im Vorjahr die Wirtschaftskrise bemerkbar gemacht, das Verkehrsaufkommen schrumpfte. 'Auf der A28 blieben die Zahlen dagegen konstant.' Die der Unfälle nahm dagegen zu, was vor allem auf die Baustelle zwischen Hude und Hatten zurückzuführen ist. Baustellen sind immer gefährlich, vor allem wenn sie auch noch eng sind wie auf diesem Teilstück, wo vier Spuren auf den normalen zweien zusammengelegt wurden. Auf dem Delmenhorster Gebiet der A28 ist die Zahl der Unfälle dagegen zurückgegangen, nachdem der Großumbau beendet war.

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