Einkaufszentrums-Standort gefunden Rat votiert mehrheitlich für den Stadtwall

Delmenhorst. Die Würfel sind gefallen: Das Einkaufszentrum soll am Stadtwall entstehen. Dafür hat sich der Stadtrat am Donnerstag nach langer Sitzung mit Mehrheit entschieden. Von den 43 stimmberechtigten Ratsleuten votierten in geheimer Abstimmung 25 für den Stadtwall.
11.03.2010, 22:50
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Rat votiert mehrheitlich für den Stadtwall
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Die Würfel sind gefallen: Das Einkaufszentrum soll am Stadtwall entstehen. Dafür hat sich der Stadtrat am Donnerstag nach langer Sitzung mit Mehrheit entschieden. Von den 43 stimmberechtigten Ratsleuten votierten in geheimer Abstimmung 25 für den Stadtwall und 15 für den Knick, drei Parlamentarier hatten 'Nein' angekreuzt, sie wollen generell kein Einkaufscenter.

Und lagen damit auf gleicher Wellenlänge wie die Bürger, die für ihre Redebeiträge viel Applaus der mehr als 150 Zuschauer in der Aula des Gymnasiums an der Willmsstraße bekamen. Nach über zweieinhalbstündiger Debatte, in der die Vertreter der einzelnen Fraktionen abermals die Argumente für und gegen die beiden Standorte ausgetauscht hatten, war es zu der von den wenig verbliebenen Bürgern lang ersehnten Abstimmung gekommen.

Uwe Dähne (FDP) hatte die geheime Abstimmung beantragt, an der sich Bürgermeister Sascha Voigt (UAD) nicht beteiligt hatte. Da auf Seiten der SPD Manfred Bosak nicht erschienen war, hatte Voigt mit seiner 'noblen Geste', wie Oberbürgermeister Patrick de La Lanne (SPD) die Aktion wertete, dafür gesorgt, dass auch die Mehrheitsgruppe mit einem Ratsmitglied weniger abstimmen musste.

De La Lanne selbst war es in seiner Rede, der erklärte, dass 'eine Menge für und gegen jeden Standort spricht'. Er findet es nach wie vor richtig, die Entscheidungen in Sachen Einkaufszentrum schrittweise zu fällen. 'Heute geht es nur um den Standort, nicht um die Größe, nicht um den Investor', schilderte der Verwaltungschef und erinnerte an die Tragweite der Entscheidung, die das Gesicht der Stadt für Jahrzehnte verändere. Egal wie es ausgehe, 'wir sollten alle die Entscheidung akzeptieren und umsetzen', forderte de La Lanne den Rat auf.

Nach ihm gesellte sich ein Ratsmitglied nach dem anderen ans Rednerpult, um für einen Standort Werbung zu machen und den anderen schlecht zu reden. An Argumenten kam nichts wirklich Neues mehr, was sich aus Sicht der anwesenden Bürger wie ein Kaugummi zog. Sie hatten dafür Gelegenheit, sich in der vorangegangenen Bürgerfragestunde zu äußern. Neben den Bedenkenträgern rund um den Knick, die sich schon im Vorfeld der Sitzung mehrfach gleich geäußert hatten, forderten die Bürger und übrigen Redner, dass es gar kein Center geben solle, weil eben beide Standorte nicht optimal seien. 'Ich bin gegen alle möglichen Standorte, die existieren, das ist einfach schrecklich', sagte etwa ein junger Mann. Ein anderer Redner warnte vor den 'gigantischen Ausmaßen', die ein Center an beiden Standorten annehmen würde.

Das Verhandlungsverfahren muss nun die Verwaltung auf den Weg bringen, der Rat wird die Kriterien festlegen, an die sich die Investoren zu halten haben. Es können jetzt weitere Investoren ihren Hut in den Ring für den Standort Stadtwall werfen. Je nach dem, wie schnell die Vorbereitungen des Verfahrens laufen und der passende Investor dank der Ausschreibung gefunden wird, könnte das Center in ein paar Jahren stehen.

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