Kern Contact GmbH in der vorläufigen Insolvenz Rechtsanwalt sieht Chancen für Callcenter

Delmenhorst. Fragen über Fragen musste der Bremer Rechtsanwalt Bernd Peters gestern der Belegschaft der Kern Contact GmbH beantworten. Das Unternehmen, das auf der Nordwolle ein Callcenter betreibt, ist seit gestern in der vorläufigen Insolvenz.
27.01.2010, 17:40
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Rechtsanwalt sieht Chancen für Callcenter
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Fragen über Fragen musste der Bremer Rechtsanwalt Bernd Peters gestern der Belegschaft der Kern Contact GmbH beantworten. Das Unternehmen, das auf der Nordwolle ein Callcenter betreibt, ist seit gestern in der vorläufigen Insolvenz. Das hat das Amtsgericht laut dessen Direktor Hanspeter Teetzmann gestern angeordnet und Peters zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Der stand auch auf der jüngsten Betriebsversammlung den Mitarbeitern Rede und Antwort. 'Sie wollen natürlich wissen, wie es mit dem Insolvenzgeld läuft und wie es weitergeht', erzählte er.

Exakt 95 Mitarbeiter seien bei Kern beschäftigt, sagte Peters, der das Prozedere als 'ganz normales Insolvenzantragsverfahren' bewertet. So lange über den Antrag von Geschäftsführer Jens Uwe Kern - der gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war - nicht entschieden sei, werde die Geschäftstätigkeit fortgeführt. 'Peters: 'Es ist positiv, dass die Insolvenz so früh beantragt wurde.' Denn bislang seien die Lohnzahlungen nur einen Monat im Rückstand. Peters spricht von Gestaltungsmöglichkeiten, die er deswegen habe, 'um eine Lösung zu finden'. Er betont, dass Kündigungen überhaupt noch nicht Gegenstand der Gespräche waren. Und Peters schildert, dass neben den 95 Mitarbeitern noch Kräfte von Zeitarbeitsfirmen bei Kern tätig waren. Sie sind, weil sie einen anderen Arbeitgeber haben, nicht von der vorläufigen Insolvenz betroffen. 'Somit ist das einer der seltenen Fälle, in dem Leiharbeiter einen Vorteil im Gegensatz zu festangestellten Arbeitnehmern haben.'

Noch im Juni 2008 hatte Kern groß verkündet, dass er 150 zusätzliche Stellen in Teil- und Vollzeit schaffen wolle und - angesichts der damals aktuellen Auftragslage - müsse. Es blieb demnach allerdings bei den 95 Kern-Angestellten, die im April 2006 auf dem Nordwolle-Gelände gestartet waren. Jens Uwe Kern lobte ausdrücklich das 'gute Arbeitsklima' und gibt auf seiner Homepage an, Wissen über Technologien mit dem Gespür für effizientes Personalmanagement zu vereinen.

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