Red Hand Day

Wenn Kinder töten müssen

Laut des Kinderhilfswerks Terre des Hommes missbrauchen Machthaber weltweit rund 250.000 Kinder als Soldaten. Gegen diesen Missstand richtet sich der „Red Hand Day“, der auch in Delmenhorst sichtbar ist.
11.02.2021, 18:25
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Wenn Kinder töten müssen
Von Björn Struß
Wenn Kinder töten müssen

Ohne Corona hätte die örtliche Gruppe von Terre des Hommes in der Fußgängerzone einen Stand aufgebaut. Durch Corona sind Daniel Hewer (von links), Lore Giesen-Biche und Regina Hewer auf ein Schaufenster im City-Point ausgewichen.

INGO MÖLLERS

Im Lockdown wächst derzeit die Sorge, den Kindern mit geschlossenen Kitas und Schulen zu viel zuzumuten. Doch mit einem globalen Blick erscheint diese Debatte wie ein Luxus-Problem eines sehr privilegierten Landes. Denn in vielen Teilen der Welt missbrauchen skrupellose Machthaber Kinder als Soldaten, machen sie zu Terroristen oder zwingen Mädchen zur Prostitution. Auf dieses Leid will der vom Kinderhilfswerk Unicef ausgerufene „Red Hand Day“ jedes Jahr am 12. Februar aufmerksam machen. An dem Aktionstag beteiligt sich auch die Gruppe von Terre des Hommes aus Delmenhorst und Ganderkesee.

„Eigentlich würden wir jetzt in Schulen oder in der Fußgängerzone rote Hände sammeln. Coronabedingt ist dies aber leider nicht möglich“, berichtet Regina Hewer von Terre des Hommes. Die örtliche Gruppe musste deshalb die eigenen Hände nutzen, um weißes Papier mit den roten Abdrücken zu versehen. Gemeinsam mit reichlich Informationsmaterial macht Terre des Hommes in der Delmenhorster Innenstadt auf das Leid der Kinder aufmerksam. Im City-Point hat die Gruppe seit Ende des vergangenen Jahres ein leer stehendes Geschäft angemietet. Durch Corona ist dies aktuell nur ein Schaufenster.

Laut Terre des Hommes gibt es weltweit aktuell rund 250.000 Kindersoldaten. "Der sogenannte Islamische Staat hat sie zum Beispiel rekrutiert. Das Problem ist nun, dass sie als Terroristen behandelt werden. Aber die Kinder sind Opfer und keine Täter", berichtet Hewer. Teil des Problems sei auch die weltweite Verbreitung von Kleinwaffen, mit denen auch schwächere Kinderhände problemlos töten könnten. Hewer dazu: "Wir unterstützen in Deutschland deshalb Aktionen gegen Waffenexporte. Ein Beispiel dafür ist der Prozess gegen Heckler & Koch."

Mit der Kritik von Terre des Hommes hat die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD) aus dem hiesigen Wahlkreis Außenminister Heiko Maas (SPD) konfrontiert. „Er hat auch in einem Brief geantwortet“, berichtet Hewer. So schrieb Maas etwa: „Eine Welt ohne Waffen wünsche ich mir auch.“

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