St.-Katharinen-Kirche

Renovierungsarbeiten abgeschlossen

Die Renovierungsarbeiten der St.-Katharinen-Kirche in Schönemoor sind abgeschlossen. Mit den neuen Bänken aus Fichtenholz präsentiert sich das Gotteshaus mit einem völlig neuen Raumeindruck.
02.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Renovierungsarbeiten abgeschlossen
Von Jochen Brünner
Renovierungsarbeiten abgeschlossen

Die St.-Katharinen-Kirche Schönemoor hat ein neues Interieur.

Barbara Wenke

Drei Monate lang hatten in der St.-Katharinen-Kirche in Schönemoor die Handwerker das Sagen. Am gestrigen Montag sind sie fertig geworden. Mit den neuen Bänken aus Fichtenholz, die die alten grünen Stühle mit Binsengeflecht ersetzen, präsentiert sich das evangelische Gotteshaus nun mit einem völlig neuen Raumeindruck. Ab dem kommenden Sonntag finden die Gottesdienste somit wieder in der Kirche statt, die Pastorei hat als Ausweichstätte ausgedient.

Ein intensiver Geruch nach Reinigungsmitteln durchzieht die St.-Katharinen-Kirche in Schönemoor. Die Orgel ist noch mit einer großen blauen Plastikfolie abgedeckt. Ansonsten aber sieht es in dem 1324 erstmals urkundlich erwähnten Gotteshaus seit gestern wieder aus wie in einer Kirche. Allerdings entschieden anders, als die Schönemoorer sie in Erinnerung haben. Denn die Tatsache, dass die grünen Binsengeflecht-Stühle durch Bänke aus gebeiztem und lackiertem Fichtenholz ersetzt sind, verschafft dem Raum eine völlig neue Wirkung.

„Ich seh’ das jetzt auch zum ersten Mal, zuletzt war das hier ja alles Baustelle“, sagt Pastorin Susanne Wöhler beim Ortstermin. Am liebsten würde sie das Interieur noch gar nicht fotografieren lassen, damit der Raumeindruck eine Überraschung für die Mitglieder der Gemeinde bleibt. „Das Bild soll nicht zu viel verraten. Die Leute sollen am Sonntag in die Kirche kommen und den Raum selbst entdecken“, sagt sie.

Mit den neuen Bänken geht übrigens ein leichter Aderlass an Sitzplätzen einher. Hatten bisher maximal 150 Menschen in St. Katharinen Platz gefunden, reicht die Kapazität nun noch höchstens für 130 Menschen. Und dabei sind die Stühle, die vor den Bankreihen aufgestellt werden können, schon mitgezählt. Dafür gewährt das neue Gestühl mehr Beinfreiheit, die auch Menschen über 1,80 Meter Körpergröße ein bequemes Sitzen ermöglicht – zumal die Holzbänke mit Sitzkissen noch komfortabler gemacht werden sollen.

„Ich bin ja nicht so für Bänke gewesen, weil die doch steifer wirken und man in der Gestaltung des Raumes nicht so flexibel ist“, sagt Wöhler. „Aber irgendwie finde ich’s jetzt auch schön.“ Außerdem kehrt die St.-Katharinen-Kirche damit ein bisschen mehr zu ihrer historischen Ausstattung zurück. In den Anfangsjahren habe es überhaupt keine Sitzmöbel gegeben. Die Menschen hätten in den Gottesdiensten gestanden. Spätestens seit der Reformationszeit aber sei die Kirche mit Bänken bestückt gewesen. Jahrhundertelang – bis auf die vergangenen 40 Jahre. Dass aber der Einbau der neuen Sitze nicht ganz ohne Probleme vonstatten gegangen ist, zeigt sich unter der Empore: Dort mussten die Bänke aufgesägt und wieder geflickt werden, damit sie zwischen die eisernen Stützen passen, die die Empore tragen.

Bevor die Pastorin am kommenden Sonntag, 7. Dezember, erstmals Gläubige in der renovierten Kirche begrüßt, steht heute noch ein wichtiger Test an. Erstmals soll dann nämlich die neu installierte Heizung laufen. Die funktioniert nicht mehr mit heißer Luft, sondern mit warmen Wasser. Die entsprechenden Heizkörper sind direkt unter die Sitze montiert. Dafür verspricht sie mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent eine optimale Energieeffizienz. Wie viel Heizkosten die Kirchengemeinde damit einspart, vermag Wöhler zwar noch nicht abzuschätzen, aber sie stellt klar: „Das war ja einer der wesentlichen Gründe, warum wir das alles gemacht haben.“

Lediglich die Restaurierung der Wandmalereien ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. „Da braucht der Restaurator sicher noch einmal eine Woche“, schätzt die Pastorin. Aber für die entsprechenden Arbeiten muss der Raum beheizt sein, damit die Farbe besser trocknet. Insgesamt haben die Arbeiten rund 190 000 Euro gekostet, der Anteil der Kirchengemeinde beträgt etwa 20 000 Euro.

Auch die Abgabe der alten Binsengeflecht-Stühle an Interessierte sei übrigens ein Erfolg gewesen. „Wir bekommen immer noch Anfragen“, berichtet die Pastorin. Einen Restbestand hat sich die St.-Katharinen-Gemeinde gesichert, um bei Bedarf eben doch flexibel Stühle dazu stellen zu können.

Ein bisschen erleichtert ist Wöhler auch über die Tatsache, dass die Arbeiten den zeitlich veranschlagten Rahmen nicht gesprengt haben. Ursprünglich war angedacht, die Kirche bereits am ersten Adventssonntag wieder zu öffnen, doch mit einer Woche Verzögerung können die Verantwortlichen gut leben. Eng wäre es spätestens am dritten Adventssonntag geworden, wenn in der St.-Katharinen-Gemeinde das Fest der Goldenen Konfirmation ansteht. Von Weihnachten gar nicht zu reden.

Der erste Gottesdienst im renovierten Gotteshaus – und damit die erste Gelegenheit, die neu gestaltete Kirche „im Gebrauch“ zu erleben – findet am kommenden Sonntag, 7. Dezember, um 10 Uhr statt. Am Sonntag, 18. Januar, folgt dann aber noch einmal ein besonderer Einweihungs-Gottesdienst, in dem auch die Handwerker besonders gewürdigt werden sollen. Dann wird auch Imme Köhler, langjährige Ansprechpartnerin im Gemeindebüro, verabschiedet, die sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellt. Künftig wird Maike Heuer die Arbeit im Gemeindebüro übernehmen, das dienstags, donnerstags und freitags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr geöffnet ist.

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