Markthalle in Delmenhorst Restfinanzierung über Stadtwerke zeichnet sich ab

Delmenhorst. Für die Markthalle fehlen noch immer drei Investoren - und damit 180.000 Euro. Die fehlende Summe soll über die Tochtergesellschaft Stadtwerke Delmenhorst (SWD) gestemmt werden. Die SWD wollen sich am Freitag gegenüber dem DELMENHORSTER KURIER dazu äußern.
26.02.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Restfinanzierung über Stadtwerke zeichnet sich ab
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Hinter den Kulissen wird verhandelt. Weil, wie Ratsfrau Ingrid Klattenhoff (SPD) im jüngsten Wirtschaftsausschuss erklärte, noch immer drei Investoren für die Markthalle fehlen - und damit 180.000 Euro. Erster Stadtrat Gerd Linderkamp sprach von einem Modell, das geprüft werde, weil noch Geld fehle. Nach Informationen unserer Zeitung soll die fehlende Summe über die Tochtergesellschaft Stadtwerke Delmenhorst (SWD) gestemmt werden. Die SWD wollen sich am Freitag gegenüber unserer Zeitung dazu äußern.

Dieser Schachzug hätte den charmanten Vorteil, dass der desolate Haushalt 2010 nicht zusätzlich belastet würde. Letztlich aber handelt es sich auch beim Kapital der SWD um städtisches Geld und somit um Steuergelder. Auch wenn keiner öffentlich so richtig drüber sprechen mag, scheint die erweiterte Finanzspritze durch die Stadt der letzte Strohhalm zu sein. Wie berichtet, ist laut Ratsbeschluss die Stadt Delmenhorst ohnehin schon mit einer halben Million Euro dabei. So wären es unterm Strich 680000 Euro, während die bisher elf Investoren 660000 Euro aufbringen würden und der Rest für das 1,74-Millionen-Projekt vom Land Niedersachsen käme (400000 Euro). Der Verwaltungsvorstand wollte sich gestern auf Nachfrage nicht näher zu dem von Linderkamp erwähnten Modell äußern.

In der Ausschusssitzung hatte ihn Sozialdemokratin Ingrid Klattenhoff um eine 'ehrliche Antwort' gebeten. Sie wollte wissen, wann es denn endlich losgehe mit der Sanierung und will von Bürgern vernommen haben, dass die Stadt die Geschicke gar komplett in die Hand nehmen soll. Linderkamp erklärte, dass er nicht sagen könne, wann die Sanierung beginne, da die Verhandlungen noch liefen. 'Es gibt in der Tat Probleme, die die Stadt nicht beeinflussen kann', schilderte er.

Was bei Dieter Markowiak (WfD) die nicht vorhandene Hutschnur platzen ließ: 'Wir hatten zum 30. September 2009 eine Deadline gesetzt', sagte er jetzt fünf Monate nach diesem Datum und wunderte sich, dass noch immer nichts geschehen ist. Markowiak sprach von 'Vertrösterei' und bezeichnete es als 'lächerlich', noch länger zu warten. 'Wir müssen langsam mal entscheiden', mahnte er. Er nannte März als neue Deadline für Architekt Günter Feith, der bereits seit anderthalb Jahren versucht, die aus 14 Investoren bestehende Kommanditgesellschaft (KG) auf die Beine zu stellen. Darauf ging aber kein Ausschussmitglied ein.

Auf Nachfrage vom Ausschussvorsitzenden Heinz Stoffels (CDU), ob er damit rechnen könne, dass das Thema bei der nächsten Ratssitzung am 11. März zur Abstimmung vorliege, erklärte Linderkamp: 'Das wäre schön, wenn wir den Rat erreichen.' Viel Optimismus versprühte er dabei allerdings nicht, wie die Ausschussmitglieder feststellen mussten. Gleichwohl wollte die Verwaltung eigentlich noch 2010 mit dem ersten Abschnitt des Rathausplatz-Ausbaus beginnen, nachdem die Markthalle fertig ist.

Die Restfinanzierung über die städtische Tochter SWD abzuwickeln, dürfte die einzige Chance für Delmenhorst darstellen, die Investoren-Beteiligung in Höhe von 660000 Euro nicht in den Wind zu schlagen. Denn wenn die Idee der KG stirbt, müsste die Stadt - bis auf die 400000 Euro vom Land - allein für die Sanierung der denkmalgeschützten Markthalle aufkommen, für die sie eine Erhaltungspflicht hat.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+