Schwerpunkt Energieforschung hat sich am Hanse-Wissenschaftskolleg bewährt Richtige Wahl getroffen

Delmenhorst. Auf dem richtigen Weg sieht sich das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) Delmenhorst. Der neue Schwerpunkt Energieforschung sei gut gewählt, sagte Rektor Reto Weiler gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts 2010.
11.05.2011, 05:00
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Richtige Wahl getroffen
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Auf dem richtigen Weg sieht sich das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) Delmenhorst. Der neue Schwerpunkt Energieforschung sei gut gewählt, sagte Rektor Reto Weiler gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts 2010.

Im vergangenen Jahr auf regenerative Energien als viertes Hauptgebiet zu setzen, habe sich durch die Katastrophe von Fukushima und ihre Folgen "auf tragische Weise" als richtig erwiesen, stellte Weiler fest. Dabei gehe es am HWK vor allem um die konkrete Umsetzung des Energiewandels. "Alle diskutieren getrennt. Die einen streiten über Laufzeiten von Atomkraftwerken, die anderen über die Unterbringung von alten Menschen. Dabei geht es doch eigentlich darum, wie gesellschaftliche Veränderungen und der Energiewandel verzahnt werden können", betonte der HWK-Rektor.

In dem Projekt "Hanse-Thesen" erarbeiteten etwa Vertreter aus Politik und Wissenschaft eine Klima-Anpassungsstrategie für das Land Niedersachsen. "Dabei ging es um konkrete Handlungsanweisungen für die Politik. Inzwischen sind auch andere Landesregierungen an den Ergebnissen interessiert. Das macht uns schon stolz", berichtete Weiler.

Dabei verfolgt der Rektor vor allem ein Ziel: Er will Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen. "Wir schaffen eine Gemeinschaft auf Zeit. Es gilt, für eine Atmosphäre zu sorgen, in der verschiedene Individuen aufeinander zugehen und sich austauschen können." Dies habe im Jahr 2010 hervorragend funktioniert, bilanzierte Weiler. Insgesamt 60 Fellows - also Forscher die für mehrere Monate am HWK arbeiten - waren im vergangenen Jahr in Delmenhorst zu Gast. Zum Vergleich: 2009 waren es 49. Die Wissenschaftler reisten aus 19 verschiedenen Ländern an - von den USA über Großbritannien bis zu Singapur oder Neuseeland. "Unseren Anspruch, ein internationales Haus zu sein, erfüllen wir somit", berichtete Weiler zufrieden.

Ein "wichtiger Schritt", um den wissenschaftlichen Austausch der Gäste aus aller Welt zu fördern, sei die Fertigstellung des Kaminzimmers im vergangenen Jahr gewesen, fuhr der HWK-Rektor fort. "Dort können die Fellows abends in zwangloser Atmosphäre diskutieren." Ein weiteres Bauprojekt war 2010 der "Kunstcontainer" im Garten des HWK. Aus einem Container wurde ein Atelier, die Fensterfront gibt den Blick auf den Campus frei. "Wir wollen die Künstler der Wissenschaft aussetzen", erklärte Weiler. Es gehe darum, Kunst und Wissenschaft zu verbinden - "und zwar nicht nur bei einer zweistündigen Podiumsdiskussion, sondern über einen längeren Zeitraum". Was die künftigen Bautätigkeiten angeht, könnte irgendwann noch ein neues Hörsaalgebäude hinzukommen, wenn es nach Weiler geht. "Der Bedarf wäre da. Gespräche mit der Politik laufen, doch die Planungen sind nicht konkret."

Positiv erwähnte der Rektor zudem die öffentlichen Vorträge am HWK. Sechs Mal wurden 2010 wissenschaftliche Themen für ein fachfremdes Publikum aufbereitet. Dazu kamen mehrere Vorträge, die die Delmenhorster Universitäts-Gesellschaft organisierte. Insgesamt waren dabei etwa 800 Zuhörer im HWK zu Gast. Bei acht Führungen erkundeten zudem Vereine, Verbände und andere Gruppen das Kolleg. "So vergrößern wir unsere regionale Ausstrahlung", sagte Weiler. Interessierte können sich den HWK-Jahresbericht 2010 im Internet bestellen unter www.h-w-k.de.

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