Hökermarkt in der Innenstadt Schnäppchenjäger trotzen dem Regen

Mit dem regnerischen Wetter waren die Aussteller beim Hökermarkt in der Innenstadt weniger unzufrieden, als man hätte denken können: So sins vor allem ernsthafte Kaufinteressenten gekommen.
27.04.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Schnäppchenjäger trotzen dem Regen
Von Esther Nöggerath

Alte Bücher, Porzellan, ausrangierte Kleiderstücke, Spiele oder gebrauchte Elektro-Geräte: Der Hökermarkt in der Innenstadt hat an diesem Wochenende wieder das Herz von vielen Schnäppchenjägern höher schlagen lassen. Zahlreiche Besucher trotzten am Sonntag dem schlechten Wetter und tummelten sich in der Fußgängerzone und auf dem Rathausplatz an rund 250 Ständen.

Schon in den frühen Morgenstunden waren die ersten Aussteller zum Aufbauen gekommen, um sich einen der besten Plätze unter einem der Vordächer zu sichern. So auch Matthias Gold und Tochter Alicia aus Ganderkesee, die bereits seit kurz nach 4 Uhr da waren. „Wir sind seit Jahren regelmäßig beim Hökermarkt dabei“, berichtet der 49-Jährige.

Er verkauft alles, was sich im Haushalt angesammelt hat, aber nicht mehr gebraucht wird. Das reicht von Elektrogeräten, alten Spielsachen, Schallplatten und Jacken bis hin zum ausrangierten Motorradhelm. „Den Großteil der Sachen werden wir auch immer los“, freut sich Matthias Gold. Und kurz vor Feierabend würden auch die letzten Stücke noch für einen Euro rausgehauen. „Man will ja schließlich nichts wieder mitnehmen, wenn es nicht sein muss.“

Besonderes Schmuckstück an dem Stand des Ganderkeseer ist in diesem Jahr ein alter Bollerwagen aus Holz. „Den habe ich komplett aufgearbeitet. Zuerst habe ich das Holz abgeschlissen und gebeizt und danach die Deichsel neu verzinken lassen“, erzählt Matthias Gold stolz.

Ein paar Stände weiter lugt der fünfjährige Joshua über die hohe Tischkante und bekommt ganz große Augen, als er ein Spielflugzeug entdeckt, das auch noch ferngesteuert werden kann. „Was kostet der?“, will er wissen und nimmt den Plastikflieger gleich mit, um ihn auf dem Boden auszutesten. Letztendlich landet das Spielzeug aber doch nicht in der Einkaufstasche. Es kostet 25 Euro, dafür reicht das Taschengeld nicht. „Irgendwann müssen sie den Umgang mit Geld ja lernen, sonst lernen sie es nie“, erklärt Vater Stephan Hillmann schulterzuckend.

Mit den beiden Jungs müssen er und seine Frau Jennifer bei jedem Spiele-Stand haltmachen. „Da kommt man nicht unbemerkt dran vorbei“, sagt der Delmenhorster. Joshuas Bruder Liam ist erfolgreicher. Der Dreijährige hat sich an einem anderen Stand für ein Lego-Fahrzeug entschieden, das auch preislich im Budget liegt.

Am anderen Ende der Fußgängerzone hat Thomas Genersch seinen Stand aufgestellt. „Ich komme gebürtig aus Delmenhorst und bin seit meinem 20. Lebensjahr immer mal wieder hier“, erzählt der Bremer. Neben Elektrogeräten, verschiedenen Dekoartikeln, alten Büchern und anderem Kram aus dem Haushalt gibt es auf seinem Tisch vor allem eins zu finden: Puppen in allen Formen und Größen. „Eine Sammelleidenschaft meiner Schwiegermutter“, erklärt Thomas Genersch. Die sei leider verstorben. Jetzt hofft der Bremer, neue Abnehmer dafür zu finden, dem die ein oder andere Puppe noch eine Freude bereiten kann. „Der Verkauf läuft gut“, freut sich Thomas Genersch. „Das Wetter hat auf jeden Fall den Vorteil, dass nur die Leute herkommen, die auch wirklich etwas kaufen wollen.“ Bummler, die in erster Linie nur kämen, um zu gucken, würden es sich bei dem verregneten Himmel doch zweimal überlegen. Gut ein Drittel seiner Waren hat Thomas Genersch schon bis zur Mittagszeit an den Mann gebracht. „Nur die Kaffeemaschine, die müssen wir jetzt noch loswerden“, hofft er.

Dass trotz des schlechten Wetters so viele Besucher zum Hökermarkt gekommen sind, freut auch Jürgen Janssen von der Oldenburger Firma Marktveranstaltung Janssen, die gemeinsam mit dem Stadtmarketing Delmenhorst den Hökermarkt ausrichtet. „Es lief besser als gedacht“, sagt der Organisator. „Die Händler waren alle sehr zufrieden, und zwischendurch gab es ja auch immer mal wieder trockene Phasen, da war schon sehr viel los.“ Dafür war die Anzahl der Anbieter mit 250 verkauften Karten geringer als erhofft. „Da haben wir jetzt zwei Jahre hintereinander Pech gehabt“, bedauert Janssen.

Die Idee, den Hökermarkt in der Innenstadt noch einmal im Herbst zu veranstalten, die voriges Jahr einmal im Raum stand, verwarf der Organisator aber wieder. „Da gibt es schon einen großen Markt in Hasbergen“, erklärt Janssen. „Und es hat ja auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, wenn man so etwas nur einmal im Jahr anbietet.“

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