Schüler Helfen Leben Kontakte knüpfen und Gutes tun

Carolin Kolbe aus Delmenhorst absolviert ihren Freiwilligendienst bei der Hilfsorganisation Schüler Helfen Leben. Dabei ist die 19-Jährige für die Planung des sozialen Tages am 4. Juli 2023 verantwortlich.
27.09.2022, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Kontakte knüpfen und Gutes tun
Von Desiree Bertram

 „Ich möchte mit anderen Menschen aus verschiedenen Lebenswelten in Kontakt kommen und dabei gleichzeitig etwas Gutes tun“, sagt Carolin Kolbe. Die Delmenhorsterin hat vor Kurzem ihren Freiwilligendienst bei der Hilfsorganisation "Schüler Helfen Leben" begonnen und ist für die Organisation des kommenden sozialen Tages am 4. Juli 2023 verantwortlich. "Rund 60.000 Schüler tauschen deutschlandweit einen Tag lang die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz", erklärt Kolbe. Das in dieser Zeit verdiente Geld werde an Gleichaltrige in schwierigen Lebenslagen gespendet.

"So soll jungen Menschen der Zugang ermöglicht werden, sich zu engagieren", sagt die 19-Jährige. Denn die jährliche Veranstaltung sei eine Aktion von Jugendlichen für Jugendliche. Deshalb ist eine von Kolbes Hauptaufgaben während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), an Schulen zu fahren, um Bildungsarbeit zu leisten und diesen Aktionstag als niedrigschwelliges Engagementformat vorzustellen.

Gemeinsam wohnen

Gemeinsam mit fünf anderen jungen Menschen ist sie dafür deutschlandweit unterwegs: "Das ist das Besondere an dieser Stelle." Sie arbeitet nicht nur in dem sechsköpfigen Team, sondern wohnt auch mit ihnen zusammen in Neumünster. Die Wohnung wird von der Organisation zur Verfügung gestellt. "So ist es möglich, ein FSJ in einer anderen Stadt zu machen", sagt Kolbe. Normalerweise wäre es finanziell nicht zu stemmen gewesen, für einen Freiwilligendienst den Wohnort zu wechseln. Da aber keine Mietkosten anfallen, entschied sich die Delmenhorsterin für die Stelle in Neumünster: "Ich freue mich sehr, dass das alles geklappt hat – als ich die Stellenausschreibung las, habe ich mich direkt angesprochen gefühlt." Dass sich Kolbe nach Abschluss ihres Abiturs am Gymnasium an der Willmsstraße für einen begrenzten Zeitraum sozial engagieren möchte, war ihr schon länger bewusst. Die Entscheidung, welche Einrichtung oder Organisation sie unterstützen möchte, traf sie hingegen relativ spontan. "Ich möchte als Person an dieser Aufgabe wachsen und so viele Erfahrungen wie möglich gewinnen", sagt Kolbe. Im Anschluss plant die 19-Jährige, ein Studium anzutreten – was genau sie studieren möchte, weiß sie aber noch nicht.

"Schüler Helfen Leben ist die größte von Jugendlichen geführte Hilfsorganisation in Deutschland", erklärt Marti Mlodzian, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Hilfsorganisation. Unterstützt werden Jugend- und Bildungsprojekte in Südosteuropa, Jordanien und Deutschland. Die Themenschwerpunkte bilden Antidiskriminierung, Jugendengagement und die Unterstützung von Geflüchteten. Der Freiwilligendienst ermöglicht den sechs Teilnehmern, ein Jahr lang einen komplett neuen Alltag zu erleben, so Mlodzian: "Und die vernetzten sich mit Gleichgesinnten aus unterschiedlichen Ländern."

Reise nach Südosteuropa

Ein Highlight ist eine Projektreise, bei der die Freiwilligen zehn Tage lang unterwegs sind, um die verschiedenen Projekte für junge Menschen in Südosteuropa zu besuchen. "Besonders dabei ist, dass sie sich weitestgehend selbst um die An- und Abreise sowie um die Koordination der verschiedenen Besuchstermine bei den Partnerorganisationen kümmern", so Mloszian. Geplant sind etwa Besuche bei Jugendorganisationen in Serbien, Nordmazedonien und Bosnien-Herzegowina. Auch ein Jugendzentrum im Kosovo will die Gruppe besichtigen. Kolbe ist gespannt, ob bei der Reise alles so klappt, wie zuvor geplant: "Ich bin aufgeregt – vor allem, weil wir nicht wie gewohnt dauerhaft Internet haben werden." Die verschiedenen Partnerorganisationen von SHL an ihren individuellen Standorten kennenzulernen und mit den Menschen persönlich zu reden, ist der Delmenhorsterin wichtig: "Es macht sicher einen Unterschied, ob ich nur über die Projekte spreche oder ob ich selbst an den Orten und bei den Leuten gewesen bin."

Zur Sache

Sozialer Tag

Das Aktionsformat des sozialen Tages besteht bereits seit 1998 in Schleswig-Holstein und seit 2006 in ganz Deutschland, informiert Marti Mlodzian, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Hilfsorganisation Schüler Helfen Leben. Insgesamt haben fast zwei Millionen Schüler an den Aktionstagen teilgenommen. Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden über 30 Millionen Euro in mehr als 130 Jugend- und Bildungsprojekten eingesetzt. Laut Mlodzian kommen dabei jährlich rund 1,1 Millionen Euro zusammen. Schüler haben die Möglichkeit, selbstorganisiert in ihren Traumberuf reinzuschnuppern, und engagieren sich nebenbei über nationale Grenzen hinweg für Gleichaltrige. Dabei setzen sie ein Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität. Der soziale Tag 2022 steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz.

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