Delmenhorst bewirbt sich um Fördergelder „Smart City“ soll neue Bildungsangebote schaffen

Nach der Bewältigung der Corona-Krise will Delmenhorst die Digitalisierung mit neuen Ideen vorantreiben. Die Hoffnung: Bildungsangebote könnten auch der Innenstadt neues Leben einhauchen.
23.03.2021, 19:27
Lesedauer: 2 Min
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„Smart City“ soll neue Bildungsangebote schaffen
Von Björn Struß

"Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ - unter diesem Motto steht die Neuauflage der bundesweiten Förderinitiative "Smart Cities", für die insgesamt 300 Millionen Euro bereitstehen. Nach dem Überwinden der Corona-Krise soll dieses Geld in den Kommunen der Digitalisierung zusätzlichen Schwung verleihen. Auch Delmenhorst buhlt um diese Förderung, in der Bewerbung kalkuliert die Verwaltung für das Projekt "Smart City DEL - digital Skills" mit einem Volumen von 1,4 Millionen Euro. Für den notwendigen Eigenanteil sind 500.000 Euro bereits im städtischen Haushalt verplant. Ziel des Projektes ist es, die Digitalisierung mit der Bildung und der Innenstadtentwicklung zu verknüpfen. Die Frist des Innenministeriums war der 14. März, die Bewerbung von der Delme hat also hoffentlich schon ihren Weg nach Berlin gefunden. Dennoch wird sich der Stadtrat am Donnerstag mit der Bewerbung beschäftigen, denn es braucht einen nachträglichen Beschluss.

„Es geht um den grundlegenden Erwerb digitaler Kompetenzen für alle Bildungsschichten und Altersklassen“, schreibt die Verwaltung in der Ratsvorlage. Und es gibt auch schon konkrete Vorstellungen, wo genau die neuen Bildungsangebote entstehen sollen. Die Volkshochschule und das Hanse-Wissenschaftskolleg waren etwa bereits an der Erarbeitung der Bewerbung beteiligt. Auch Schulen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sollen bei der Gestaltung der „Smart City“ von Anfang an dabei sein. Als Teil einer digitalen Erwachsenenbildung gibt es die Idee eines digitalen Entdeckerlabors (Delab). Neue Angebote sollen in der Innenstadt angesiedelt werden. Hier sieht die Verwaltung durch den Ankauf der Hertie-Immobilie und des Krankenhaus-Areals vielfältige Möglichkeiten.

Auch der Aufbau eines „Co-Working-Space“, der Büros und Besprechungsräume auch tageweise anbietet, soll in der Innenstadt angesiedelt werden. Hier hatte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Mittag mit einer eigenständigen Initiative für ein sogenanntes „Delmenarium“ eingesetzt (wir berichteten). Die Vorberatung im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen ergab dann, dass sich diese Idee auch sehr gut für die Bewerbung als „Smart City“ nutzen lässt. So ist die Grundidee, der Innenstadt mit der Digitalisierung neues Leben einzuhauchen, um einen konkreten Ansatz reicher geworden.

Als die Politik im Dezember den Auftrag formulierte, dass Delmenhorst eine Bewerbung für das Förderprogramm erarbeiten soll, reagierte die Verwaltung verhalten. Neben dem Großprojekt der Klimamusterstadt sorge ein solches Vorhaben in diversen Fachbereichen für einen hohen Arbeitsaufwand. Aus der Politik vertrat aber insbesondere Ratsherr Harald Schneewind (Grüne) die Auffassung, dass mit dem Projekt Entwicklungen angestoßen werden, die ohnehin über kurz oder lang angepackt werden müssen. Die Grünen-Fraktion war es auch, die bereits im April 2020 eine Teilnahme an dem Förderprogramm forderte.

Die Warnung der Verwaltung vor der Arbeitsbelastung verhallte aber keineswegs ungehört. Für den Fall einer erfolgreichen Bewerbung sieht die Ratsvorlage die Einstellung von zwei neuen Mitarbeitern vor, die sich um die Umsetzung kümmern sollen. Eine Entscheidung des Innenministeriums erwartet die Verwaltung Ende Juni/ Anfang Juli. Die Erarbeitung einer Digital-Strategie könnte dann im 3. Quartal beginnen und nach 12 Monaten abgeschlossen sein.

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