SPD Delmenhorst

Ehemalige Fraktionsvorsitzende vor die Tür gesetzt

Die internen Nickeligkeiten bei der SPD Delmenhorst hören nicht auf. Nun wurde bekannte: Die jahrelange Fraktionsvorsitzende Andrea Meyer-Garbe wurde an die Genossin nach Bremen verwiesen. Gegen ihren Willen.
07.07.2020, 11:38
Lesedauer: 2 Min
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Ehemalige Fraktionsvorsitzende vor die Tür gesetzt
Von Andreas D. Becker
Ehemalige Fraktionsvorsitzende vor die Tür gesetzt

Andrea Meyer-Garbe, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Delmenhorst, mit Harald Groth.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Ausschluss wider Willen: Obwohl Andrea Meyer-Garbe, ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, gern ihre politische Heimat weiterhin in der Delmenhorster SPD gehabt hätte, haben die Genossen sie nach Bremen abgeschoben. Dort lebt die gebürtige Ostfriesin seit einigen Jahren, war aber mit Einverständnis der Bremer Sozialdemokraten organisatorisch in Delmenhorst beheimatet. Das hatte einen triftigen Grund: Andrea Meyer-Garbe ist Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Delmenhorst, also einer Schwesterorganisation der Partei, hat also ihren politischen Lebensmittelpunkt weiterhin in der Stadt.

Anlass für den Ausschluss war ein Antrag von Andrea Meyer-Garbe, den Ortsverein zu wechseln. Bisher war sie in Ost beheimatet, wollte aber gern nach Düsternort/Adelheide gehen. Grund dafür war der Umgang im Vorstand der Ost-SPD mit dem Mitglied Karl-Heinz Schneider, der auch Revisor bei der Awo ist. Schneider hatte sich aufgrund eigener Erfahrungen im Vorfeld eines Parteitages gegen die Benennung eines bestimmten Delegierten gewandt, weil er ihn schlicht für ungeeignet hielt. Das sickerte aus dem Kreis der Sitzungsteilnehmer heraus, direkt zum Betroffenen.

Die Ablehnung schlug Wellen, Schneider und auch Andrea Meyer-Garbe als Awo-Vorsitzende erhielten Post von einem Anwalt aus Mönchengladbach. Schneider möge in Zukunft solche Äußerungen unterlassen. „Mich hat dieses Verhalten schockiert“, sagt Andrea Meyer-Garbe, früher selbst einmal Vorsitzende in Ost. „So linke Touren bin ich nicht gewohnt.“ Deswegen wollte sie wechseln, nach Düsternort. Dort ist mit Antje Beilemann eine enge politische Vertraute und Freundin Vorsitzende.

„Andrea Meyer-Garbe hat uns eine Mail mit ihrem Wunsch zu wechseln geschrieben, aus der wir nicht schlau geworden sind“, sagt die Noch-Vorsitzende des Unterbezirks, Mechthild Harders-Opolka, auf Nachfrage. „Deswegen haben wir uns an den Vorstand in Ost gewandt, der Licht ins Dunkel bringen sollte.“ Was Andrea Meyer-Garbe ebenfalls verwunderlich findet: „Wieso wurde denn dann nicht die Antragstellerin persönlich gefragt?“ Nun, in Ost beschloss der Vorstand, dass man dem Ortsvereinswechsel nicht nur nicht zustimmt, sondern es gab die Empfehlung, Andrea Meyer-Garbe nun doch endgültig nach Bremen zu verweisen. Warum aber der Wunsch der Düsternorter, Andrea Meyer-Garbe aufzunehmen, beim Unterbezirk weniger Gewicht genoss, bleibt unklar.

Es scheint einmal mehr, als wenn eine kritische Genossin kalt gestellt werden sollte, sagen andere Parteimitglieder. Andrea Meyer-Garbe wird auch zum Groth-Lager gerechnet, das im vergangenen Jahr auf bemerkenswerte Weise aufs Abstellgleis in der Partei navigiert wurde. „Damit hat das nichts zu tun“, beteuert Mechthild Harders-Opolka. Was die Frage aufwirft, warum Andrea Meyer-Garbes Ehemann Frank, der nachweislich mit nach Bremen verzogen ist, weiterhin Mitglied in Ost sein darf. Antje Beilemann will jedenfalls nicht locker lassen. Sie fordert im Namen ihres Ortsvereins, die „in unseren Augen politisch willkürlich getroffene Entscheidung unverzüglich wieder rückgängig zu machen“.

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