Sozialdemokraten in Delmenhorst SPD-Vorsitzende legt ihren Posten nieder

Wenn der Unterbezirksvorstand der SPD Delmenhorst tagt, geht es unter anderem um eine „Beschlussfassung über den kommissarischen Vorsitz“. Die Vorsitzende Mechthild Harders-Opolka legt ihr Amt nieder.
05.07.2020, 19:11
Lesedauer: 2 Min
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SPD-Vorsitzende legt ihren Posten nieder
Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Nicht nur die Delmenhorster CDU benötigt absehbar einen neuen Vorsitzenden, auch die SPD. Wenn an diesem Dienstag der Unterbezirk zu seiner ordentlichen monatlichen Sitzung zusammenkommt, geht es unter anderem um das Thema „Beschlussfassung über den kommissarischen Vorsitz“. Die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Mechthild Harders-Opolka wird, so ist es aktuell nur hinter vorgehaltener Hand aus dem inneren Zirkel der Partei zu erfahren, ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Dabei hatte sie die Führung der im vergangenen Jahr schwer mit sich selbst beschäftigten und intern teils heftig zerstrittenen Partei erst im September 2019 übernommen. Unklar ist derweil, ob Mechthild Harders-Opolka trotzdem weiter Vorsitzende des Ortsvereins Hasport/Annenheide bleiben wird.

Nach außen ist es dem neuen Vorstand um Mechthild Harders-Opolka, zu dem auch Ratsherr Lars Konukiewitz und Adrian Mende gehören, durchaus gelungen, die Partei zu befrieden und wieder etwas Ruhe einkehren zu lassen. Intern wurde die Kritik an einigen Entscheidungen zuletzt deutlich lauter. Unter anderem hatte die Parteiführung nicht mit dem heftigen Widerstand aus dem Ortsverein Düsternort/Adelheide gerechnet, der die bereits beschlossene Fusion mit dem Ortsverein Hasport/Annenheide nicht einfach hinnehmen will. Aber auch eine „Beratung zur Organisationsreform“ steht auf der Tagesordnung am Dienstag.

Kritik gab es auch beim Kurs der Parteispitze mit Blick auf die Oberbürgermeisterwahl im September 2021. Erst hieß es, die Partei wolle die Stelle ausschreiben, nun gibt es eine Findungskommission, deren Arbeit aber noch nicht abgeschlossen ist. Dass diese Findungskommission noch ihre Fühler in verschiedene Richtungen ausstrecken möchte, wie in der vergangenen Woche noch aus dem Vorstand auf Nachfrage zu erfahren war, dürfte vor allem Bettina Oestermann nicht gefallen haben. Die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat hatte nach eigener Aussage bereits im Februar ihren Hut in den Ring geworfen. Dass die Partei sich zu dieser Bewerbung öffentlich noch gar nicht verhalten hat, lässt sich eigentlich nur in die Richtung deuten, dass die Fraktionschefin nicht die Wunschkandidatin des Vorstands ist. Vor allem Mechthild Harders-Opolka schien nicht voll hinter Bettina Oestermann zu stehen. Aber auch zu diesem Thema will der Vorstand am Dienstag Beschlüsse fassen.

Am Wochenende waren weder Mechthild Harders-Opolka noch Lars Konukiewitz für Stellungnahmen zu erreichen.

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