Oberbürgermeisterkandidatin gefunden

Delmenhorster SPD tritt mit Funda Gür an

Die Delmenhorster SPD hat ihre OB-Kandidatin gefunden. Noch arbeitet die 49-jährige Funda Gür als Regierungsdirektorin in Hamburg. Ihre Qualifikation: Sie kennt die Schnittstelle von Politik und Verwaltung.
19.09.2020, 14:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Gerwin Möller

Funda Gür möchte ihr Amt als Regierungsdirektorin in der Hamburger Wirtschaftsbehörde zugunsten des Chefsessels im Delmenhorster Rathaus tauschen. Die 49-Jährige stellte sich am Sonnabendvormittag den SPD-Parteigremien und anschließend der Lokalpresse vor.

Die in der Türkei geborene und in Hamburg aufgewachsene Mutter erwachsener Zwillingstöchter will nicht in eine Schublade gepresst werden: Ihre türkischen Wurzeln habe sie auch bei der Erziehung ihrer Töchter nie geleugnet. Sie wolle immer ein gutes Vorbild darstellen, sich als Teil dieser Gesellschaft verstehen und schulte ihre Kinder darin, sich nicht als Fremde zu fühlen. Die heute 23-Jährigen wuchsen mit dem Gefühl auf, „wir gehören dazu“. Funda Gür möchte jetzt zu Delmenhorst gehören.

Den Weg von der Elbe an die Delme betrachtet sie als eine Lebensentscheidung. Die Aufgabe, die Verwaltung einer kreisfreien Stadt mit einem Migrantenanteil an der Wohnbevölkerung von 16,8 Prozent zu leiten, sei spannend. Delmenhorst habe sich als eine Arbeiterstadt entwickelt und stehe heute davor, über wichtige Weichenstellungen zu treffen. Beruflich habe sie schon bisher an einer Schnittstelle von Verwaltung und Politik gearbeitet – das qualifiziere sie fürs Amt der Oberbürgermeisterin. Zugleich ist sie auch ehrenamtlich kommunalpolitisch engagiert, sie gehörte der Bezirksversammlung Hamburg-Nord an und ist aktuell Mitglied der Gemeindevertretung ihres Wohnortes Oststeinbek. Die Delmenhorster möchte Funda Gür mit ihrer „mutigen, offenen und anpackenden Art“ überzeugen und „Klinken putzen“ gehen. Sie betrachtet sich als „Teamplayerin und weiß, dass es auch wichtig ist, alle Akteure in der Stadt und im Rat mitzunehmen“. Die Lage Delmenhorsts zwischen Bremen und Oldenburg, könne für die Entwicklung der Wirtschaft und auch als Wohnstandort ideal sein. Der Bau des Krankenhauses sei ein Megaprojekt, das Funda Gür als Oberbürgermeisterin voranbringen und aktiv mitgestalten wolle.

Angesprochen auf Zerwüfnisse innerhalb der Delmenhorster SPD, zuletzt Ende August hatten drei SPD-Ratsmitglieder aufgrund personeller Querelen die Partei verlassen und eine eigene Stadtratsfraktion gegründet, erklärte Gür: „Das war vor meiner Zeit, ich möchte nur nach vorne blicken.“ Das will auch Unterbezirkschef Lars Konukiewitz, der erklärte, sich auf den Wahlkampf zu freuen.

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