Konzert im Kleinen Haus

Spiel in ungewöhnlicher Besetzung

Das Trio Spiegelbild in der ungewöhnlichen Besetzung Saxophon, Akkordeon und Klavier präsentiert am 6. Februar im Kleinen Haus Delmenhorst klassische Werke in neuer Bearbeitung.
31.01.2020, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Günter Matysiak
Spiel in ungewöhnlicher Besetzung

Das Trio Spiegelbild mit Vadim Baev (Akkordeon), Xavier Larsson (Saxophon) und Konstantin Zvyagin (Klavier, von links) zeigt bei seinem Konzert am Donnerstag im Kleinen Haus, wie man klassische Werke von Mussorgsky und Piazzolla auch in einer ungewöhnlichen Besetzung interpretieren kann.

Tumen Dondukov

Musik in ganz besonderer „Verkleidung“ wird im nächsten Konzert der Konzert-und Theaterdirektion im Kleinen Haus zu hören sein. Das Trio Spiegelbild, bestehend aus Xavier Larsson (Saxophon), Vadim Baev (Akkordeon) und Konstantin Zvyagin (Klavier) spielt dort am Donnerstag, 6. Februar, um 20 Uhr Werke von Modest Mussorgsky, Manuel de Falla und Astor Piazzolla.

Da es für diese ganz ungewöhnliche Besetzung so gut wie keine Originalwerke gibt, müssen die drei Musiker zum Mittel der Bearbeitung greifen – was ja durchaus nicht zu „Musik aus zweiter Hand“ führt, sondern vielmehr ein Akt der schöpferischen Auseinandersetzung mit dem zu bearbeitenden Werk ist. Der Abend beginnt mit Mussorgskys Zyklus „Bilder einer Ausstellung“, die im Original für Klavier solo geschrieben sind. Richtig populär wurden sie aber erst in der Orchesterbearbeitung durch Maurice Ravel.

Manuel de Falla, der spanische Nationalkomponist, war wie Mussorgsky Vertreter einer Richtung, der es um nationale Authentizität ging. An diesem Abend erklingen zwei Sätze aus seiner Musik zum Ballett „Der Liebeszauber“ für Orchester, in der der Komponist genial zwischen andalusischer Volksmusik und klassischer Hochkunst vermittelt.

Auch Astor Piazzolla steht der Folklore seiner argentinischen Heimat nah. In seinem „Tango nuevo“ begegnet sich die Musik der Kneipen Buenos Aires' mit der Kunstmusik des 20. Jahrhunderts. Er hat den Tango in ein neues Licht gestellt. Seine „Vier Jahreszeiten“ („Cuatro Estaciones Portenas“) sind nicht, wie man vermuten könnte, Bearbeitungen der „Vier Jahreszeiten“ Antonio Vivaldis, sondern spielen nur im Titel auf die barocke Vorlage an. Piazzollas „Konzerte“ drücken in angedeuteter Dreisätzigkeit die Stimmungen der Jahreszeiten in den Herzen der „Portenos“, der Bewohner Buenos Aires aus.

Das Trio Spiegelbild ist an den Tasten mit Konstantin Zvyagin und Vadim Baev mit zwei jungen Absolventen der berühmten Gnesins Musikakademie in Moskau besetzt. Nach ihrem Hochschulabschluss 2014 begannen sie in Deutschland als „Gnesins-Duo“ klassischen Werken durch die ungewöhnliche Instrumentierung neue Akzente zu verleihen. „Die begeisterte Resonanz des Publikums und ihr Zusammentreffen mit dem Saxophonisten Xavier Larsson inspirierte sie zur Gründung des Trios Spiegelbild“, heißt es in der Ankündigung. Larsson stammt aus Menorca und hat an den Musikhochschulen in Mallorca,
Barcelona und Köln studiert. Er ist vielfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Karten für das Konzert sind noch genügend vorhanden. Sie können entweder an der Abendkasse ab 19 Uhr oder vorab im Kleinen Haus während der Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 9 bis 13 sowie 15 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr erworben werden. Telefonisch ist die Konzert- und Theaterdirektion unter der Rufnummer 0 42 21 / 1 65 65 erreichbar.

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