Tischtennis Alles, um den Sport zu erhalten

Der Delmenhorster TB und der TV Jahn Delmenhorst gründen eine Spielgemeinschaft im Tischtennis-Erwachsenenbereich, Bereits seit dem vergangenen Jahr kooperieren die Vereine im Jugendbereich.
15.05.2019, 12:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas Lehmkuhl

Delmenhorst. Seit einem Jahr spielt der Tischtennis-Nachwuchs des TV Jahn Delmenhorst und des Delmenhorster TB in einer Spielgemeinschaft unter dem Kürzel SG Jahn/DTB. Die SG hat sich dabei zu einem Erfolgsmodell entwickelt, die Zahl der Jugend-Spieler hat sich vervielfacht. Ab der kommenden Saison sollen nun auch die Erwachsenen beider Vereine eine Spielgemeinschaft bilden. Mit zwei Damen-, sieben oder acht Herren- sowie vier bis fünf Nachwuchs-Mannschaften wird die SG dann eine der größten Tischtennis-Abteilungen in der Region Weser-Ems und wohl die größte in Delmenhorst sein.

Die Einbeziehung des Erwachsenen-Bereichs hatten die Verantwortlichen schon bei der Zusammenlegung der Jugend-Abteilungen im vergangenen Jahr im Hinterkopf. Diese ist eigentlich die Vorbereitung gewesen, erklärt DTB-Abteilungsleiter Thorsten Sonntag. Schon vor Jahren habe er beim Stadtverbandstreffen vorgeschlagen, gemeinsame Projekte mehrer Vereine in Angriff zu nehmen. „Es gibt immer wieder kleine Vereine, die mehrere Spieler verlieren und dann komplett auseinanderbrechen. Dabei hören dann einige Spieler auch ganz auf und gehen unserem Sport verloren“, meint Sonntag, und ergänzt: „Ich möchte nicht irgendwann in der Kreisliga nach Molbergen fahren müssen, weil es in Delmenhorst nicht mehr genügend Vereine gibt.“ In Irene Dölle vom TV Jahn fand er eine Abteilungsleiterin mit sehr ähnlichen Ansichten, beide arbeiten nun schon seit Jahren zusammen an der Idee einer Spielgemeinschaft.

Eigentlich hätte es auch schon früher losgehen sollen, aber durch die um ein Jahr verzögerte Sanierung der DTB-Halle am Annenweg wurde auch die Spielgemeinschaft um ein Jahr verschoben. „Wir müssen uns nun eh die Halle am Blücherweg teilen. Das ist zwar organisatorisch ein Kraftakt aber letztlich doch sogar ideal, weil wir vermeiden wollten, dass die SG zwei Hallen hat. Im Endeffekt geht dann doch jeder in seine eigene und die Abteilungen wachsen nicht zusammen“, erklärt Sonntag. Schon länger gibt es gemeinsame Termine wie zum Beispiel zuletzt im Dezember das Pfannenturnier.

In einer finalen Abstimmung haben sich die Mitglieder nun ohne Gegenstimme für die Spielgemeinschaft auch im Erwachsenen-Bereich ausgesprochen. „Mindestens 90 Prozent Zustimmung hatte ich mir innerlich zum Ziel gesetzt. Die Einstimmigkeit ist nun natürlich der Idealfall“, sagt Sonntag. Formell werden vom Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) keine großen Anforderungen mehr an Spielgemeinschaften zweier Vereine gestellt, seit der Verband vor einigen Jahren die Regeln geändert hat. Spielgemeinschaften gelten jeweils für ein Jahr, alle Spielklassen können behalten werden und alle Spieler Mitglied in ihrem bisherigen Verein bleiben. Bei den Hauptvereinen mussten Dölle und Sonntag anfangs etwas Überzeugungsarbeit leisten. „Nach negativen Erfahrungen in anderen Abteilungen kam da schon die Nachfrage, was wir uns denn überhaupt davon versprechen würden“, erklärt Sonntag, "aber unser Konzept hat dann schnell Anklang gefunden.“ Wichtig ist ihm, dass bei der SG Jahn/DTB der Breitensport-Charakter und die Gemeinschaft im Vordergrund stehen sollen. „Es geht einfach darum, dass die Abteilungen nicht ausbluten. Wir wollen jetzt keinen Leistungssport betreiben oder eine Delmenhorster Tischtennis-Großmacht werden“, betont er.

Sportlich dürfte sich in den ersten drei Mannschaften nicht viel ändern. Der DTB I, II und III haben bei den Herren bisher auf Bezirksebene gespielt und dürften in ähnlicher Konstellation zusammenbleiben. Bei den Damen hatte eh nur der TV Jahn zwei Teams gemeldet. In den Mannschaften, die bisher auf Kreisebene gespielt haben, soll es aber eine gezielte Durchmischung aus beiden Abteilungen geben. „So wollen wir schneller zusammenwachsen. Alle sollen sich mit dem Projekt identifizieren“, erklärt Sonntag. Bereits kurz vor den Sommerferien soll das durch die zweite Auflage des Pfannenturniers weiter beschleunigt werden.

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