Sportpolitik

Antrag auf Mittel für Kunstrasen

CDU und FDP wollen insgesamt eine Million Euro in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 bereitstellen. Darüber hinaus beantragen SPD und CDU, einen Sportstättenentwicklungsplan aufzustellen.
28.08.2019, 15:35
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Antrag auf Mittel für Kunstrasen
Von Justus Seebade
Antrag auf Mittel für Kunstrasen

In die Debatte um einen möglichen Kunstrasenplatz für Delmenhorst ist ein weiteres Mal Bewegung gekommen. Die Fraktionen von CDU und FDP haben nun einen Antrag auf finanzielle Mittel gestellt.

Koch

Delmenhorst. Die Fraktionen von CDU und FDP im Delmenhorster Rat beantragen, finanzielle Mittel für die Planung und den Bau von Kunstrasenplätzen bereitzustellen. Diese sollen den Vorstellungen der Christ- und Freidemokraten zufolge in Höhe von einer Million Euro sinnvoll auf die Haushaltsjahre 2020 und 2021 verteilt werden. „Es wird Zeit, dass auch die Delmenhorster Fußballvereine die Möglichkeit bekommen, das ganze Jahr über zu trainieren und zu spielen“, sagt Kristof Ogonovski, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Im Vergleich zu den Vereinen aus dem Delmenhorster Umland, die bereits über Kunstrasenplätze verfügen, haben unsere Vereine einen echten Nachteil, weil sie teilweise nur sechs bis sieben Monate im Jahr trainieren können“, meint Ogonovski.

Dass ein möglicher Kunstrasen weiterhin auf der politischen Agenda steht, freut Marco Castiglione, Fußball-Abteilungsleiter des TV Jahn Delmenhorst und treibende Kraft bei dem Thema. „Wir würden es natürlich begrüßen, wenn an der Sache weiter gearbeitet wird. Das ist ein Weg, den man in Delmenhorst einschlagen sollte. Ein Kunstrasen gehört zum Sportstätten-Portfolio einer Stadt“, sagt Castiglione. Es stimme ihn positiv, „dass die Parteien am Ball bleiben. Ich finde, das ist ein wichtiges Signal.“ Zugleich betont der Jahn-Funktionär, dass er nach wie vor auf ein breites Bündnis für einen Kunstrasen hoffe. „Ganz wichtig ist das Interfraktionelle, dass die Parteien zusammenarbeiten“, meint Castiglione. Das Ziel sei, dass man ein Gemeinschaftsprojekt erkennt.

Die Politik greift allerdings nicht nur das Thema Kunstrasen ein weiteres Mal auf. Darüber hinaus beantragt die Gruppe SPD & Partner gemeinsam mit der CDU-Fraktion, für die Stadt einen Sportstättenentwicklungsplan aufzustellen. Dieser sei dringend notwendig. „Sportentwicklung ist ein Teil einer umfassenden Stadtentwicklungskonzeption, deshalb soll sich dieser Plan später in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept einfügen“, heißt es in dem Antrag.

In einem Sportstättenentwicklungsplan wird die Situation der städtischen und vereinseigenen Anlagen im Detail beleuchtet. Er enthält Daten wie Größe, Lage, Alter, Unterhaltungszustand sowie aktuelle und erwartete Nutzungsdaten. „Zu einigen Punkten liegen der Verwaltung bereits Daten vor, die nun zu einem Konzept zusammengeführt werden müssen. An diesem langfristigen Konzept müssen Stadtsportbund und Vereine beteiligt werden. Nur so ist eine langfristige Planung der nächsten zehn Jahre sinnvoll möglich“, heißt es in dem Antrag weiter.

Die Gruppe SPD & Partner und die CDU erhoffen sich durch einen Entwicklungsplan Antworten auf viele Fragen, beispielsweise welche Sportanlagen aktuell und zukünftig für Vereins- und Schulsport benötigt werden, wie der öffentliche Raum für Sport und Bewegung attraktiver gestaltet und wie der „enorme Investitionsstau“ im Sport in Zukunft abgebaut werden kann.

Die Überlegungen zu einem solchen Plan stoßen bei Marco Castiglione ebenfalls auf Anklang. „Überall in der Stadt erlebt man, dass der Sport ein wichtiger Bestandteil ist“, sagt er und verweist auf alle möglichen Vereine. Ein strukturelles Papier gehöre deshalb dazu. „Ich freue mich, dass das mit auf den Weg gebracht werden soll“, sagt Castiglione.

Jürgen Janßen, Vorsitzender der HSG Delmenhorst, sieht in einem Sportstättenentwicklungsplan zwar grundsätzlich eine gute Idee für die Zukunft. „Ich befürchte aber, dass das viel Aufwand bedeutet“, sagt er. Und in Bezug auf die sanierungsbedürftige Stadionhalle müsse eigentlich möglichst schnell etwas geschehen. Arbeiten an der Halle müssten parallel zu einem Entwicklungsplan laufen, „da müsste sofort etwas gemacht werden“, meint Janßen. Verwaltung und Politik würden zu lange brauchen.

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