SV Atlas Delmenhorst

Aufbruchstimmung

Der Fußball-Oberligist ist in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Beim ersten Training präsentierten die Delmestädter einen neuen Torwart. Zudem steigt Stefan Keller mit großen Plänen in den Vorstand auf.
24.06.2019, 16:33
Lesedauer: 4 Min
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Aufbruchstimmung
Von Michael Kerzel
Aufbruchstimmung

Die erste Trainingseinheit liegt hinter den Fußballern des SV Atlas Delmenhorst.

FOTOS: INGO MÖLLERS

Die zurückliegende Saison endete mit dem Paukenschlag des Pokalsiegs, doch die Spielzeit in der Oberliga verlief mit zwei Trainerentlassungen letztlich enttäuschend für den SV Atlas Delmenhorst. Nun herrscht Aufbruchstimmung bei den Blau-Gelben und ihrem neuen Trainer Key Riebau, der nun mit seinen Mannen in die Vorbereitung gestartet ist. Der erste Test geht bereits an diesem Sonnabend, 14 Uhr, gegen Hannover 96 II über die Bühne. Neben den bereits bekannten Neuzugängen (wir berichteten) hat Atlas zum Auftakt noch einen neuen Torwart präsentiert. Damit noch nicht genug der Neuigkeiten: Der bisherige Berater des Vorstands, Stefan Keller, rückt in ebendiesen auf und übernimmt den Bereich Marketing/Vertrieb – zunächst provisorisch bis zur Jahreshauptversammlung.

Neuer Torwart für den SVA

Durch den Abgang von David Lohmann ist eine Planstelle im Kader frei geworden. Diese nimmt der 25-jährige Malte Seemann ein. Er bestritt mehr als 100 Bremen-Liga-Spiele und war 2014 sogar Fußballer des Jahres in Bremen. Er kommt vom Bremer SV. „Unser Anspruch ist, drei Keeper zu haben. Und ich freue mich, dass Malte sich uns anschließt. Wir haben somit alle Positionen doppelt oder dreifach besetzt, um gut in diese lange und harte Saison zu gehen und um auf allen Positionen einen Konkurrenzkampf zu haben. So kann sich niemand ausruhen oder hat einen Freifahrtschein, sondern es ist Feuer drin“, erklärt Bastian Fuhrken, Leiter Leistungsfußball. Neu-Coach Key Riebau sieht in Seemann einen Kandidaten für die Nummer eins: „Malte hat beim Bremer SV gezeigt, welche starken Qualitäten er hat. Wir haben einen Torhüter gewonnen, der den Kampf um die Position Nummer eins noch spannender macht. Auch als Typ ist Malte ein echter Gewinn für das Team“, meint er.

Keller steigt in Vorstand auf

Bislang beriet Stefan Keller den Vorstand des SV Atlas, zum 1. Juli dieses Jahres übernimmt er nun kommissarisch den Vorstandsposten Vertrieb/Marketing beim Fußball-Oberligisten. Er soll dieses Amt zunächst bis zur Jahreshauptversammlung innehaben. Dort wird er voraussichtlich für den Posten kandidieren, um diesen dauerhaft zu bekleiden. Er folgt auf Bastian Ernst, der sich aus zeitlichen Gründen zurückgezogen hat.

Der 45-jährige Keller hat eine blau-gelbe Vergangenheit: Er durchlief die Jugendabteilungen des SVA und spielte bei den Herren. „In den letzten Monaten konnte ich feststellen, dass Stefan die Idealbesetzung für diesen Posten ist. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, denn wir haben die gleiche Sichtweise, wie der SV Atlas sich weiterentwickeln kann“, sagt der 1. Vorsitzende Manfred Engelbart.

Keller hat bereits langfristige Ziele im Auge. Er verschaffte sich in den vergangenen Monaten eine Übersicht über Verein und Verantwortliche. „Viele Dinge für die nächste Spielzeit sind gesetzt, aber man kann ja schon Maßnahmen für die Zukunft angehen, beispielsweise im Sponsorenbereich“, sagt der 45-Jährige. Er hat vor, den SV Atlas in der Öffentlichkeit präsenter zu machen. Und das über den sportlichen Bereich hinaus.

„Wir haben im Pokal-Halbfinale gegen Wunstorf mit dem „Atlas-Club“ angefangen. Das wollen wir institutionalisieren“, blickt Keller voraus. Zudem will er „Atlas 50“, einen weiteren Sponsorenclub, vorantreiben. 50 Mitglieder zahlen hier je 1000 Euro. „Wir wollen Atlas 50 weiter aufladen. Wir verfolgen hier auch einen karitativen Zweck. Wir wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben“, erklärt Keller. Er stehe in Kontakt mit Hans Böhmann, der lange Jahre Chef der Kinderklinik in Delmenhorst war und sich auch weiter für kranke Kinder engagiert. „Wir wollen mit Atlas ein Aushängeschild der Stadt sein. Nicht nur sportlich. Wir glauben, dass Menschen, die uns unterstützen, das gut finden. So soll eine Win-Win-Situation entstehen. Für die Kinder, aber natürlich auch für den Verein“, beschreibt Keller. So soll ein „intensiveres Bild“ von Atlas kommuniziert werden, was sich letztlich in den Mitgliederzahlen widerspiegeln soll. Klar sei, dass nicht nur Bilder erzeugt, sondern die Werte auch gelebt werden müssen. „Wir wollen mit dem begeistern, was wir tun. Es ist da nicht so entscheidend, ob wir Ober- oder Regionalliga spielen“, meint das neue Vorstandsmitglied. Das DFB-Pokalspiel gegen Werder helfe in puncto Bekanntheit und Akzeptanz. So soll der Sponsorenkreis erweitert werden. „Aktuell sind die Sponsoren aus Delmenhorst. Und wir sind denen total dankbar. Aber wir wollen den Kreis schon auf das Umland erweitern“, sagt Keller.

Stadion-Idee etablieren

Präsident Manfred Engelbart hat kürzlich mit der Aussage, dass er ein neues Stadion in Delmenhorst bauen möchte, für Aufsehen gesorgt. „Was Manni gemacht hat, ist eine Projektion, aber sie kommt nicht aus der hohlen Hand. Wir möchten gerne ein Fußballstadion haben, was aber ermöglicht, dass da auch andere Veranstaltungen stattfinden können. Beispielsweise ein Konzert von Sarah Connor. Warum denn nicht?“, meint Keller. Engelbart habe auch gesagt, dass viele private Unterstützer notwendig wären. Das Projekt funktioniere nur in einem engen Schulterschluss mit der Stadt. Es sei sehr ambitioniert. „Am Anfang steht immer die Idee. Aber wenn man in zehn Jahren etwas haben will, muss man jetzt anfangen“, meint Keller. Atlas habe sich als würdig erwiesen. „Beim Pokalfinale in Hannover waren 1200 Leute aus Delmenhorst, bei einem DFB-Pokalspiel im Weser-Stadion kämen, da bin ich mir sicher, 5000 bis 8000 aus Delmenhorst“, erwartet Keller. Ein neues Stadion hätte auch Einfluss auf Sponsoren und die sportliche Entwicklung des Vereins. „Das eigene Stadion ist natürlich mitverantwortlich dafür, wie Atlas spielt“, sagt Keller.

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