SV Atlas Delmenhorst

„Die Jungs haben unheimlich viel Bock“

Trainer Key Riebau spricht im Interview über die aktuelle Erfolgsserie seines Teams. Er zeigt sich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, sieht aber auch weiterhin Verbesserungspotenzial.
14.10.2019, 15:43
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
„Die Jungs haben unheimlich viel Bock“
Von Justus Seebade
„Die Jungs haben unheimlich viel Bock“

SVA-Coach Key Riebau fordert von seiner Mannschaft, dass sie gierig bleibt und die Intensität hochhält.

INGO MÖLLERS
Nach zehn Spielen in der Fußball-Oberliga ist Ihr Team immer noch ungeschlagen. Haben Sie damit gerechnet, dass es dermaßen gut laufen würde?

Key Riebau: Nein. Ich bin generell immer ein bisschen pessimistischer, was das angeht. Ich wusste schon, dass wir eine Qualität im Team haben, die sehr gut sein kann, und dass wir was entwickeln können, wenn vieles gut zusammenläuft. Man muss einfach sagen, dass die Mannschaft sehr gut zueinandergefunden hat, die Neuzugänge sich super integriert haben. Jedes positive Ergebnis bestärkt das Ganze. Das macht es dann natürlich ein bisschen einfacher zu arbeiten. Ich glaube, davon profitiert die Mannschaft, aber auch wir als Trainerteam. Wir merken, dass die Jungs unheimlich viel Bock haben, zusammen auf dem Platz zu stehen und für den Erfolg zu arbeiten, auch im Training.

Man hat den Eindruck, dass Atlas gegen jeden Gegner sehr fokussiert auftritt. Wie schaffen Sie das?

Zuerst einmal glaube ich, dass wir es immer wieder schaffen, uns beim Warmmachen schon gut zu fokussieren. Malte Müller (Co-Trainer, Anm. d. Red.) und ich legen viel Wert darauf, wie die Jungs sich warm machen. Die Spiele gegen die Mannschaften aus den unteren Regionen sind letztlich fast noch wichtiger, um im oberen Drittel überwintern zu können, weil da oft der Schlendrian reinkommen kann. Der war gegen Northeim in den ersten 25 Minuten ein bisschen drin. Man muss die Partien genauso ernst angehen wie die gegen die ersten vier Teams. Die Jungs müssen wissen, dass das mit weniger Prozent nicht funktioniert, dass das dann auch nach hinten losgehen kann.

Sie scheinen der Mannschaft ja gut zu vermitteln, dass man in jedem Spiel Vollgas geben muss.

Für uns im Trainerteam ist es natürlich auch leichter, im Erfolg Sachen vermitteln zu können. Die Mannschaft geht da dementsprechend mehr hinterher, weil man zeigt, dass man mit seiner Analyse und seinem Spielstil recht hat. Daher gehen wir in Vorleistung. Aber letztlich ist die Mannschaft der entscheidende Faktor, und bis jetzt macht sie es sehr, sehr gut.

Das Team ist flexibel und erzielt die Tore nach Standards, aber auch aus dem Spiel heraus. Zweifelsfrei eine weitere Stärke.

Ich glaube, dass es wichtig für die Mannschaft ist, bei Ballbesitz einen klaren Plan zu haben. Wir wissen, wie viele Jungs wir dabei haben, die gerne Fußball spielen. Wenn ich zum Beispiel einen Musa Karli sehe: Das sind Spieler, die davon leben, den Ball zu haben. Es ist wichtig, den Faktor Ballbesitz zu nutzen, weil wir viele richtig gute Jungs im Kader haben, die davon profitieren, dass wir jetzt viel mehr Ballbesitz haben als in den beiden vorherigen Saisons.

Atlas verweist derzeit auf ein Torverhältnis von 30:8. Die Balance zwischen Defensive und Offensive scheint zu stimmen.

Ja, absolut. Ich glaube, dass wir nach wie vor gut daran tun zu wissen, dass wir gerade in der Defensivausrichtung immer noch oftmals nicht alle Lücken schließen, nicht immer mit allen zehn Feldspielern gut verschieben und da immer noch großes Verbesserungspotenzial haben. Aber natürlich läuft es bis dato sehr gut.

Was außerdem auffällt: Auch wenn Stammspieler fehlen, können Sie die Ausfälle gut kompensieren. Jeder, der eingewechselt wird, macht seine Arbeit prima.

Das ist, glaube ich, im Moment auch ein bisschen die Welle, auf der wir schwimmen. Je mehr Sicherheit diejenigen, die viel spielen, ausstrahlen, desto leichter ist es auch für Spieler, die reinkommen, ihr Potenzial abzurufen. Das ist natürlich im Erfolg deutlich leichter als im Misserfolg.

Damit einher geht auch, dass viele Spieler Tore erzielen. Insgesamt sind es in dieser Saison bereits 14 verschiedene Schützen. Das macht Atlas für die Gegner schwierig auszurechnen.

Ja, das kommt noch dazu. Es ist sowieso sehr positiv, dass sich das auf mehrere Schultern verteilt. Wir haben viele Jungs, die den Drang haben, Tore schießen zu wollen, und sehr großes Potenzial haben, gefährlich zu werden. Das ist eine Sache, die uns für die Zukunft sehr stark machen kann.

Am kommenden Sonnabend erwartet Ihre Mannschaft mit dem Heeslinger SC wieder ein anderer Gradmesser.

Ich glaube, dass wir da noch mal eine Schippe drauflegen müssen, sowohl in der Laufbereitschaft als auch in der Zweikampfbereitschaft. Wir haben jetzt gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr verunsichert wirkte und nach dem frühen 0:3 in der zweiten Halbzeit mehr oder weniger zusammengebrochen ist. Das wird gegen Heeslingen nicht passieren. Das wird von der Intensität her ein ganz anderes Spiel. Aber wir wissen, dass wir gerade zu Hause im Moment sehr gut abliefern und sehr gute Spiele zeigen können. Wir werden uns wieder intensiv vorbereiten und im Trainerteam darauf achten, dass wir wieder eine sehr gute Trainingswoche haben. Wir werden den Jungs klar machen, dass es ganz wichtig ist, dass sie gierig bleiben. Erfolg kann man nur haben, wenn man die Intensität hochhält und Lust hat, sich für das Team zu zerreißen. Dazu hoffen wir, dass die Menschen in der Stadt das sehen und nicht für selbstverständlich halten, dass sie uns unterstützen, weil wir natürlich auch die Fans und Zuschauer brauchen, um ein positives Ergebnis zu erzielen.

Das Interview führte Justus Seebade.
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+