Tennis Die Perspektive fehlt beim TC Blau-Weiß Delmenhorst

Der TC Blau-Weiß Delmenhorst meldet wegen Personalmangels sein höchstes Damenteam vom Spielbetrieb ab. Man habe die Entscheidung schweren Herzens treffen müssen, sagt Sportwart Carsten Glander.
05.11.2019, 16:52
Lesedauer: 2 Min
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Die Perspektive fehlt beim TC Blau-Weiß Delmenhorst
Von Justus Seebade

Sie haben bis zuletzt gehofft – doch am Ende hatte es keinen Sinn. Der TC Blau-Weiß Delmenhorst hat sein höchstes Damenteam aus der Tennis-Landesliga abgemeldet. Der Grund ist, dass der personelle Aderlass nicht aufgefangen werden kann. Daher habe man die Entscheidung schweren Herzens treffen müssen, sagt TC-Sportwart Carsten Glander. Die ersten Punktspiele in der Landesliga finden im Januar statt – nun also ohne Delmenhorster Beteiligung.

Der Verein verliert damit ein Aushängeschild. Bereits in den vergangenen Jahren war die Personaldecke ziemlich dünn, nun musste Blau-Weiß die Reißleine ziehen. Neben Trainer Patrick Jersch schließen sich Kristina Quindt, Teresa Fuchs, Madelaine Netthöfel und wohl auch Laura Schneider dem TV Süd Bremen aus Huchting an. Damit aber noch nicht genug. Sabrina Götzen studiert in Amerika und Ingrid Suslov hat es aus beruflichen Gründen nach Kiel verschlagen.

Aus den eigenen Reihen lässt sich diese enorme Lücke nicht schließen. „Wir haben auch im Nachwuchs nicht die adäquate Verstärkung“, sagt Blau-Weiß-Trainer Julian Thomas. Das bestätigt Carsten Glander. „Wir haben einfach keine Perspektive mehr gesehen, weil auch nichts nachkommt“, erklärt er. Aus der zweiten Damenmannschaft, die künftig die einzige ist, die am Spielbetrieb teilnimmt, könnten zwar theoretisch Spielerinnen hochgezogen werden, doch sinnvoll sei das nicht. „Das passt leistungsmäßig nicht. Der Unterschied ist zu groß, da müssen wir realistisch sein“, sagt Glander. Das Team geht in der Regionsliga an den Start.

Eine andere Möglichkeit wäre, Akteurinnen von außerhalb zu holen, doch das stand für die Delmenhorster nicht zur Debatte. „Wenn man eine fast komplett fremde Truppe ist, hat man das Ziel verfehlt“, meint Thomas. Wenn man eine bestehende Mannschaft gezielt mit einer Topspielerin verstärken würde, wäre das seiner Ansicht nach sinnvoll. Das ist nach den ganzen Abgängen bei Blau-Weiß aber eben nicht möglich. Und mit finanziellen Mitteln wollen die Delmestädter nicht arbeiten. Das ist nicht ihr Konzept, wenngleich es dadurch schwierig sei, Leute von anderen Vereinen zu bekommen, wie Glander erklärt. Aber: „Wir wollen mit eigenen Leuten etwas Schönes erreichen“, betont Thomas.

Hätten die Delmenhorster bereits früher gewusst, dass sie kein Team zusammenbekommen, hätten sie von vornherein gar nicht erst für die Landesliga gemeldet. „Wir haben gehofft, dass wir es hinkriegen“, erklärt Glander. Doch es klappte nicht mehr. Generell gehe der Trend mehr in Richtung Breitensport. „Es sind immer weniger bereit, Leistungstennis zu spielen“, beobachtet Glander.

Übrigens: Die Akteurinnen, die nach Huchting gewechselt sind, wollten im Winter noch für Blau-Weiß aufschlagen und im Sommer dann für ihren neuen Verein. Das haben die Delmenhorster jedoch abgelehnt.

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