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Die Regenfälle von Düsternort

Aufgrund des Unwetters am Mittwochabend musste die Partie zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem MTV Eintracht Celle abgebrochen werden. Selbst das Tribünendach hielt den Wassermassen nicht mehr stand.
29.08.2019, 18:05
Lesedauer: 2 Min
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Die Regenfälle von Düsternort
Von Justus Seebade
Die Regenfälle von Düsternort

Atlas im Regen: Das Unwetter am Mittwochabend sorgte dafür, dass an Fußball im Düsternortstadion nicht mehr zu denken war.

fotos: INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Langsam macht sich Ungewissheit breit im Düsternortstadion. Logischerweise macht sie das, schließlich tut sich auf dem Fußballplatz schon seit zehn Minuten nichts mehr. Wie auch? Es gießt wie aus Eimern, und das ist eigentlich noch vorsichtig formuliert. Kurze Zeit später kann von Eimern keine Rede mehr sein. Der Himmel öffnet seine Pforten endgültig so weit, wie es nur geht. Die grauen Wolken wollen offensichtlich alles loswerden, was sie in sich tragen. Und zusätzlich leuchten immer wieder Blitze auf.

Das Stadion an der Düsternortstraße ist für solch ein Unwetter nicht gemacht. Seit 18.48 Uhr ist das Nachholspiel der Fußball-Oberliga zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem MTV Eintracht Celle unterbrochen. Der Schiedsrichter hat die Akteure in die Kabinen geschickt. Zunächst waren einige Fans noch optimistisch, hofften darauf, dass der Schauer vielleicht nur von kurzer Dauer sein könnte. Ihr Wunsch wird mit zunehmender Regen-Intensität jedoch immer unrealistischer. Auf dem Rasen bilden sich immer mehr Pfützen, mittlerweile ist er völlig durchnässt. Die Zuschauer auf den ersten Reihen der Tribüne haben ihre Sitzschalen inzwischen verlassen und etwas weiter oben Platz genommen, denn unten hat der Regen bereits die Regentschaft übernommen.

Doch wer sich in Sicherheit wähnt, nur weil er einige Reihen aufgerückt ist, wird schnell eines Besseren belehrt. Selbst das Tribünendach muss an einigen Stellen nachgeben. Manchmal tropft es nur ein wenig hindurch, wer komplett ungünstig steht, kriegt schon mal einen kleinen Guss ab. Ein Regenschirm unter dem Dach wäre, so seltsam es klingen mag, keine schlechte Idee.

Kurz nach 19 Uhr dann der Lichtblick: Es hat tatsächlich aufgehört zu regnen. Die Spieler und Offiziellen kommen wieder aufs Feld und unterziehen es einem Härtetest, bei dem dann doch eher die Weichheit überprüft wird, und zwar die des Untergrundes, auf dem theoretisch der Ball rollen soll. Ob er das tut, testet um 19.10 Uhr Tom Schmidt. Er kickt einen Ball auf den Platz. Der rollt super – nämlich gar nicht. Die Geschichte mit der Ungewissheit legt sich. Dass hier noch Fußball gespielt werden kann, ist eigentlich ausgeschlossen.

So kommt es, wie es kommen muss: Um 19.18 Uhr steht fest, dass die Partie abgebrochen wird. Alle Beteiligten wissen, dass es im Grunde die einzige Option ist. Auch Atlas-Trainer Key Riebau spricht von einer „vernünftigen Entscheidung“, wenngleich er mit seinem Team natürlich gerne gewonnen und den ersten Tabellenplatz erobert hätte. „Dann holen wir uns die Spitze eben in den nächsten Spielen“, nimmt SVA-Akteur Musa Karli den Abbruch relativ gelassen hin. „Es ist ärgerlich, aber ich denke nicht, dass uns das zurückwirft“, fügt er hinzu.

Einige Minuten später hat sich die Sache mit der Trockenheit schon wieder erledigt. Es fängt wieder an zu regnen, zu schütten, kurzzeitig sogar zu hageln. Die Wassermassen erobern Delmenhorst, und damit auch das Düsternortstadion.

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