Fußball-Bezirkspokal Eine Klasse besser

Der SV Tur Abdin steigert sich im Vergleich zum Punktspiel-Auftakt deutlich und bezwingt den TuS Heidkrug im Bezirkspokal mit 4:0.
08.08.2019, 16:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian

Nur ein Tor mehr, aber eine Klasse besser – drei Tage nach dem zu hoch ausgefallenen 3:0 zum Punktspiel-Auftakt hat der SV Tur Abdin Delmenhorst die Bezirkspokal-Partie gegen den TuS Heidkrug mit 4:0 (1:0) für sich entschieden. „Und damit sind wir noch gut bedient“, gab TuS-Coach Selim Karaca unumwunden zu. Denn Abdin zeigte eine „sehr reife Leistung, ich bin zu 100 Prozent zufrieden“, wie der Sportliche Leiter Isa Tezel feststellte. Johannes Artan (9.), Dennis Thüroff (60.), der Ex-Heidkruger Jonas Yildiz (75.) und Lukas Matta (84.) nutzten vier der insgesamt zehn hochkarätigen Möglichkeiten der Gäste, die fleißig durchrotierten.

Während Karaca mit den Verteidigern Tobias Kruschke und Luca Hoffschmidt nur zwei Neulinge im Vergleich zum Sonntag brachte, schenkte Tezel gleich einem Sextett vorheriger Bankdrücker das Vertrauen. Die Neuen überzeugten quasi durch die Bank weg und sorgten für Luxusprobleme bei Tezel und Cheftrainer Andree Höttges, der am Sonntag bei der Partie in Obenstrohe wieder dabei sein wird.

Tezels Ansage vor dem Spiel war klar: „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie die Chance haben zu zeigen, dass wir mit elf gegen elf besser sind.“ Im Punktspiel hatte bekanntlich TuS-Akteur Tom Köster schon Mitte der ersten Hälfte die Rote Karte gesehen, doch insbesondere in Unterzahl waren die Heidkruger teilweise mindestens gleichwertig. Ganz anders sah das am Mittwochabend aus: Gleich der erste Abdin-Angriff saß. Johannes Artan umkurvte nach einem Diagonalball von Thüroff Nils Giza und schob mit dem linken Fuß ins kurze Eck ein (9.). Nur dank zwei Glanzparaden von TuS-Keeper Maximilian Hiller gegen Thüroff (11.) und Artan (14.) blieb Heidkrug noch in der Partie. „Zum Glück war Abdin da etwas fahrlässig“, schnaufte Karaca durch. Seine Mannschaft hatte kaum Ballbesitz und vor dem Seitenwechsel nur eine nennenswerte Möglichkeit durch den halbrechts von Giza freigespielten Luca Reinhold (26.).

Nach dem Wiederanpfiff hatte der TuS – jetzt mit Dreier- statt Viererkette – seine beste Phase. Zwar machte der bei Abdin eingewechselte Lukas Matta gleich Betrieb (zwei Chancen, 50./55.), doch der Aufsteiger spielte jetzt entschlossener nach vorne. Bei Abdin stieß der nominelle Sechser Thüroff immer wieder gefährlich in die Spitze vor, wurde aber nicht immer abgesichert und öffnete Heidkrug Räume. „Man kann eben nicht über 90 Minuten komplett auf höchstem Niveau spielen“, hakte Tezel die kurze Schwächephase ab. Aufgrund fehlender Entschlossenheit von Reinhold (56.) und einer Rettungstat von Frederik Dittmar gegen Giza (57.) musste Abdin-Keeper Marc Ibrahim nicht zupacken. Und mit dem 2:0 von Thüroff nach eigener Balleroberung und Querleger von Artan (60.) holte sich Abdin die Dominanz zurück.

Die Gäste brachten mit Martin und später Markus Demir zwei weitere Ex-Heidkruger. Auch Jonas Yildiz spielte vor zwei Monaten noch für den TuS, entsprechend groß war die Freude über sein 3:0 in Minute 75. Wobei der Treffer zu einem großen Teil auf das Konto von Innenverteidiger Lukas Mutlu ging, der sein Solo über den halben Platz mit einer Ablage auf Yildiz abschloss. Auch Markus Demir sammelte noch einen Scorerpunkt mit der Flanke auf Lukas Matta, die der Joker zum 4:0 einköpfte (84.). „Das ist auch in der Höhe verdient“, freute sich Abdins zweiter Sportlicher Leiter Mathias Demir zu Recht.

Inzwischen hatten sich schon einige der Heidkruger Anhänger unter den 120 Zuschauern auf den Heimweg gemacht, kurz darauf pfiff der sichere Schiedsrichter Theodor Potiyenko das ungleiche Spiel ab. „Das war ein ganz klares Ding. Am Sonntag dachte ich, wir wären in der Bezirksliga angekommen. Heute muss ich das revidieren. Wenn das die B-Elf von Abdin sein soll, dann sind sie nicht unser Maßstab. Wir hatten nur eine oder zwei halbe Chancen pro Halbzeit“, fasste Karaca das Pokal-Aus realistisch zusammen. Tezel ergänzte: „Am Sonntag waren wir nicht so griffig, die Rote Karte kam uns nicht entgegen. Heute haben wir sehr kompakt gestanden, da gibt es nichts zu meckern.“

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