Fußball-Bezirksliga

Eine Viertelstunde Tiefschlaf bringt Baris um Punkte

Der SV Baris Delmenhorst taumelt der Abstiegszone nach einem 2:5 gegen den SV Brake entgegen.
27.10.2019, 18:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Ralf Kilian
Eine Viertelstunde Tiefschlaf bringt Baris um Punkte

Mikael Blümel war gegen den SV Brake der beste Baris-Akteur und erzielte auch einen Treffer. Doch für einen Punktgewinn reichte das nicht für die Delmenhorster.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Man muss sich Sorgen machen um den SV Baris im Herbst 2019. Durch die 2:5 (2:5)-Heimklatsche gegen den zuvor punktgleichen SV Brake rutschten die Delmenhorster auf Platz 13 der Fußball-Bezirksliga ab – nur noch einen Punkt entfernt von den Abstiegsplätzen. Die vierte Niederlage in Folge bei 7:19 Toren stand schon vor der Halbzeitpause fest und resultierte aus einem kollektiven Blackout in der Viertelstunde vor dem Seitenwechsel. „In dieser Viertelstunde haben wir das Spiel verloren“, fasste Baris Caki das Geschehen zusammen. Der Teammanager trug am Sonntag die Verantwortung, weil Önder Caki privat verhindert war.

„Wir wollten die ersten zehn Minuten voll draufgehen, das hat auch gut funktioniert“, beschrieb Baris Caki den Matchplan. Schon nach etwas mehr als zwei Minuten landete eine Flanke von Mikael Blümel an der Latte, Torwart Joris Langerenken agierte etwas orientierungslos und Mergim Bajqinovci staubte zum 1:0 ab. Danach hielt Langenrenken gut gegen Blümel (8.) und schickte in der elften Minute mit Windunterstützung Dominik Schwarting, der Miklas Kunst bediente – 1:1. Zunächst ließ sich Baris nicht irritieren, Mert Caki hätte schon zum 2:1 treffen können (15.). Blümel, der Beste bei Baris, holte das in Minute 24 nach. An der rechten Eckfahne spielte der Baris-Kapitän zwei Verteidiger aus, nahm Cuma Caliskan zum Doppelpass mit und hämmerte die Kugel aus zehn Metern zum 2:1 in den Winkel.

Es sah nach einem typischen Baris-Spiel mit offenem Visier aus. Doch mit dem 2:2 von Kunst (27.) folgte ein völliger Absturz aller Systeme. Brakes Torjäger – jetzt 14 Saisontreffer - profitierte von einem Luftloch von Patrick Schumacher und traf mit Hilfe des Innenpfostens. „Die Gegentore waren alle individuelle Dinger“, klagte Baris Caki später. „Ich habe die Jungs vorher daran erinnert, dass es normal ist, wenn wir zwei Gegentore kassieren und sie sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen lassen sollen. Trotzdem haben wir dann fast alles falsch gemacht.“ Das galt auch für die erstmalige Gäste-Führung, weil Bajqinovci den aus dem Strafraum herauslaufenden Sascha Schwarze foulte. Jan Speer nahm das Elfmetergeschenk an und traf zum 2:3 (37.). Brakes Nummer 17 zeichnete auch für das 2:4 verantwortlich, Gegenspieler waren weit und breit nicht zu sehen. Vor dem 2:5 (43.) rannte Kunst frei auf den Baris-Kasten, Keeper Orhan Karakaya reagierte noch stark, doch Finn Landwehr staubte ab.

Damit ging es für Baris nur noch um Schadensbegrenzung. „Wir wollten in der zweiten Halbzeit Charakter zeigen“, erklärte Caki. Zumindest das gelang, Brake kam offensiv nur noch einmal zum Zuge (Parade Karakaya gegen Kunst 83.). Aber auch die Gastgeber blieben abgesehen von der todsicheren Möglichkeit für Abdou Dieng (87.) harmlos. „Wie wir da das leere Tor nicht treffen, ist natürlich bezeichnend“, meinte Baris Caki. Am Donnerstag kommt es zum Schlüsselspiel beim zuletzt von SV Tur Abdin arg gerupften Heidmühler FC. „Personell sieht es nicht so gut aus, da müssen wir uns Spieler aus der Zweiten holen“, blickte Baris Caki nicht sehr optimistisch voraus. In jedem Fall ist dann Charakter über 90 Minuten gefragt.

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