Friedensturnier des SV Baris

FC Hude holt den Pott

Beim 34. Friedens- und Freundschaftsturnier des SV Baris haben die Teilnehmer erfrischenden Hallenfußball gezeigt. Im Finale setzte sich der FCH gegen den Ahlhorner SV durch.
12.01.2020, 19:30
Lesedauer: 4 Min
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Von Ralf Kilian

Drei Turnierteilnahmen – drei Siege: Der FC Hude stellt bislang die Hallenkönige dieses Winters. Nach Erfolgen in Elsfleth und Brake holte sich der Fußball-Bezirksligist verdientermaßen auch den Pott beim 34. Friedens- und Freundschaftsturnier des SV Baris in der Delmenhorster Stadionhalle. Nach einer taktisch geprägten Nullnummer im Endspiel gegen Titelverteidiger Ahlhorner SV musste die Entscheidung im Neunmeterschießen fallen. Keeper Marvin Müller parierte die letzten beiden Schüsse glänzend und versank in einer Jubeltraube.

Abgesehen vom Finale stellten die Akteure zur Freude der knapp 300 Zuschauer taktische Zwänge hintenan und spielten erfrischenden Hallenfußball mit viel Tempo, aber ohne unnötige Zweikampfhärte. In den 18 Partien verhängten die Schiedsrichter Frank Dobroschke und Markus Deitenbeck nur eine Zeitstrafe. Dobroschke hat in diesem Jahrtausend noch kein Baris-Turnier verpasst, er pfiff bereits zum 25. Mal beim Friedensturnier. „Damit gehört er bei uns zum Inventar“, scherzte Teammanager Baris Caki, der als Turnierleiter und Hallensprecher durch den Abend führte. SVB-Trainer Önder Caki war „sehr zufrieden. Es wird im nächsten Jahr auf jeden Fall die 35. Auflage geben. Schließlich ist es das einzige Hallenturnier dieser Art in Delmenhorst.“

Faire Gangart

Nachdem sich die Spieler mit dem Eröffnungstanz Halay aufgewärmt hatten, führten Oberbürgermeister Axel Jahnz und der Landtagsabgeordnete Deniz Kurku den Anstoß aus. Baris nahm den Schwung sofort mit und gewann das Auftaktmatch mit 4:1 gegen Wildeshausen. Der VfL war mit einem gemischten Team angetreten, aus dem Landesliga-Kader war ein Quartett dabei. Die vier Akteure hatten am Nachmittag bereits ein Testspiel auf dem Kunstrasen des VfL Oldenburg absolviert und wurden in der Halle durch einige Spieler der 2. Herren verstärkt, angeleitet von Mete Döner. Das gemischte Team spielte frisch nach vorne, stellte mit Elias Schröder den Torschützenkönig (sechs Treffer) und wurde mit dem Fairnesspokal geehrt. Wobei: „Wir hatten diesmal wirklich Schwierigkeiten, die fairste Mannschaft auszuzeichnen. Eigentlich hätten fast alle diesen Pokal verdient gehabt“, lobte Önder Caki die sportliche Gangart aller Teilnehmer.

Für Cakis Mannschaft reichte es nach zwischenzeitlicher Durststrecke (1:1 gegen Ahlhorn, 1:3 gegen Hude) trotz abschließender Erfolge in der Gruppenphase gegen Jahn (3:1) und Blumenthal (2:0) nur zur Partie um Platz drei, die man mit 3:2 gegen Bremen-Ligist Blumenthaler SV gewann. Offensiv überzeugten besonders die Youngster Mergim Bajqinovci und Sinan Özütemiz mit ihren technischen Fähigkeiten, hinten war Keeper Ercan Vayvalako eine Bank. Zweiter Delmenhorster Klub war der TV Jahn, dem am Ende jedoch nur der letzte Platz blieb. René Rohaczynski, der neben der A-Jugend jetzt auch die 2. Herren betreut, kümmerte sich diesmal zudem um die erste Mannschaft. Besonders aufgrund fehlender Aufmerksamkeit („Wir waren abgesehen vom 0:0 gegen Ahlhorn gefühlt immer zehn Meter entfernt vom Gegenspieler“) sprang am Ende nur der letzte Platz heraus. Überzeugen konnte trotz allem Neuzugang Marcel Skawinski, der nach einem Jahr Pause bei den Violetten anheuert und beim Turnier nicht nur wegen seiner drei Treffer herausragte. Außerdem hatte Rohaczynski Heimkehrer Markus Wloka im Aufgebot, der im Winter vom TuS Hasbergen an den Blücherweg gewechselt ist.

Eingespielter FCH

Beim FC Hude merkte man von Beginn an, dass sich die Mannschaft bei den vorherigen Turnieren einspielen konnte. Nach vier Auftaktsiegen gegen Jahn, Baris (jeweils 3:1), Wildeshausen (3:0) und Blumenthal (1:0) stand der FCH bereits als Finalist fest und konnte sich ein 1:4 gegen Ahlhorn erlauben. Der Titelverteidiger mit Idris Ahmed als einzigem Neuzugang blieb über das gesamte Turnier während der regulären Spielzeit unbesiegt. Trainer Servet Zeyrek war mit der Leistung des Kreisliga-Zweiten einverstanden. So ganz beschlossene Sache ist Zeyreks angekündigter Abschied im Sommer wohl doch noch nicht, in Ahlhorn möchte man den erfolgreichen Coach gerne halten.

Im Finale reichte es nicht zur Titelverteidigung. Hude hätte schon während der regulären 15 Minuten den Erfolg verdient gehabt. Cüneyt Yildiz lenkte das Spiel clever und wurde schließlich zum besten Akteur des Turniers gewählt. Zum Glück wollte Trainer Lars Möhlenbrock seinem Kapitän trotz zweier Kreuzbandrisse den Hallenkick nicht verbieten: „Günni ist keine 20 mehr. Er bewegt sich jetzt anders und macht zudem regelmäßig spezielles Muskelstimulationstraining.“ Überzeugen konnten auch Neuzugang Kevin Kari und Torjäger Nico Faulhaber. Als Hallen-Coach fungiert Möhlenbrocks Assistent Ralf Buss, der die Lehren aus dem 1:4 im Gruppenspiel gegen Ahlhorn gezogen hatte: „Im Finale hatten wir uns vorgenommen, etwas defensiver zu stehen und auf Konter zu setzen.“ Das klappte ganz gut, nur im Abschluss hatte der FCH etwas Pech.

So kam es zum Neunmeterschießen. Die ersten sechs Schützen versenkten alle die Kugel links unten. Ahlhorns Andre Reimann – im Gruppenspiel noch zweifacher Torschütze – wählte als Erster die andere Ecke und scheiterte an Marvin Müller. Ingmar Peters vollstreckte zum 4:3 und Müller parierte schließlich gegen seinen Torwartkollegen Niklas Riecken. Müller bescherte das die Auszeichnung zum besten Schlussmann des Turniers – und seiner Mannschaft den Titel. Buss hat derweil noch nicht genug: „Jetzt wollen wir auch die Hallenkreismeisterschaften gewinnen.“ Die Vorzeichen dafür stehen gut: Im vergangenen Jahr triumphierte Ahlhorn nach dem Erfolg beim Baris-Turnier auch bei der HKM.

Weitere Informationen

34. Friedens- und Freundschaftsturnier

SV Baris – VfL Wildeshausen 4:1

Ahlhorner SV – Blumenthaler SV 2:1

FC Hude – TV Jahn 3:1

SV Baris – Ahlhorner SV 1:1

VfL Wildeshausen – FC Hude 0:3

Blumenthaler SV – TV Jahn 5:1

SV Baris – FC Hude 1:3

VfL Wildeshausen – Blumenthaler SV 1:3

TV Jahn – Ahlhorner SV 0:0

Blumenthaler SV – FC Hude 0:1

SV Baris – TV Jahn 3:1

VfL Wildeshausen – Ahlhorner SV 1:5

SV Baris – Blumenthaler SV 2:0

Ahlhorner SV – FC Hude 4:1

VfL Wildeshausen – TV Jahn 4:3

FC Hude 11:6 12

Ahlhorner SV 12:4 11

SV Baris 11:6 10

Blumenthaler SV 9:7 6

VfL Wildeshausen 7:18 3

TV Jahn 6:15 1

Spiel um Platz 5

VfL Wildeshausen – TV Jahn 7:3

Spiel um Platz 3

SV Baris – Blumenthaler SV 3:2

Finale

FC Hude – Ahlhorner SV 4:3 n.N. (0:0)

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