Fußball-Oberliga

Florian Stütz vom SV Atlas ist ein bescheidener Ballverteiler

Florian Stütz besticht beim SV Atlas durch seine Spielintelligenz und seine Standards. Der Neuzugang nimmt in dieser Saison bislang eine prägende Rolle ein.
14.02.2020, 16:59
Lesedauer: 3 Min
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Florian Stütz vom SV Atlas ist ein bescheidener Ballverteiler
Von Justus Seebade
Florian Stütz vom SV Atlas ist ein bescheidener Ballverteiler

Florian Stütz wechselte vor der laufenden Saison vom Regionalligisten SSV Jeddeloh zum SV Atlas Delmenhorst. Bei seinem neuen Verein hat er sofort eine prägende Rolle eingenommen. "Er ist einer, der durch sein Spielverständnis ein hohes Maß an Ruhe ins Team bringt", lobt Trainer Key Riebau seinen Schützling.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Die Werte sind definitiv beeindruckend. Fünf Tore und 13 Vorlagen in 15 Partien – wer auf diese Anzahl an Scorerpunkten kommt, nimmt automatisch eine prägende Rolle im Spiel seiner Mannschaft ein. Auf Florian Stütz trifft diese Beschreibung zweifellos zu. Der Mittelfeldmann, der vor der laufenden Saison vom Fußball-Regionalligisten SSV Jeddeloh zum SV Atlas Delmenhorst wechselte, ist für die Blau-Gelben ein ganz wichtiger Faktor und hat einen nicht unwesentlichen Anteil am aktuellen Erfolg des Oberligisten – wenngleich er das selbst gar nicht besonders hervorheben möchte.

„Ich bin immer nur so stark wie das Team. Ich war noch nie der Spielertyp, der ein Spiel alleine entschieden hat“, sagt der 30-Jährige ganz bescheiden. Auf seine Stärken angesprochen, will er diese gar nicht so sehr betonen. Doch in beinahe jeder Partie der Delmenhorster tritt deutlich zutage, wie viel er für Atlas wert ist. Er setzt seine Mitspieler regelmäßig mit öffnenden Pässen in Szene, hat oftmals eine zündende Idee und zeichnet sich zudem immer wieder durch seine starken Standards aus, die regelmäßig zu Toren führen. Und auch in der Defensivarbeit weiß Stütz zu überzeugen.

Wenig überraschend also, dass Trainer Key Riebau warme Worte für seinen Schützling parat hat. „Er ist einer, der durch sein Spielverständnis ein hohes Maß an Ruhe ins Team bringt und seinen Mitspielern viel Sicherheit gibt. Hinzu kommt, dass er bei eigenem Ballbesitz ganz wichtige Impulse gibt“, lobt der Coach die Nummer 13 des SVA. Zudem seien seine Standards eine „unheimliche Waffe“. Dass dem so ist, kommt allerdings nicht von ungefähr. „Ich habe die früher in der Jugend trainiert. Im Herrenbereich ist das immer stärker geworden“, erklärt Stütz – und fügt an: „Wir machen das in dieser Saison sehr gut, dass wir die Dinger dann auch verwerten.“ Ein Lob an die Mannschaftskollegen. Da ist sie wieder, die Bescheidenheit.

Seinen aktuellen Coach kennt Stütz bereits aus der gemeinsamen Zeit bei Jeddeloh. „Ich schätze ihn als sehr guten Trainer. Natürlich war er mit ein Grund dafür, weshalb ich zu Atlas gewechselt bin“, erklärt Stütz. Rein sportlich ging es für ihn aber eine Klasse runter. Dass das Niveau in der Regionalliga noch mal ein ganz anderes ist, bestätigt er. „Ich glaube, dass das schon ein großer Unterschied ist, vor allem auch in der Breite. Die Regionalliga ist definitiv ein anderer Schnack“, sagt Stütz und verweist auf die Probleme, die Neulinge in der Spielklasse oftmals haben. Das aktuellste Beispiel ist der letztjährige Oberliga-Meister HSC Hannover, der in der vierten Liga in 21 Spielen erst zwei Siege gefeiert hat und am Tabellenende steht.

Stütz weiß eben, was im Fall der Fälle auf Atlas zukommen würde. Doch der Weg dahin ist natürlich ohnehin noch lang und steinig. „Es wird sehr schwierig. Ich glaube, dass viele Mannschaften dadurch, dass wir Zweiter sind, gegen uns noch motivierter sind. Siehe Hagen: Sie haben im Rückspiel alles dafür gegeben, uns zu schlagen“, meint der zentrale Mittelfeldakteur mit Blick auf die 0:3-Niederlage gegen den FC Hagen/Uthlede Ende November.

In der restlichen Saison empfängt Atlas vornehmlich die vermeintlich kleineren Teams. Gegen die direkte Konkurrenz um die Spitzenplätze treten die Delmenhorster auswärts an. Stütz spricht in diesem Zusammenhang von Sechs-Punkte-Spielen, „die werden ein Brett.“ Gleichzeitig gilt es, daheim die Hausaufgaben zu erledigen. „Es bringt nichts, die Großen auswärts zu schlagen, wenn man zu Hause Punkte lässt“, weiß Stütz.

Mit seiner Erfahrung will er Atlas dabei helfen, die Saison auch weiterhin möglichst erfolgreich zu gestalten. Da er zuletzt gegen Arminia Hannover aufgrund einer Zahn-Operation nicht auf dem Feld mitwirken konnte und Co-Trainer Malte Müller krankheitsbedingt fehlte, nahm er neben Riebau an der Seitenlinie Platz. „Es ist vor der Saison so kommuniziert worden, dass er sich auch die andere Seite des Fußballdaseins anguckt und mir über die Schulter schaut“, erklärt Riebau. Stütz kann sich nämlich gut vorstellen, später mal selbst als Trainer zu agieren. „Aktuell ist das mein Wunsch“, sagt er.

Doch vorher konzentriert er sich in erster Linie auf seine Rolle auf dem Platz. Und die ist bei Atlas eine enorm wichtige – auch wenn der bescheidene Ballverteiler das selbst nicht betont.

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