SV Tur Abdin Delmenhorst

Mit Thomas Mutlu und Mikael Blümel, ohne die Mattas

Der SV Tur Abdin gehört in dieser Spielzeit zu den Favoriten auf die Top-Plätze in der Bezirksliga. Die Delmenhorster verlieren zwar einen der besten Stürmer der Liga, holen aber zwei Hochkaräter dazu.
27.08.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Mit Thomas Mutlu und Mikael Blümel, ohne die Mattas
Von Michael Kerzel
Mit Thomas Mutlu und Mikael Blümel, ohne die Mattas

Trainer Andree Höttges bezeichnet die Vorbereitung des SV Tur Abdin Delmenhorst als durchwachsen.

INGO MÖLLERS

Wie so oft stellt sich beim SV Tur Abdin Delmenhorst vor der Saison die Frage: Schlägt sich das Team selbst oder bekommt es seine Qualität auf den Rasen – und das vor allem konstant. Im Kampf um die Spitze in der Neunerstaffel dürfte die Elf von Coach Andree Höttges ein gehöriges Wort mitreden. In der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 landeten die Delmestädter auf Rang vier. Vor den Aramäern lagen mit Frisia und dem SV Wilhelmshaven zwei Teams, auf die Abdin in der Staffel nicht trifft. Hinzu kommt GVO Oldenburg, das lediglich einen Platz und einen Zähler besser war. Auch 2018/19 beendeten die Oldenburger die Saison vor Abdin – wie von den diesjährigen Gegnern sonst nur BW Bümmerstede, doch BWB baute ab und steckte in der jüngsten Saison im Abstiegskampf.

Kurzum: Der Weg zur Spitzenposition führt wohl nur über den SV Tur Abdin. Sportchef Isa Tezel gibt daher auch Rang eins bis vier als Ziel aus, auch die Konkurrenz aus Stenum rechnet mit Abdin und GVO ganz oben. „Wenn wir in voller Besetzung agieren können und alle fit sind, haben wir gute Optionen, zwischen eins und vier zu landen. Im Moment ist das aber nur ein Wunsch, der zwar in Erfüllung gehen kann. Aber aktuell stehen wir da nicht“, meint Trainer Andree Höttges.

Die Vorbereitung bezeichnet Höttges als durchwachsen. „Sehr gute Spiele haben sich mit schlechten abgewechselt. Das kenne ich von der Truppe ja auch schon. Einige Spieler haben ein Problem, ihre Leistungen konstant abzurufen. Das hängt damit zusammen, wie ernst sie die Spiele nehmen und wie sie sich vorbereiten“, sagt er. Bereits seit Jahren zeigt Abdin gegen starke Gegner meist starke Leistungen und enttäuscht regelmäßig gegen die vermeintlich schwachen Kontrahenten.

In den Testspielen besiegte Abdin zunächst den Kreisligisten SV Mörsen-Scharrendorf (4:2), verlor dann gegen den Kreisligisten Ahlhorner SV (2:4) und den Bremen-Ligisten SV Hemelingen (1:3). Einem 1:1 gegen den Kreisligisten Harpstedter TB folgten zwei Zu-null-Siege gegen den Bremer Landesligisten TS Woltmershausen (4:0) und den Kreisligisten TSV Ganderkesee (3:0). Der aus der A-Jugend aufgerückte Gabriel Gabriel traf in den jüngsten beiden Tests insgesamt fünfmal. Zum Vorbereitungsabschluss testet Abdin gegen den in der Parallelstaffel beheimateten Klassenkonkurrenten SV Brake. Im Pokal haben die Höttges-Mannen ein Freilos, sodass das erste Pflichtspiel am Sonntag, 6. September, gegen den SV Baris Delmenhorst ansteht.

Viel Bewegung gab es im Kader nicht, doch die wenigen Wechsel haben es in sich. Mit Simon Matta haben die Abdiner ihren torgefährlichsten Spieler verloren. Zehnmal traf der 24-Jährige in der abgebrochenen Spielzeit in 16 Partien. In der Vorsaison hatte er sich mit 27 Toren die Torjägerkanone geholt. „Es ist natürlich eine Hausnummer, wenn man einen Spieler verliert, der jedes Jahr 20 Tore macht. Aber wir haben genug gute Offensivspieler. Die müssen sich jetzt durchsetzen und den Platz einnehmen“, fordert Höttges. Simon Matta ist – zusammen mit seinem Bruder Lukas – zum VfL Stenum gewechselt.

Auf der anderen Seite verstärken jedoch zwei der bekanntesten Spieler der Delmestadt den Kader: Mit Thomas Mutlu kommt ein defensivstarker Akteur, der mehr als 150-mal für Atlas auflief, darunter 60-mal in der Oberliga. „Er kann für unheimlich viel Antrieb sorgen und soll auch Führungsaufgaben übernehmen“, meint Höttges. Offensiv soll Mikael Blümel den Abgang Simon Mattas auffangen, zumindest mittelfristig. „Er hat schon länger Rückenprobleme und hat noch gar nicht trainiert. Ich plane ihn erst mal nicht ein. Wenn er fit ist, ist er natürlich ein Top-Kicker“, ordnet der Abdin-Trainer ein. Blümel traf in der abgelaufenen Saison in 18 Spielen 13-mal und markierte in den vergangenen drei Jahren in 78 Spielen für den SV Baris in der Bezirksliga insgesamt 37 Tore.

Mit Artjom Prieb fällt ein weiterer wichtiger Spieler vorerst aus. „Das sind schon mal zwei Stammspieler. Und wir haben nur 20 Mann. Aber die können es auch, davon bin ich überzeugt“, sagt Höttges. Doch die Anzahl der Alternativen sei überschaubar, wodurch der Druck auf die etablierten Kräfte etwas sinke.

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