Fußball

Marvin Lohfeld trifft doppelt und dreifach

Marvin Lohfeld vom TuS Heidkrug hat in der bis dato kurzen Bezirksliga-Saison seinen Torriecher unter Beweis gestellt. Mit seinem Team grüßt er von der Tabellenspitze.
17.12.2020, 16:25
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Marvin Lohfeld trifft doppelt und dreifach
Von Justus Seebade
Marvin Lohfeld trifft doppelt und dreifach

In den Partien der aktuellen Bezirksliga-Spielzeit hatten Marvin Lohfeld (Mitte) und sein Team meistens Grund zur Freude.

INGO MÖLLERS

Die ganze Geschichte begann ziemlich früh. Marvin Lohfeld war noch ganz schön klein, als er seine Leidenschaft für den Fußballsport entdeckte. „Ich spiele, seitdem ich vier oder fünf bin“, erzählt der mittlerweile 22-Jährige. Das runde Leder fand er aber sogar noch eher spannend. „Es ist das typische Bild, dass man, bevor man laufen konnte, schon den Ball am Fuß hatte“, sagt Lohfeld und schmunzelt. Das mit dem Laufen gesellte sich natürlich hinzu, und schon konnte es richtig losgehen.

Inzwischen kickt der Offensivmann schon seit vielen Jahren für den TuS Heidkrug, der sich aktuell in der zweiten Bezirksliga-Saison nach dem Aufstieg 2019 befindet. Wenngleich die Spielzeit nach einigen Wochen unterbrochen werden musste und die jüngste Partie der Heidkruger Anfang Oktober stattfand, lässt sich zweifelsfrei behaupten, dass die Mannschaft von Trainer Selim Karaca einen überzeugenden Start hingelegt hat. Von vier Begegnungen gewann sie drei, mit neun Punkten grüßt der TuS von der Tabellenspitze. „Ich glaube, das haben am Anfang wenige gedacht. Da waren wir nicht so im Fokus. Ich fand es umso besser, dass wir Taten gezeigt und nicht nur geredet haben“, freut sich Marvin Lohfeld über die positive Zwischenbilanz.

Natürlich weiß er die Situation richtig einzuordnen. Dass die Heidkruger auf dem ersten Platz stehen, ist lediglich eine Momentaufnahme, erst recht zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison. Lohfeld misst dem Platz an der Sonne daher auch nicht zu viel Bedeutung bei. „Wir wollen auf keinen Fall vom Aufstieg reden. Da sind wir weit von entfernt, das sagt uns Selim auch immer wieder. Wir wollen auf jeden Fall die Liga halten, was sehr gut aussieht“, sagt die Nummer elf des TuS. Das Ziel sei, die Saison souverän abzuschließen. „Die drei Siege bis jetzt sind schon mal ein gutes Zeichen“, findet Lohfeld.

Ein Faktor, der in seinen Augen eine wichtige Rolle einnimmt, ist das funktionierende Gefüge beim TuS, der Zusammenhalt. „Unsere Mannschaft hat sich ja nicht groß verändert. Wir kennen uns alle schon sehr gut. Was uns ausmacht, ist der Teamgeist. Den haben wir auch neben dem Platz. Wir sind echt gute Freunde – von Jung bis Alt. Das passt momentan einfach alles sehr gut“, meint Lohfeld. Aktuell sei es natürlich nicht einfach, den Kontakt so intensiv zu halten. Doch die Heidkruger versuchen das, so gut es geht. Das Internet bietet da ja praktikable Möglichkeiten. Der von Lohfeld erwähnte Teamgeist soll beibehalten werden, „damit man, wenn es losgehen sollte, gut dabei ist“, bemerkt der 22-Jährige.

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Marvin Lohfeld kann einen Treffer auch schon mal artistisch feiern – wie hier gegen RW Hürriyet im August 2018.

Foto: INGO MÖLLERS

Die derzeitige Situation sei aber schwierig für alle. „Jeder kann nur für sich alleine trainieren. Für den einen ist das so, für den anderen so.“ Er persönlich habe als Tischler auf der Arbeit viel zu tun und sei daher „ganz gut ausgelastet“. Das gilt jedoch auch für normale Zeiten. „Es ist nicht immer das Schönste, wenn man nach einem langen Tag noch zum Training muss. Aber man muss sich halt dazu zwingen. Es macht trotzdem Spaß, und ich kann mir nicht vorstellen aufzuhören“, stellt Lohfeld klar.

Das wäre auch fatal, schließlich hat er einen ordentlichen Anteil daran, dass es für seine Mannschaft bis dato richtig gut läuft. Der Angreifer hat seinen Torriecher gleich mehrfach unter Beweis gestellt. Beim 3:1 gegen den VfL Oldenburg II erzielte er in der zweiten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick und führte sein Team so praktisch im Alleingang zu den drei Punkten. Zum 3:2 über GVO Oldenburg steuerte er zwei Treffer bei. Und auch beim deutlichen 8:0 gegen den ESV Wilhelmshaven in der ersten Runde des Bezirkspokals trug er sich in die Torschützenliste ein.

Fünf Treffer nach vier Ligapartien – mit dieser Ausbeute kann er mehr als gut leben. „Ich bin völlig zufrieden. Ich habe zwischendurch auch immer mal ein bisschen Glück gehabt, aber das gehört dazu“, sagt Lohfeld. Der Dreierpack gegen die Reserve des VfL Oldenburg war bis dato selbstredend sein persönliches Highlight. „Das hat sich gut angefühlt“, denkt er an jenen 18. September zurück. „Ich hoffe, dass es so weitergeht und sich daran nichts ändert“, meint er zu seinem Lauf. Wann es weitergeht, lässt sich aber nun mal nicht vorhersagen. „Es ist schade, dass man durch die Pause rausgerissen wird, gerade weil wir von der Kondition und so auf einem sehr guten Weg waren, um ganz oben zu bleiben. Aber da kann man natürlich leider nichts machen“, weiß Lohfeld.

Wer angesichts seiner Ausbeute denkt, dass der Delmenhorster quasi der geborene Torjäger ist, sieht sich übrigens getäuscht. „Eigentlich war ich nie der, der die Tore gemacht hat, sondern eher der, der die Pässe spielen kann“, schildert Lohfeld. Vor allem No-look-Pässe sind laut eigener Aussage sozusagen seine Spezialität. Doch zuletzt folgte für den vorherigen Mittelfeldakteur eine Art Umschulung. „Selim hat gesagt, dass er mich vorne einsetzen will“, erklärt der 22-Jährige. Seine Schnelligkeit komme hier zum Tragen, zudem seien die Heidkruger im Mittelfeld gut besetzt. Und Lohfeld konnte sich mit seiner neuen Rolle schnell anfreunden. „Das hat gut geklappt. Ich kann alle drei Positionen vorne gut spielen, da bin ich flexibel einsetzbar“, merkt er an. Zudem müsse er nun weniger mit nach hinten arbeiten, dafür aber vorne „von null auf hundert voll da sein“. Doch das scheint für ihn ja kein Problem zu sein.

Das Fußballspielen wurde ihm übrigens praktisch in die Wiege gelegt. Bereits sein Opa stand auf dem Rasen, genauso sein Vater. Und das durchaus erfolgreich. In der Altersklasse Ü40 sei sein Papa mal deutscher Meister geworden, berichtet der Junior nicht ohne Stolz. „Ich hatte ein gutes Vorbild“, betont Lohfeld.

Angefangen hat er beim TV Jahn, wo er auch einige Jahre lang blieb. Anschließend zog es ihn zum Delmenhorster TB, ehe in seinem fußballerischen Werdegang eine ziemlich ambitionierte Station folgte. Anderthalb Jahre war Lohfeld im Leistungszentrum des VfB Oldenburg aktiv – mit einem straffen Programm. Viermal pro Woche standen Trainingseinheiten auf dem Plan. Zum einen habe ihm das viel Spaß gemacht, erinnert sich Lohfeld, doch zum anderen sei es eben auch ein hoher Aufwand gewesen. Letztlich wurde es ihm zu viel.

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Unter Trainer Selim Karaca feierte Marvin Lohfeld noch als A-Jugendlicher sein Startelf-Debüt bei den Herren. "Selim hat mich sehr geprägt", betont Lohfeld.

Foto: INGO MÖLLERS

Also ging es für ihn zurück nach Delmenhorst, genauer gesagt zu seinem jetzigen Klub, für den er seit der C-Jugend aufläuft. Mit der Heidkruger B-Jugend wurde Lohfeld Kreismeister und Kreispokalsieger, auch eine Altersklasse höher war er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Noch als A-Jugendlicher feierte er im April 2016 sein Startelf-Debüt bei den Herren, die damals in der Kreisliga spielten. Der Coach war bereits zu dieser Zeit Selim Karaca. Lohfeld kennt seinen Trainer also nicht erst seit gestern und hat ihm viel zu verdanken, wie er selbst unterstreicht: „Selim hat mich sehr geprägt.“

Der Offensivakteur fühlt sich beim TuS eben einfach pudelwohl. „Ich wohne in der Nähe, der Weg ist nicht so weit. Das ist mittlerweile wie eine Familie geworden. Ich mache das gerne und freue mich immer darauf“, sagt Lohfeld. Und wenn seine Torquote so bleiben sollte wie bisher, dürfte das die Freude an seinem Hobby sicher nicht verringern.

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