Fußball-Regionalliga

Schafft der SV Atlas die Wiedergutmachung nach der Heimklatsche?

Nach der 1:6-Klatsche gegen den TSV Havelse will es der SV Atlas Delmenhorst in seiner zweiten Heimpartie der Saison gegen den BSV Rehden besser machen und den ersten Dreier einfahren.
25.09.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Schafft der SV Atlas die Wiedergutmachung nach der Heimklatsche?
Von Michael Kerzel

Die Ernüchterung nach der ersten Heimpartie in dieser Saison war wenig überraschend groß beim SV Atlas Delmenhorst. Zu deutlich fiel die Niederlage in der Fußball-Regionalliga gegen den TSV Havelse aus. Beim 1:6 hatten die Blau-Gelben am Mittwoch keine Chance beziehungsweise machten sich jede Hoffnung auf Punkte mit kapitalen Fehlern zunichte. Die Zeit zwischen der Packung und der nächsten Chance an diesem Sonnabend, 16 Uhr, im Düsternortstadion gegen den BSV Rehden ist kurz gewesen. Es blieben nur ein Regenerationstraining am Donnerstag sowie die Vorbereitung am Freitag. Eine spannende Frage wird sein, wie viel das Trainerteam um Key Riebau ändern wird.

Nachdem die Havelser nach rund 40 Minuten zum vierten Mal getroffen hatten und Kostadin Velkov zum zweiten Mal maßgeblich beteiligt gewesen war, nahm Riebau seinen Innenverteidiger noch vor der Pause vom Feld und stellte von Dreier- auf Viererkette um. Ob diese Formation wirklich sicherer stand, ist kaum zu beurteilen. Nach der Pause brauchte der Gegner nur wenige Minuten, um auf 5:1 zu stellen und in der Folge in den Verwaltungsmodus zu schalten. Ohnehin war das Problem eher die schwache Zweikampfführung als die Taktik, wobei die riesigen Löcher auf der rechten Abwehrseite offenkundig und durchaus auch eine Frage der Formation beziehungsweise des Personals waren. Die Option, gegen Rehden auf die in der Aufstiegssaison bewährte Viererkette umzustellen, liegt auf jeden Fall auf dem Tisch.

Personell stehen so oder so einige Fragen an: Bekommen die gleichen Akteure wie gegen Havelse eine Bewährungschance, tauscht Riebau auf einzelnen Positionen oder gibt es viele Veränderungen? Die erste Frage ist, wer im Tor steht. Eine glasklare Nummer eins gibt es bei Atlas ohnehin nicht. In der Vorsaison absolvierte Florian Urbainski mehr Partien und stand auch jetzt in den ersten drei Ligaspielen auf dem Platz. Malte Seemann kam jedoch in der vergangenen Spielzeit bereits mehrfach zum Einsatz, die Atlas-Verantwortlichen machen keinen Hehl daraus, dass sie beide Torwarte auf einem ähnlichen Niveau sehen. Nachdem Urbainski sowohl gegen Hannover II als auch gegen Havelse patzte, könnte nun Seemann die Chance erhalten.

Karlis Plendiskis und Velkov dürften trotz schwacher Leistung gegen Havelse gesetzt sein, egal ob in einer Dreier- oder Viererkette. Flodyn Baloki gehörte am Mittwoch zu den besseren Akteuren bei den Delmestädtern und ist kaum wegzudenken aus der Startelf. Er kann in der Dreierkette wie auch auf der Sechs spielen. Auf der rechten Bahn könnte Oliver Rauh zum Einsatz kommen, Philipp Eggersglüß würde dann eine Position nach vorne rutschen oder im 3:5:2 auf der Achterposition spielen. Hier agierte Florian Stütz gegen Havelse. Dem strategisch wohl stärksten Atlas-Spieler fehlte jedoch sichtlich die Fitness beziehungsweise Spritzigkeit, um das Aufgabenprofil als Achter im System mit Dreierkette zu erfüllen. Ist er fit, ist er jedoch auf jeden Fall Stammspieler. Ins Team strebt Neuzugang Marco Stefandl, der gegen Havelse 45 Minuten mitmachte und dabei seine Fähigkeiten – Technik und Tempo – andeutete, ebenso wie Musa Karli. Karli ärgerte sich zuletzt mit einer Narbe am Knie herum, die aufgeplatzt war. Er steht derzeit bei 99 Einsätzen in der Regionalliga und könnte gegen Rehden sein Jubiläum feiern.

Rehden ist ein gestandener Regionalligist. 2012 stiegen die Schwarz-Weißen in die vierte Liga auf und seitdem nicht mehr ab. Zweimal hatten sie allerdings Glück und hielten die Klasse lediglich deshalb, weil einmal der Nordmeister SV Meppen den Aufstieg in die 3. Liga schaffte und einmal Eintracht Braunschweigs Reserve zwangsabsteigen musste. Rehden wartet wie Atlas auf den ersten Saisonsieg, holte gegen die U23-Vertretungen Werder Bremens (0:1) und von Hannover 96 (2:2) bislang insgesamt einen Punkt. Auch den dritten Gegner, den TSV Havelse, haben Atlas und Rehden in dieser Saison gemein: Rehden unterlag im Pokalfinale mit 1:4.

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