Fußball-Regionalliga Verband und Vereine im ständigen Austausch

Der NFV holt sich für den weiteren Saisonverlauf ein Meinungsbild der Vereine ein. Eine verlässliche Prognose ist zwar nicht möglich, aber zumindest gibt es eine aktuell wahrscheinliche Variante.
26.01.2021, 16:31
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Verband und Vereine im ständigen Austausch
Von Justus Seebade

Klarheit herrscht noch nicht – logischerweise angesichts der aktuellen Corona-Lage. Für die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Fußball-Regionalliga Nord gibt es aber zumindest eine derzeit wahrscheinliche Variante. Demnach würde die Hinrunde der Qualifikationsrunde in beiden Staffeln zu Ende gespielt, die Rückrunde jedoch entfallen. Im Frühjahr ginge es mit der Auf- und Abstiegsrunde weiter. Wie genau diese dann gestaltet werden, hängt von der künftigen Verfügungslage ab. Dieser Plan geht aus einer Mitteilung auf der Internetseite des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) hervor.

Vonseiten des Verbandes wird jedoch betont, dass dieses Szenario noch nicht feststeht. Vielmehr sei es „Stand jetzt die logische Schlussfolgerung“ der derzeitigen Umstände, sagt Jana Miglitsch, Referentin für Kommunikation und Spielbetrieb beim NFV. Auf eine endgültige Version des weiteren Saisonverlaufs können sich die Verantwortlichen eben noch nicht festlegen. Vielleicht könne auch überhaupt nicht mehr gespielt werden, gibt Jana Miglitsch zu bedenken. Alles stehe „so sehr in den Sternen, dass wir nur reagieren und nicht von uns aus agieren können“.

Wenn es so kommen sollte, dass nur die Hinrunde der Qualifikationsrunde beendet wird, würde das zugleich bedeuten, dass nach einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs lediglich die noch auszutragenden Nachholpartien absolviert werden müssen. Daraus ergäbe sich für die Mannschaften ein unterschiedliches Pensum. Während beispielsweise der FC Oberneuland und der HSC Hannover bereits allen zehn Gegnern einmal gegenüberstanden, trat der SV Atlas Delmenhorst erst siebenmal an. Für die Blau-Gelben stehen aus der Hinrunde noch die Duelle mit dem VfB Oldenburg, SSV Jeddeloh und der U23 des VfL Wolfsburg auf dem Programm. Die anderen Teams haben acht beziehungsweise neun Partien hinter sich. Aus den beiden Elferstaffeln qualifizieren sich jeweils die besten fünf Mannschaften für die Aufstiegsrunde, die jeweiligen restlichen Teams müssen in die Abstiegsrunde. Atlas hat als Tabellenletzter der Südstaffel erst zwei Punkte auf dem Konto und muss definitiv um den Klassenerhalt kämpfen.

Bei den Beratungen über den weiteren Verlauf der Spielzeit gibt es laut NFV einen engen Austausch mit den Vereinen. Das sei ganz wichtig, verdeutlicht Präsident Günter Distelrath in der Mitteilung auf der Homepage des Verbandes. Eigentlich sollte es noch im Januar eine weitere Videokonferenz geben, diese wurde aber verlegt und soll erst nach den nächsten Beratungen von Bund und Ländern stattfinden. Von den Beschlüssen der Politik hängt das weitere Vorgehen ab. Für den NFV ist die Planung aufgrund seiner überregionalen Stellung alles andere als einfach. „Es kommt erschwerend hinzu, dass wir auf die Verfügungslagen in vier Bundesländern Rücksicht nehmen müssen“, bemerkt Jana Miglitsch. Und diese könnten unterschiedlich aussehen.

Darauf, dass die Vereine bei allen Überlegungen mit einbezogen werden, weist auch Reenald Koch hin. „Es gibt genug zu besprechen“, wird der Vorsitzende des Regionalliga-Ausschusses in der NFV-Mitteilung zitiert. Ein intensiver Dialog zwischen den Beteiligten sei gerade in diesen Zeiten elementar. Nur so seien sie auf die Entwicklung in den kommenden Monaten vorbereitet. Darüber hinaus machten sich die Vereine natürlich auch ganz eigene Gedanken über die Saisonfortsetzung. „Es gibt bereits verschiedene Modelle“, sagt Koch. In jedem Fall könne „keiner sagen, dass er nicht mitgenommen wurde“.

Bastian Fuhrken, Sportlicher Leiter des SV Atlas, bestätigt die regelmäßige Kommunikation zwischen dem Verband und den Klubs. „Wir sind im Austausch“, sagt er und fügt hinzu: „Die Informationen fließen schon.“ Ihm falle es jedoch schwer, sich für eine Variante zu entscheiden, solange nicht mal feststeht, wann es überhaupt weitergehen kann – und wie viel Zeit dann bleibt. Es sei ja auch noch nicht klar, ob die Saison verlängert werden kann. Diese Entscheidung habe aber große Auswirkungen, merkt Fuhrken an. Logisch: Wenn im Juni noch Partien ausgetragen werden dürfen, gäbe es wesentlich mehr Spielraum.

Letztlich gibt es also trotz der eingangs geschilderten derzeit wahrscheinlichen Variante weiterhin noch viele Unwägbarkeiten, sodass eine verlässliche Prognose für die kommenden Wochen und Monate nicht möglich ist. Bastian Fuhrken hofft natürlich, dass der Ball einigermaßen zeitnah wieder rollen kann. „Ich möchte so schnell und sicher es geht mit den Jungs auf den Platz, um zu trainieren.“ Sobald alle Mannschaften ihre Einheiten absolvieren dürfen, brauche man drei bis vier Wochen, ehe der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. „In der Zeit können wir uns über die ganzen Varianten unterhalten“, meint Fuhrken zur Saisonfortsetzung.

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