Fußball

Premiere an der Lerchenstraße

Der SV Baris Delmenhorst hat ein Team für Frauen gegründet und stößt damit auf reges Interesse.
28.07.2020, 16:02
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Premiere an der Lerchenstraße
Von Justus Seebade
Premiere an der Lerchenstraße

Beim SV Baris Delmenhorst kicken nun auch Frauen. Als Trainer der neuen Mannschaft fungiert Metin Caki.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. In das Thema Frauenfußball kommt in Delmenhorst derzeit richtig Schwung. Der TuS Hasbergen hat ein Team gegründet, beim TV Jahn gibt es neben den ersten beiden Vertretungen künftig eine neuformierte U23 – und auch der SV Baris schickt in der kommenden Saison eine Damenmannschaft ins Rennen. Das ist bei dem Klub von der Lerchenstraße eine Premiere. Weibliche Nachwuchsteams hat es beim SVB schon gegeben, Frauen haben jedoch bislang noch nicht am Spielbetrieb teilgenommen.

Dass sich das nun ändert, liegt an der Initiative einiger ehemaliger Akteurinnen des TV Jahn. Laut Baris Caki, der ja Teammanager der Bezirksliga-Herren ist und nun neben dem federführenden Ayhan Zeytin bei der Gründung des Frauenteams mitwirkte, kamen diese auf den Verein zu und fragten an, ob es möglich sei, eine neue Mannschaft auf die Beine zu stellen. „Wir haben keine fünf Minuten darüber nachgedacht und waren uns einig, dass wir das definitiv unterstützen“, berichtet Caki. Zu den anfänglich neun Spielerinnen gesellten sich ziemlich fix ziemlich viele hinzu. Vor allem durch Mundpropaganda füllte sich das Team praktisch von alleine. „So hat alles seinen Lauf genommen und eins zum anderen geführt“, erklärt Caki.

Inzwischen gehören 23 Frauen zum Kader, und mehr sollen es auch erst mal nicht werden. Schließlich soll es nicht so sein, dass mehrere Spielerinnen gar nicht zum Zuge kommen. „Wir wollen allen gerecht werden“, stellt Caki klar. Das Team sei eine Multi-Kulti-Truppe. „Unser Anliegen war schon immer zu sagen: Wir sind offen für alle Menschen. Hauptsache sie passen vom Charakter und vom Menschlichen her zum Verein.“

Dass aufgrund des regen Interesses eine zweite Mannschaft gegründet wird, steht für die Zukunft durchaus zur Debatte. Da müsse der Verein gucken, ob eine solche zur nächsten Saison gemeldet werden kann. „Wenn die Nachfrage so groß bleibt, werden wir auch dieses Projekt angehen“, sagt Caki.

Als Coach hat der SVB für das Team jemanden gewonnen, dessen Name im Verein gar nicht mal so unbekannt ist. Gründungsmitglied Metin Caki steht bei den Damen an der Seitenlinie. „Es soll kein vorübergehendes Projekt sein, sondern ein langfristiges. Deswegen war es für uns wichtig, einen geeigneten Trainer zu finden“, erläutert Ayhan Zeytin. Es sollte jemand aus den eigenen Reihen werden, einer, „dem man das anvertrauen kann“, ergänzt Baris Caki. „Das Projekt ist für uns etwas sehr Besonderes und Wichtiges.“ Als Co-Trainer fungieren Markus Berger und Cevat Agri, mit einem weiteren potenziellen Assistenten befindet sich der Verein im Austausch.

In welcher Liga das Team an den Start geht, ist derweil noch nicht ganz klar. „Uns wurde vom Verband gesagt, dass jede neu gegründete Mannschaft in der Kreisklasse anfangen muss“, erklärt Caki. Da man jedoch erfahren habe, dass die Frauen des TuS Hasbergen offenbar in der Kreisliga beginnen, wolle man beim Verband noch mal nachfragen. „Das muss man sehen“, sagt Caki, der den Baris-Damen die höhere Spielklasse absolut zutrauen würde. „Wir hätten ein Team, das sich in der Kreisliga gut schlagen würde“, ist er überzeugt.

Wenngleich der SVB in kurzer Zeit viele Spielerinnen beisammen hatte, heißt das nicht, dass der Verein nichts weiter tun musste, um die Mannschaft aus der Taufe zu heben. Die Vorbereitungen begannen bereits im Januar. „Dahinter steckt viel Arbeit. An alles muss man denken“, sagt Ayhan Zeytin. Zum Beispiel an genügend Trainingsmöglichkeiten. „Wir haben nur einen Platz“, bemerkt Baris Caki. Das zweite Feld an der Lerchenstraße ist kein vollwertiger Platz, zudem fehlt im Winter das Flutlicht. Dieses wolle man installieren, blickt Caki voraus.

Die Belastung für den Hauptplatz sei unter den aktuellen Umständen sehr groß. Die anstehenden Aufgaben will der Verein daher tatkräftig angehen. „Es gehört ein großes Paket dazu. Aber wir freuen uns richtig darauf“, sagt Caki.

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