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Kuriose Konstellation

Der TuS Hasbergen ist in der kommenden Kreisliga-Saison von den anderen Delmenhorster Teams getrennt, nimmt das aber gelassen hin.
14.08.2020, 15:58
Lesedauer: 3 Min
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Kuriose Konstellation
Von Justus Seebade
Kuriose Konstellation

Duelle zwischen dem TuS Hasbergen (rot) und dem TV Jahn – hier ein Bild aus der vergangenen Saison – wird es in der neuen Spielzeit in der Kreisliga nicht geben. Hasbergen tritt als einziges Delmenhorster Team in der anderen Staffel an.

Janina Rahn

Delmenhorst. Auf den ersten Blick ist es schon ein wenig verwunderlich. Wer einmal die Aufteilung der Fußball-Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst für die kommende Saison unter die Lupe nimmt, dürfte vor allem über eine kuriose Konstellation stolpern. Während drei Delmenhorster Mannschaften – TV Jahn, RW Hürriyet und KSV Hicretspor – zusammen in einer Staffel spielen, ist das vierte Team im Bunde, der TuS Hasbergen, von dem Trio getrennt.

Der Grund hierfür ist, dass die Staffeln anhand der Abschlusstabelle der vergangenen Saison 2019/20 eingeteilt wurden. Alle Vereine, die einen geraden Platz belegt haben, bilden eine Gruppe. In der anderen treten die Klubs an, die die Spielzeit auf einem ungeraden Platz abgeschlossen haben. Zu Jahn, Hürriyet und Hicretspor gesellen sich der TV Falkenburg, FC Huntlosen, Ahlhorner SV, VfR Wardenburg, TV Dötlingen und der Aufsteiger SV Achternmeer. Hasbergen trifft auf den Harpstedter TB, TV Munderloh, TSV Ganderkesee, VfL Wildeshausen II, VfL Stenum II, TSV Großenkneten und den Neuling FC Hude II.

Wie in den höheren Spielklassen geht es auch bei der Teilung der Kreisliga darum, dass eine größtmögliche Sicherheit gegeben ist, die Saison zu Ende bringen zu können. „Falls man im Winter Spielausfälle hat oder coronabedingt was ausfällt, ist man abgesichert“, erklärt Thomas Luthardt, Spielausschuss-Vorsitzender des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst. Man halte sich mit der Aufteilung an eine Vorlage des Bezirks.

Beim TuS Hasbergen nehmen sie die temporäre Trennung von den anderen Mannschaften aus der Stadt gelassen hin. „Klar wäre es schön gewesen, gegen sie zu spielen“, sagt Nico Wentzien, Abteilungsleiter und Co-Trainer der 1. Herren. In der Kreisliga sei man aber ja nur im näheren Umkreis unterwegs, daher habe man sich nicht groß darüber geärgert. „Ein Störfaktor ist es nicht“, meint Wentzien. Bei der Einteilung der Staffeln hätte er sich dennoch über eine andere Vorgehensweise gefreut. „Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass man das auslost. Aber eigentlich ist es egal. Man muss ja im Normalfall gegen alle spielen.“ Für ihn gilt ohnehin, „dass man auf sich selbst schaut und gute Partien abliefert“.

Marco Castiglione, Abteilungsleiter des TV Jahn, sieht die Einteilung in zwei Staffeln ebenfalls pragmatisch. „Wir akzeptieren das und möchten damit auch unsere Loyalität zu den Staffelleitern und Verantwortlichen äußern. Wenn sie das für richtig halten, machen wir das mit“, sagt Castiglione. Niemand könne in die Zukunft schauen. Wenn man sich nachher darüber beschweren würde, dass es zu wenig Partien waren, wäre das „ein angenehmerer Zustand“, als wenn man sich über zu viele Spiele beklagen würde. In der kommenden Saison sei eben alles anders. „Dieser Weg ist gut zu akzeptieren. Das Wichtigste ist die Gesundheit. Da muss man Fünfe gerade sein lassen“, betont Castiglione.

Zudem weist er darauf hin, dass mit dem August ein Monat wegfalle, in dem man normalerweise schon mehrere Partien bestritten hätte. Hinzu kommt die jahrelange Erfahrung, dass im Spätherbst und Winter stets Partien abgesagt werden müssen. „Da sind wir gebrannte Kinder“, bemerkt Castiglione. Er freut sich insbesondere darüber, dass es zu sportlichen Entscheidungen kommt. „Das ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiges Ziel: Dass man nicht darüber reden muss, wie wir es werten wollen.“

Generell geht es ihm auch um eine vernünftige Einordnung der ganzen Thematik. „Es ist einer der vielen Kompromisse, die man in der heutigen Zeit eingehen muss. Fußball ist natürlich die schönste Nebensache, aber die Ligenaufteilung ist nicht der Nabel der aktuellen Welt“, sagt Castiglione. Wichtig ist für ihn, dass man wieder eine Perspektive hat – und weiterhin geduldig und solidarisch bleibt. „Es ist gerade eine Zeit, in der man sich selber ein bisschen zurückstellen muss.“

Übrigens muss der TuS Hasbergen in der neuen Saison nicht gänzlich auf Stadtderbys verzichten. In der ersten Runde des Kreispokals empfängt das Team am 8. September nämlich den TV Jahn.

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