Regionalliga Nord Frauen

Vorbereitung beim TV Jahn verläuft nach Plan

Der TV Jahn Delmenhorst ist vergangene Woche im Niedersachsenpokal 2020/21 ausgeschieden und spielt am Sonntag das Halbfinale der letztjährigen Ausgabe. Die Regionalliga-Saison beginnt in einem Monat.
04.09.2020, 12:15
Lesedauer: 4 Min
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Von Hannah Eilers
Vorbereitung beim TV Jahn verläuft nach Plan

Jörg Beese ist mit dem aktuellen Fitnessstand der Jahn-Damen sehr zufrieden, nun folgt der Feinschliff im technischen und taktischen Bereich.

Björn Hake

Trotz des Aus in der ersten Runde des Niedersachsenpokals 2021 am vergangenen Wochenende zeigt sich Trainer Jörg Beese zufrieden mit dem Verlauf der Saisonvorbereitung bei den Fußball-Damen des TV Jahn Delmenhorst. Sie präparieren sich derzeit für den Start der Regionalliga Nord (Staffel A) und absolvieren ein umfangreiches Trainingsprogramm, das bereits erste Früchte trägt. „Wir sind viel weiter als vor einem Monat. Das haben wir Samstag im Spiel gegen den FC Geestland gesehen. Wir mussten am Ende zwar im Elfmeterschießen eine 7:8-Niederlage einstecken, hatten in der regulären Spielzeit aber deutlich mehr Ballbesitz. Körperlich waren wir hoch überlegen“, freut sich der Coach, merkt aber auch an: „Die intensive Vorbereitung hat ihren Tribut gefordert, denn in den Köpfen waren wir müde und nicht so kreativ. Das ist wohl der obligatorische Durchhänger in dieser Trainingsphase.“

Pokal auf dem Weg zum Liga-Auftakt

Da die Mannschaft physisch schon auf einem guten Stand sei, mache er sich keine Sorgen. Sein Team trainiere fokussiert auf den offiziellen Saisonstart am 4. Oktober hin, wenn die Damen ihr erstes Heimspiel gegen den Aufsteiger ATS Buntentor bestreiten. Nach der intensiven körperlichen Vorbereitungsphase stehen jetzt die spielerischen und taktischen Elemente im Fokus des Trainings. „Wir arbeiten uns Stück für Stück an unser erstes Punktspiel heran. Die Pokalspiele zwischendurch sind wichtig für uns, weil wir so sehen können, wie das Training greift und wo wir noch nachbessern müssen“, erzählt Beese, der sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung zeigt: „Wir arbeiten besonnen und konstant.“

Ob sich der Arbeitseinsatz lohnen wird, zeigt sich im Oktober. Nach dem Start gegen Buntentor muss das Team von Beese zum SV Werder Bremen II reisen, was nicht zuletzt wegen des Kunstrasenplatzes eine große Herausforderung sein wird. Mit dem VfL Jesteburg steht in der dritten Partie ein sehr erfahrener Gegner auf dem Platz. „In unserer Staffel spielen alle Mannschaften auf Augenhöhe. Wir dürfen niemanden unterschätzen, das kann ganz schnell nach hinten losgehen“, meint Beese mit Blick auf die Vorrunde. So habe sich Aufsteiger Buntentor sehr gut verstärkt, und mit dem Liga-Neuling Osnabrücker SC muss der TV Jahn gegen einen Gegner antreten, der im Pokal den Favoriten Hannover 96 geschlagen hat. Mit dem Hamburger SV trifft die Mannschaft außerdem auf ein sehr ambitioniertes Team. Und auch die TSG 07 Burg Gretesch sei nur schwer einzuschätzen, blickt der Coach voraus. „Der Spielplanentwurf ist leider nicht ganz so glücklich für uns. Wir haben bei sieben Partien nur drei Heimspiele erwischt, was sehr schade ist. Auswärts müssen wir dann in Hamburg und in Bremen auch noch beide Kunstrasenplätze bespielen. Die Top-Favoriten empfangen uns, das wird schwierig“, analysiert Beese und fügt zwinkernd hinzu: „Aber Fußball ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert.“

Aufgrund der Neueinteilung der Regionalliga lautet die Zielvorgabe für die Saison, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. „Damit müssen wir auch so früh wie möglich anfangen. In einer normalen Saison wäre unser Ziel, möglichst schnell 30 Punkte zu sammeln. Aber bei nur sieben Spielen? Es wäre toll, wenn wir unter die ersten drei der Staffel A kommen“, hofft Beese, dessen Team für diese Vorgabe fünf Spiele gewinnen muss. Coach und Mannschaft seien sich bewusst, dass sie sich bei so wenigen Partien keinen Ausrutscher erlauben dürfen. Denn das würde sie schnell eine gute Platzierung kosten.

Ziel sind die Top drei

Beese hält dieses Ziel für realistisch. Jahn würde sich damit für die Meisterrunde qualifizieren und dem Abstiegskampf sicher aus dem Weg gehen. Die drei besten Teams der Staffeln A und B erreichen die Meisterrunde, die Mitte März beginnen soll. Hier folgen Hin- und Rückspiele gegen die fünf anderen Teams, der Meister nimmt an der Aufstiegsqualifikation zur 2. Frauen-Bundesliga gegen ein Team des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) teil. Die weiteren neun Teams ab Platz vier der Staffeln A und B spielen in der Abstiegsrunde ab dem 6. Dezember ebenfalls in einer Doppelrunde um den Klassenerhalt. Absteigen werden aus der Abstiegsrunde die letzten drei Teams. „Wir müssen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir sind eine gute Mannschaft und haben im Team einen gesunden Konkurrenzkampf, sodass wir auf allen Positionen gut aufgestellt sind und viele Optionen haben“, berichtet Beese. „Fußballerisch haben wir schon ein paar sehr gute Spiele bestritten, uns fehlt nur noch etwas die geistige Frische“, fügt der Trainer hinzu und hofft, dass sein Team bis zum ersten Spiel das nötige Selbstvertrauen aufbauen kann.

Am kommenden Sonntag steht auch schon die nächste Bewährungsprobe an: Im Halbfinale des Niedersachsenpokals der vergangenen Saison tritt die Mannschaft zu Hause gegen den VfL Jesteburg an. „Ich bin relativ entspannt und lasse mich vom Pokal-Aus letzte Woche nicht aus der Ruhe bringen. Wir haben in der regulären Spielzeit erstmals kein Tor kassiert. Dass wir vorne keins geschossen haben, wird sich dann am Wochenende hoffentlich ändern.“

Am 20. September werden die Jahn-Damen außerdem noch ein Testspiel gegen den FSV Gütersloh aus der 2. Bundesliga bestreiten. „Das wird eine große Belastungsprobe für uns. Ich bin sehr gespannt“, kündigt Beese an. Er hofft, dass sein Team auch die kommenden vier Wochen weiter so gut trainieren wird und alle fit bleiben.

Bis auf Lynn Janning, die derzeit nur leichtes Rehabilitationstraining absolvieren kann, gibt es keine Verletzungssorgen. Zwar verletzte sich Torhüterin Janella Rogowski Quesada Ende August im Freundschaftsspiel gegen den SV Andervenne am Schienbein, aber ihr Trainer geht davon aus, dass sie bald wieder einsatzbereit sein wird. „Die Vorbereitung verläuft gut und ich denke, dass wir fit genug in die neue Saison starten können“, berichtet Beese zufrieden.

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