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Wochenende ohne Sieg für den SV Atlas

In einem munteren Testspiel hat der SV Atlas Delmenhorst gegen den VfL Oldenburg mit 2:3 den Kürzeren gezogen. Tags darauf trennten sich die Blau-Gelben vom Bremer SV mit einem 1:1.
09.08.2020, 21:03
Lesedauer: 4 Min
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Von Niklas Johannson und Justus Seebade
Wochenende ohne Sieg für den SV Atlas

Marek Janssen (Nummer 11) war gegen den Bremer SV eifrig und erzielte die 1:0-Führung für sein Team.

INGO MÖLLERS

Der SV Atlas Delmenhorst ist am Wochenende gleich doppelt im Einsatz gewesen. Mit dem niedersächsischen Oberligisten VfL Oldenburg und dem Bremen-Ligisten Bremer SV waren zwei ambitionierte Testspielgegner im Düsternortstadion zu Gast. Gegen die Oldenburger zogen die Blau-Gelben trotz engagierter Leistung knapp mit 2:3 (1:2) den Kürzeren. Einen Tag später trennten sie sich vom BSV mit einem gerechten 1:1 (1:0).

SV Atlas Delmenhorst - VfL Oldenburg 2:3 (1:2): Mit von der Partie waren erneut zwei Gastspieler. Sowohl Max Bell Bell als auch Elario Ghassan sind in der zweiten Halbzeit von Trainer Key Riebau eingewechselt worden. Während Bell Bell für die U19 von Kickers Offenbach spielte, absolvierte Ghassan zuletzt 22 Spiele für den VfL Osnabrück in der U19-Bundesliga Nord/Nordost. Beide zeigten eine ordentliche Leistung. Insbesondere Bell Bell brachte Schwung ins Spiel der Delmenhorster, die im ersten Durchgang bei tropischen Temperaturen nur schleppend ins Spiel fanden. „Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, mit der zweiten überwiegend schon“, fasste Riebau die Leistung seiner Mannschaft zusammen.

Bereits nach 18 Minuten entschied Schiedsrichter Christian Meermann nach einem Foulspiel von Marvin Osei auf Strafstoß. Ausgangspunkt war ein verlorener Zweikampf von Innenverteidiger Kostadin Velkov. Jonas Siegert verwandelte eiskalt zum 1:0 (19.). Die Blau-Gelben reagierten prompt und glichen neun Minuten später aus. Nach einer scharfen Hereingabe von Luca Liske köpfte Marek Janssen das Leder zunächst an die Latte – den Abpraller versenkte Velkov dann problemlos zum 1:1 ins Netz. In der Folge konterten die Gäste aus der Huntestadt immer wieder gefährlich. Einer davon war dann auch erfolgreich, als Velkov nach einem langen Ball das Laufduell gegen den pfeilschnellen Thomas Mennicke verlor. Der VfL-Kapitän bediente den mitlaufenden Vafing Jabateh mustergültig, der den Ball nur noch ins Netz schieben musste – das ging aus Atlas-Sicht viel zu einfach.

Bitter für den SVA: Marvin Osei und Dimitrios Ferfelis mussten verletzt ausgewechselt werden. „Das ärgert mich sehr. Wir wissen noch nicht, wie schlimm es wirklich ist. Osei hat es am Oberscherschenkel erwischt und Ferfelis an der Schulter“, berichtete Riebau, der im zweiten Durchgang nicht mehr auf der Bank Platz nehmen durfte, sondern die Partie auf Anweisung des Unparteiischen stehend dahinter verfolgen musste: „Das war gut so, wir hatten eine Meinungsverschiedenheit“, erklärte der Coach.

In der Pause wechselten beide Mannschaften munter durch. Bei Atlas kam unter anderem Stürmer Devin Isik in die Begegnung, der für seinen Treffer gerade einmal drei Minuten benötigte. Und dieser Treffer hatte es in sich. Mit der Hacke überlupfte Isik den verdutzten Oldenburger Torwart Thilo Pöpken – ein Traumtor zum 2:2 (48.). Dafür gab es zu Recht lauten Beifall von der sehr gut besuchten Tribüne im Stadion an der Düsternortstraße. Nach rund einer Stunde hätte Isik sogar seinen zweiten Treffer machen können, scheiterte jedoch im Eins-gegen-eins an Pöpken's linkem Fuß (60.). Nur eine Zeigerumdrehung später war es Marco Prießner, der ebenfalls in Pöpken seinen Meister fand (61.). In der 68. Minute schoss Musa Karli aus guter Position knapp über das VfL-Gehäuse. Anschließend plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin, bis die Oldenburger kurz vor Schluss den entscheidenden Konter setzten. Sven Lameyer erzielte von der Strafraumkante den 3:2-Endstand für die Gäste. „Die äußeren Bedingungen waren heute schon sehr schwierig“, sagte Riebau, dessen Mannschaft schon am morgigen Sonntag wieder spielen darf – um 16 Uhr gastiert dann der Bremer SV in Delmenhorst.

SV Atlas Delmenhorst - Bremer SV 1:1 (1:0): Auch am Sonntag machte das Wetter es den Fußballern alles andere als leicht. Zwar gab es zunächst zumindest ein paar Wolken mehr am Himmel, aber die verabschiedeten sich im Laufe der Partie. Heiß war es ohnehin wieder. Hinzu kam aus Atlas-Sicht, dass es die zweite Begegnung innerhalb von zwei Tagen war. Die Voraussetzungen für das zweite Testspiel waren also nicht gerade optimal. Dass sich auf dem Platz kein Spektakel entwickelte, kam daher wenig überraschend.

Für die Delmenhorster liefen erneut die beiden Testspieler vom Vortag auf, dieses Mal von Beginn an. Ansonsten rotierte Key Riebau kräftig durch. Das Tor hütete Malte Seemann. Flodyn Baloki und Nick Köster bildeten das Innenverteidiger-Duo. Zudem standen Marco Prießner, Musa Karli und Olivér Schindler in der Startelf. Marek Janssen, Oliver Rauh und Philipp Eggersglüß begannen erneut.

In der ersten Halbzeit hatten die Gäste aus Bremen Vorteile, ohne dabei zu hundertprozentigen Chancen zu kommen. Sebastian Kurkiewicz verfehlte den Kasten (15.) und scheiterte an Seemann (33.) – das waren bis dato die besten Gelegenheiten. Das Tor fiel jedoch auf der anderen Seite. Oliver Rauh setzte sich über die linke Seite durch und passte in die Strafraummitte, wo Janssen im zweiten Anlauf den Ball über die Linie spitzelte (36.). Die Führung kam durchaus überraschend und sollte der letzte Höhepunkt des ersten Durchgangs bleiben.

Mit deutlich mehr Schwung kam Atlas aus der Kabine. Schindler bediente Janssen, dessen Schuss aus kurzer Distanz parierte BSV-Schlussmann Ole Bahr (51.). Rauhs scharfe Hereingabe von rechts klärte ein Bremer im letzten Moment (55.). Danach ebbte der Offensivdrang etwas ab. Dafür wurden die Gäste wieder stärker und kamen in der 73. Minute zum Ausgleich durch Maximilian Schulwitz. In dieser Szene sah die Defensive der Gastgeber alles andere als gut aus. In der Schlussviertelstunde hatte Atlas noch mal Chancen durch Baloki (76.), Schindler (81.) und Eggersglüß (90.), eine hundertprozentige Möglichkeit war aber nicht dabei.

Key Riebau zeigte sich nach dem Abpfiff vor allem froh darüber, dass sich kein Akteur verletzt hatte. Insgesamt war er mit der Darbietung seiner Mannschaft jedoch nicht zufrieden. „Es sind ganz viele Kleinigkeiten. An vielen Schräubchen muss noch gedreht werden“, sagte der Atlas-Coach, der mit seinem Team von Donnerstag bis Sonntag ins Trainingslager fährt.

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